Kaiserslautern Weiterhin lange Wartezeiten im Bürgercenter

Wer im Bürgercenter ohne Termin etwas zu erledigen hat, braucht Geduld.
Wer im Bürgercenter ohne Termin etwas zu erledigen hat, braucht Geduld.

Die Probleme im Bürgercenter im Kaiserslauterer Rathaus halten an. Das hat Wolfgang Mayer, Leiter der Referate Personal und Organisationsmanagement, bei der Stadtratssitzung am Montag eingeräumt. Zwischendurch war die Lage desolat, sagte Mayer.

Ratsmitglied Marc Fuchs (CDU) hatte nachgehakt, ob das Bürgercenter überhaupt noch funktionstüchtig ist. Im Oktober hatte die Stadtverwaltung mehrfach verlautbart, wegen eines hohen Krankenstandes könnten Bürger nur noch mit Termin vorsprechen. „Von 30 Beschäftigten waren zeitweise nur noch sechs vor Ort“, berichtete Fuchs.

Mayer wollte nichts schönreden. „In der Tat, der Krankenstand war sehr, sehr hoch. Im Frontoffice, wo in der Regel zehn bis zwölf Bedienplätze besetzt sind, waren teilweise nur noch fünf Mitarbeiter im Einsatz.“ Aushilfen im Bürgercenter zu beschäftigen, sei nicht möglich gewesen. „Wenn, dann hätten wir Mitarbeiter aus dem Bereich Wahlen abordnen müssen. Das funktioniert aber derzeit nicht, weil in der Abteilung die Vorbereitungen für die Wahl des Oberbürgermeisters im Februar laufen.“

Normalbetrieb herrsche im Bürgercenter nach wie vor nicht, so Mayer. „Wir haben immer noch lange Wartezeiten.“ Allerdings müssten Bürger jetzt „nur“ noch drei bis vier Wochen auf einen Termin warten, vor kurzem waren es noch neun Wochen. Neu sei, dass die Kaiserslauterer, die einen neuen Personalausweis brauchen oder sich ummelden wollen, wieder ohne Anmeldung vorbeikommen können. „Zwischendurch ging ohne Termin gar nichts“, so Mayer. Jetzt sei das wieder möglich, die Betroffenen müssten aber längere Wartezeiten in Kauf nehmen, bis sie bedient werden. Am Dienstag betrug die Wartezeit kurz vor 12 Uhr im Bürgercenter 84 Minuten, wie online abzulesen war.

Nach Angaben der Stadtverwaltung wird angestrebt, die Wartezeiten für einen Termin „auf maximal eine Woche“ zu reduzieren. „Weiterhin werden Kunden mit schnell zu bearbeitenden Anliegen wie Führungszeugnisse, Meldebescheinigungen, Steuer-ID auch ohne Termin angenommen und in der Regel am Schnellschalter bedient.“ Leider bestehe nach wie vor eine sehr prekäre Personalsituation im Bürgercenter, die unter anderem in einer sehr hohen Personalfluktuation begründet sei. Die Nachbesetzung der freien Stellen gestalte sich schwierig und langwierig, so Matthias Thomas, Sprecher der Stadtverwaltung. Verschiedene Anliegen können online erledigt werden. „Dies ist allerdings nur bei bestimmten Aufgaben möglich. Personalausweis, Reisepässe, Kinderreisepässe und Führungszeugnisse müssen aufgrund gesetzlicher Vorgaben persönlich im Bürgercenter beantragt werden“, so Thomas.

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