Kaiserslautern „Was denkt der Tänzer beim Aufwärmtraining?“

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Die Theaterleute sind aus der Sommerpause schon länger zurück, am Samstag hat nun auch das Publikum das Pfalztheater für sich wiederentdeckt. Spiel und Spaß für die Kleinen bestimmten das Programm, dazu gab’s Kostproben aus der kommenden Spielzeit, neue Gesichter wurden vorgestellt und die Lust aufs Mitmachen wurde erfolgreich angeregt.

„Wir spielen jetzt zusammen“, eröffnete Neuzugang Manuel Klein dem Publikum im Großen Haus. In der von Günther Fingerle moderierten Kostümshow „Europa auf dem Theater“ „inszenierte“ er im Schnelldurchlauf den „Raub der Europa“. Ein Vorleser war schnell gefunden und ebenso rasch durch eine flexiblere Alternative ersetzt. Genauso fix fischte er sich aus dem Publikum Ellen als seine „Europa“ heraus. Bloß, dass diese sich dann als Amerikanerin herausstellte, aber das tat der sehr vergnüglichen Entführung keinen Abbruch. Das Auditorium ließ das Meer rauschen, Möwen fliegen und in die „Stierherde“, die der Schauspieler ebenfalls aus dem Saal rekrutierte, wurde – zufällig oder nicht zufällig – der Generalmusikdirektor des Hauses, Uwe Sandner, verpflichtet, um mit den anderen zusammen auf Knien über die Bühne zu „traben“. Das Publikum würdigte das spritzige Zehn-Minuten-Drama mit begeistertem Applaus. Die Lust auf bald noch mehr Pfalztheater schürten in der kurzweiligen Show unter anderen die Schauspielerin Monke Ibsen als „Tiger Lilly“ und der Tänzer Jean-Francois Gabet mit der tänzerischen Interpretation eines Chansons, gesungen von Günther Fingerle. „Was denkt der Tänzer beim morgendlichen Aufwärmtraining?“ Ballettdirektor Stefano Giannetti hatte die Idee, seiner Compagnie einfach mal diese Frage zu stellen. Verblüffend einfach die Antwort: „Ans Einkaufen.“ Was nicht weiter verwundern konnte, hatte Giannetti seinen Ballettrepetitor Victor Portnoy – den Mann am Klavier – doch mit den Worten vorgestellt: „Er spielt immer unser Frühstück.“ Während das Große Haus sich für das Eröffnungskonzert am Abend rüstete – die Gratiskarten dafür waren am Nachmittag im Handumdrehen vergriffen, etliche Theatergänger gingen leer aus, trotzdem blieben am Abend im Großen Haus Plätze frei – lief in der komplett besetzten Werkstattbühne „Status: rausch“ – ein Stück des Jungen Theaters, gefolgt von den singenden „Lautrer Mädels“ um Chordirektor Ulrich Nolte und im Proberaum des Orchesters das Kinderkammerkonzert „Das schlaue Füchslein“. Alles sehen, hören oder mitmachen zu wollen, was das Pfalztheater für seine Besucher am Samstag bis in den späten Abend hinein vorbereitet hatte, war unmöglich. Ein Dutzend Frauen und Mädchen entschied sich dafür, mit Theaterpädagogin Katja Bach den Musical-Dance am Beispiel des „Time Walk“ aus der Rocky Horror Picture Show einzustudieren. Andere warteten geduldig vor einer unscheinbaren Toilettentür auf eine weitere Runde „Klo-Poesie“, vorgetragen von Hannelore Bähr und Rainer Furch. Reges Interesse fand inzwischen im mittleren Foyer der Basteltisch, an dem Petra Wagner und Patricia Lehmann aus der Maske kleinen und großen Bastelkünstlern zeigten, wie sie mit wenigen Kniffen, Schnitten und etwas Klebstoff eine Haifischmaske hinkriegten: Verstärkung für die „Sharks“ im Musical „West Side Story“, das demnächst wieder anlaufen wird. „Stefan, wann geht der Wunsch in Erfüllung?“ wollte ein kleines Mädchen von Stefan Kiefer wissen. Der Schauspieler hatte ihm aus seinem „Wunschpunsch-Labor“ ein rosa Getränk gemixt und den Wunsch, begleitet von einer magischen Formel, auch schriftlich entgegengenommen. Wann der Wunsch erfüllt werde? Da war Kiefer überfragt. „Aus welchem Stück stammt das Zitat ,Die Axt im Haus erspart den Zimmermann’?“ Unter den Zuschauern im Unteren Foyer gab Schauspieler Henning Kohne den Quizmoderator. Drei Fragen aus Literatur und Musik stellte er dem gewillten Gast, der mit drei richtigen Antworten eine Freikarte für eine Aufführung oder aber auch eine Currywurst gewinnen konnte. Während die Hüpfburg und der Geschicklichkeitsparcours auf dem Theatervorplatz nur zögernd genutzt wurden, waren die Kulissenmaler mit Eifer bei der Sache. 80 Farbdöschen und 50 Pinsel hatte der Malersaal dafür bereitgestellt, vier Mitarbeiter sorgten für steten Nachschub und sauberes Wasser. „Es wird immer mehr expressionistisch“, beurteilte Fachmann Uwe Wegner die „Exponate“. (krh)

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