Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Wasserballer des Kaiserslauterer Schwimmsportklubs Vizemeister der Oberliga

Gegen den SSV Trier traf er einmal für die Krokodile: KSK-Spielertrainer Stefan Raspudic.  Foto: VIEW
Gegen den SSV Trier traf er einmal für die Krokodile: KSK-Spielertrainer Stefan Raspudic.

Zum ersten Mal seit 2015 haben sich die Wasserballer des Kaiserslauterer Schwimmsportklubs wieder eine Medaille in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar erspielt: Dass es mindestens Bronze sein würde, war bereits am Samstagabend nach dem lange Zeit spannenden, am Ende aber deutlichen 16:9 (2:4/5:1/5:3/4:1) gegen den SSV Trier klar. Am Sonntagmorgen sicherten sich die Krokodile durch ein ungefährdetes 18:8 (5:0/3:4/6:1/4:3) gegen den SC Neustadt III dann endgültig die erste Vizemeisterschaft seit der Saison 2012/13.

Bis kurz vor Spielbeginn am Samstag herrschte im Lager noch etwas Unsicherheit über die taktische Marschroute, mit der man dem drittplatzierten SSV Trier gegenübertreten sollte. Hintergrund: Der SC Neustadt III hatte tags zuvor seine Partie in Friedrichsthal abgesagt – eine Wertung mit 10:0 für den Meister stand im Raum. Es wäre allerdings die dritte Spielabsage seitens des Teams von der Weinstraße gewesen, und diese hätte den kompletten Ausschluss sowie Annullierung aller Spiele des SCN III nach sich gezogen. In diesem Fall hätten die Krokodile unter Zugzwang gestanden, den SSV Trier mit mindestens sechs Toren Unterschied schlagen zu müssen, um den zweiten Platz zu verteidigen. Da sich Friedrichsthal und Neustadt am Samstag aber doch noch auf einen Nachholtermin einigten, blieb es bei der ursprünglichen Vorgabe, dass den Lauterern zwei Unentschieden zur Vizemeisterschaft reichen würden.

Schwaches Überzahlspiel

Nach den ersten acht Minuten sah es im Spiel gegen die Moselstädter allerdings ganz und gar nicht danach aus, als wenn die Krokodile einen Punkt einfahren könnten. Zwar erzielte man nach einer guten Minute das 1:0 und kam nach einem Trierer Doppelpack auch wieder zum 2:2-Ausgleich, bis zur ersten Pause lagen die Gäste allerdings mit 4:2 in Führung. Eine der Ursac0hen: Der KSK ließ wieder einmal drei von vier Überzahlspielen ungenutzt. Doch die Krokodile sollten noch genügend Gelegenheiten bekommen, „Mann mehr“-Situationen zu üben. Trier war zwar mit den meisten Ausschlüssen nicht einverstanden, die Reklamationen brachten aber weitere Hinausstellungen und Unruhe ins eigene Team. Die Hausherren zeigten sich gegenüber dem Startviertel wie ausgewechselt und kamen zunächst zum 4:4 und legten nach dem erneuten Rückstand bis zum Seitenwechsel noch mal drei Treffer in Folge zum 7:5 Halbzeitstand nach.

Überdeutlicher Sieg für Krokodile

Im torreichen dritten Abschnitt erarbeiteten sich die Krokodile dann sogar einen Vier-Tore-Vorsprung, entschieden war die Partie jedoch noch lange nicht, da Trier sich nie aufgab. Erst als im Schlussviertel beim Stand von 12:9 der zweite Akteur der Gäste mit drei persönlichen Fehlern bzw. mit einer „Rolle wegen ungebührlichen Benehmens“ nicht mehr an der Partie teilnehmen durfte und die Krokodile das Überzahlspiel zum 13:9 nutzten, war der Widerstand der Moselstädter gebrochen. Es folgten drei weitere Tore der Lauterer zu einem am Ende etwas überdeutlichen 16:9-Sieg, der dem KSK nach dem 5:10 im Hinspiel auch zum Gewinn des nun allerdings nicht zur Anwendung kommenden direkten Vergleichs mit Trier gereicht hätte.

Gegen eine Nachwuchstruppe

Platz drei war den Lauterern somit schon sicher – noch hätte jedoch der SC Neustadt III mit drei Erfolgen aus seinen verbliebenen drei Spielen mit dem KSK gleichziehen können. Aufgrund des 10:6-Erfolges in der Hinrunde hätten sich die Krokodile aber nun sogar eine knappe Niederlage leisten können, um trotzdem Vizemeister zu werden. Dass es so weit aber nicht kommen würde, war schon angesichts der Aufstellung der Gäste klar: Der SCN III trat fast komplett mit einer B-Jugend-Mannschaft an, die zwar nicht zu unterschätzen war (immerhin hatten fünf Spieler tags zuvor mit der Zweitliga-Mannschaft das Derby gegen Ludwigshafen gewonnen), allerdings konnte die Nachwuchstruppe den Lauterern nie gefährlich werden. Lediglich im zweiten Viertel – als der KSK angesichts eines deutlichen 5:0-Vorsprungs die Konzentration vermissen ließ und den Gegner förmlich zum Toreschießen einlud (7:4/15. Minute) – zeigten die jungen Neustädter, zu was sie imstande sind.

Nach dem Seitenwechsel waren die Krokodile dann gedanklich wieder auf der Höhe, zogen zunächst auf 14:5 davon und gewannen auch den finalen Abschnitt mit 4:3, wobei man in den letzten acht Liga-Minuten den Gästen erneut zu viele Freiräume ließ und vermeidbare Gegentreffer zuließ. Die überaus faire Partie (nur drei persönliche Fehler – im Gegensatz zu 21 am Tag davor) brachte für die Krokodile noch zwei Neuheiten in der aktuellen Saison: Erstmals quittierte man selbst keine einzige Hinausstellung und konnte bei gegnerischen Ausschlüssen eine 100-prozentige Erfolgsquote erzielen.

So spielten sie

Frank Dick (Tor), Ulf Feddeck (3 Treffer gegen Trier/2 gegen Neustadt), Florian Heine, Stefan Raspudic (1/1), Melanie Keller (1/1), Jens Feddeck (5/5), Johannes Bröhl, Lukas Starck (nur gegen Neustadt), Stefan Stranz (1/4), Anita Raspudic, Frederik Ramthun (nur gegen Trier), Dirk Feddeck (5/5).

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