Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Vor dem Derby FCK-KSC: In Gunther Metz’ Brust schlagen zwei Herzen

Stand 16 Jahre als Trainer bei den Jugendmannschaften des FCK an der Seitenlinie: Gunther Metz.
Stand 16 Jahre als Trainer bei den Jugendmannschaften des FCK an der Seitenlinie: Gunther Metz.

Betze-Geflüster: Gunther Metz ist der Bundesliga-Rekordspieler des KSC. Groß geworden aber ist er beim FCK, wo er später als Nachwuchstrainer Zeichen setzte. Am Samstag (13 Uhr) erlebt „Magic Metz“ ein besonderes Derby.

Gunther Metz, am 8. August 1967 in Alzey geboren, im rheinhessischen Hangen-Weisheim groß geworden, war knapp 13, als er zum 1. FC Kaiserslautern kam. Ernst Diehl, der Ziehvater so vieler Profis, hat den Eisenfuß entdeckt. „Für mich gab es nur den FCK“, sagt Metz beim Blick zurück. FCK-Jugend, FCK-Amateure, dann acht Einsätze in der Bundesliga. „Was, du willst einen Profi-Vertrag … ?“ So genau als wäre es gestern gewesen, erinnert sich Metz, inzwischen 57, an das Gespräch mit dem damaligen FCK-Präsidenten Jürgen Friedrich. „Hannes Bongartz war Trainer und wollte mich halten, ,Atze’ Friedrich sah das anders. Ich hatte keinen anderen Verein, keinen Berater, kein Angebot, aber ich ging“, schildert Gunther Metz den ungewollten Abschied. Er war knapp 20, wechselte zum Karlsruher SC, ist mit 278 Einsätzen der Profi mit den meisten Bundesligaspielen für den KSC.

„Magic Metz“ bis heute Kult

In Karlsruhe ist „Magic Metz“ bis heute Kult. 2001 kam er als Co-Trainer der Amateure zurück zum FCK, prägte in seinen 16 Jahren als Jugendtrainer Talente wie Willi Orban, Dominique Heintz, Erik Wekesser, Marius Müller, Jean Zimmer oder Philipp Klement. Heute ist Metz in offizieller Funktion im Stadion: Er ist seit 2017 als Honorarkraft beim DFB, bei der U19 ist er als Co-Trainer von Hanno Balitsch tätig und kommt zur Spielbeobachtung auf den Betze. Der Bezahlsender Sky hat ihn zum Interview gebeten. „Es ist ein Spitzenspiel, ich freu’ mich drauf“, sagt Metz, in dessen Brust beim Derby zwei Herzen schlagen. „Diese zwei Vereine haben mein komplettes Leben bestimmt. Ich habe bei beiden Vereinen unheimlich viel erlebt. Gott sei Dank ergibt sich zu dem Zeitpunkt der Saison keine Situation, dass man mit einem mitfiebern müsste. Ich wünsch’ mir aber, dass beide Vereine in die Erste Liga aufsteigen“, erklärt Metz sein Seelenleben.

„Der KSC steht zu recht da oben. Die Mannschaft hat sich gut entwickelt. Man merkt, dass Christian Eichner im vierten Jahr dort Trainer ist. Du siehst seine Handschrift. Er kennt die Liga und weiß wie man da Spiele gewinnt. Karlsruhe hat jetzt auch ein tolles Stadion, in dem eine super Stimmung herrscht. Der KSC wird in der Tabelle oben bleiben“, urteilt der einstige Offensiv-Verteidiger.

Stimmung im Fritz-Walter-Stadion aufsaugen

Auch dem FCK attestiert Metz nach unruhigen Jahren eine gute Entwicklung. „Thomas Hengen hat Ruhe in den Verein gebracht“, lobt Metz den Geschäftsführer. Die spielerische Weiterentwicklung, die Trainer Markus Anfang verfolgt, sei erkennbar, brauche aber auch Zeit. „Das ist eine große Herausforderung“, sagt Gunther Metz, der die „super Stimmung“ im Fritz-Walter-Stadion so gerne aufsaugt: „Die Zweite Liga hat so viele Vereine mit großen Namen und erlebt eine tolle Zuschauerresonanz. Das zeigt, was Tradition ausmacht.“

Er erwartet heute „ein offenes, ausgeglichenes Spiel.“ Dass Ragnar Ache, der Top-Torjäger, verletzt fehlt, „ist natürlich eine Schwächung, ein Nachteil für den FCK. Ache ist wie eine Lebensversicherung für den FCK, in der Zweiten Liga ist Ache ein Ausnahmestürmer“. Auf der Gegenseite sieht Metz im kampfstarken Schleusener und in Torjäger Budu Zivzivadze zwei Angreifer, „die einen guten Job machen“.

„Ich hatte schon im Kabinentunnel Gänsehaut“

Mit leuchtenden Augen spricht Gunther Metz über das so besondere Derby. Beim letzten Mal, der KSC gewann am 24. Februar 4:0 gegen die Lauterer, war er vor der Westkurve Interviewgast von Sky. „Ich hatte schon im Kabinentunnel Gänsehaut und habe mir gewünscht, selbst noch einmal hier spielen zu dürfen“, verrät „Magic Metz“, den die Fans für seine Leidenschaft liebten. Wen „Winnie“ Schäfer damals beim KSC als Verteidiger auch einkaufte, gespielt hat am Ende Gunther Metz.

Auch als Profi führte er seinen Weinbaubetrieb in Hangen-Weisheim. Seit sein Sohn Julian (31) eingestiegen ist, wird „Metz Wein“ selbst vermarktet. Eine Besonderheit im Angebot des Weinguts ist die „Dreierkette“, bestehend aus blauen, roten und grünen Flaschen. Die Zahlen auf den Etiketten markieren besondere Jahre: Die 87 auf der blauen Flasche steht für den Wechsel zum KSC 1987, 01 auf der roten für die Rückkehr zum FCK 2001, die 17 auf der grünen für den Beginn der Arbeit beim DFB 2017. „Eigentlich bin ich Verfechter der Viererkette. Beim Wein ist’s die Dreierkette“, erklärt Metz schmunzelnd.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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