Kaiserslautern Was kostet Handball?

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Carsten Keller erklärt „seinen“ Jungs die nächste Trainingsübung. Dass auch Bodenturnmatten zum Handball-Training dazugehören, ist nicht für jeden offensichtlich: Doch sie markieren in der Übung wichtige Punkte. Die C-Junioren haben sich in einer Reihe aufgestellt. Der Ball wird vom Trainer zum vordersten Spieler gepasst. Wenige Schritte macht Adrian Schwarz bis zur ersten Bodenmatte. Dort steht eine Rolle vorwärts auf dem Programm, nach dem Aufstehen passt der Trainer erneut zu dem 14-Jährigen. Mit dem Ball läuft er in Richtung zweite Turnmatte, täuscht einen Wurf an und macht dann doch wieder einen großen Schritt – gegen die gedachte Abwehrreihe – nach hinten, um seinen Trainer anzuspielen und in Richtung Kreis davon zu ziehen. Keller gibt den Ball zurück und Schwarz schießt mit einem Schlagwurf auf das Tor. Keller ist ein erfahrener Trainer. Er engagiert sich für die Jugendmannschaften der TuS-Handballer seit seine eigenen Söhne bei den Minis angefangen haben. Mittlerweile ist er mit ihnen in der C-Junioren-Oberliga angekommen. Dabei braucht es für den Einstieg in den Handballsport nur wenige Dinge. Die Bälle stellt der Verein und mit einem normalen Sport-T-Shirt, Sporthosen und Hallenschuhen, wie sie auch für den Schulsport genutzt werden, kann es losgehen. Erst mit der Zeit kaufen sich die meisten Spieler auch ihre eigenen Bälle: „Einen guten bekommt man ab 20 bis 25 Euro. Das geht dann hoch bis 70 Euro“, weiß Michael Holstein, im Verein für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Sogar noch etwas länger als Keller durchläuft Adrian Schwarz die Handballjugend in Dansenberg. „Ich habe in der Ballschule angefangen“, verrät er. Das war vor mittlerweile zehn Jahren als Vierjähriger. „Weil mein Bruder schon Handball gespielt hat“ und weil er die Teamsportarten mag, ist Handball am Ende zu seinem Favorit geworden. Einen kurzen Fußball-Ausflug hat er schnell wieder aufgegeben. Dass er als Dansenberger zur Trainingshalle laufen kann, ist natürlich auch nicht gerade ein Hindernis, um am Ball zu bleiben. Dreimal pro Woche trainiert er mit den C-Junioren für die Spiele in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Seit wenigen Wochen kommt auch noch ein Training mit den B-Jugendlichen dazu, denn „technisch ist er stark“, verrät Holstein. Aber gegen ältere und größere Spieler sei noch einmal ein ganz anderes Durchsetzungsvermögen, eine andere Körperlichkeit, gefragt. „Er ist ein sehr guter, aggressiver Abwehrspieler“, beschreibt Jugendleiterin Nicole Holstein die Stärken des Lockenkopfes, „und er wird auch immer ehrgeiziger“. Seit drei Jahren gibt es neben dem „normalen“ Training für die C- und B-Jugendlichen beim TuS einen Talentfördertag. Immer freitags, während September und April, bekommen die talentiertesten Handballer des Vereins ein gemeinsames Mittagessen, bevor es mit der ersten eineinhalbstündigen Trainingseinheit losgeht. Danach folgt eine Ruhephase mit Yoga oder anderen Entspannungstechniken und eine Hausaufgabenbetreuung. Den Abschluss bildet die Trainingseinheit Nummer zwei. „In diesem Training setzen wir individuell an, haben auch mehr Trainer zur Verfügung als beim Großgruppentraining“, erklärt Michael Holstein. „Bei dem ein oder anderen sieht man dann schon, dass sie die Wurf- oder Lauftäuschung auch im Spiel anwenden und denken: Hoppla, das klappt ja“, freut er sich über die beobachtbaren Fortschritte. Im „Handballdorf“ Dansenberg gehen bereits die Drei- bis Vierjährigen in die Ballschule zu Nicole Holstein. „Wir machen dort viel zur Koordination und Motorik. Der Spaß am Ballspiel steht jedoch im Vordergrund.“ Handballerisch gefordert sind die Kinder dann ab der F-Jugend. Mit kleinen Spielen, „die aufs Handball ausgerichtet sind“, sammlen die Kinder zum ersten Mal Wettkampferfahrungen. Auch Torabschlüsse gehören dann dazu, wenn auch noch in verschiedenen Übungsformen und seltener auf technisch hohem Niveau: im Sitzen, mit einem Bein auf der Bank oder im Stehen wird geworfen. In der F-Jugend (sechs bis acht Jahre) stehen zum ersten Mal auch technische Feinheiten im Trainingsplan. Doch es werden immer wieder weitere Spieler gesucht, damit der Verein auch in den nächsten Jahren noch zu den „drei, vier, fünf besten Mannschaften in Rheinland-Pfalz“, gehört, hofft Michael Holstein auf die Fortsetzung dieser Tradition beim TuS Dansenberg.

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