Stadtgespräch RHEINPFALZ Plus Artikel Von Künstlern in Lautern und Studien über die Pfalz

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Das Festival „Alles muss raus“ zaubert Leben in die Innenstadt, während die zur Debatte gestellte Bettensteuer für Übernachtungen die Gemüter der Betroffenen erhitzt.

Dieses Wochenende steht ganz im Zeichen des Straßenfestivals „Alles muss raus“. Bei Künstlern und Veranstaltung war die Vorfreude auf das Spektakel groß. Drei Tage lang wird die Kaiserslauterer Innenstadt in eine bunte Welt voller Theater, Tanz, Musik und Akrobatik verwandelt. Sorge vor einem Reinfall wegen Regens muss sich in diesem Jahr niemand machen – weit und breit ist kein Tropfen des mittlerweile rar gewordenen Guts zu sehen. Was Landwirte, Gartenbesitzer und Waldliebhaber mit Sorge betrachten, dürfte zumindest dem Festival und seinen Besuchern an diesem Wochenende zu Gute kommen.

Wie die Veranstaltung nach dem Ausfall im Jahr 2020 und der Notausgabe im Jahr 2021 wohl angenommen wird? Ein wenig bang stellten sich die Veranstalter diese Frage im Vorfeld. Lassen wir uns überraschen. Ich vermute, dass die Menschen das Angebot gerne annehmen. Bei allen Veranstaltungen, auf denen ich in diesem Sommer war – vom Schulfest über eine Messe bis hin zu einem Gartenmarkt – berichteten die Veranstalter davon, dass die Menschen in Scharen erscheinen.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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Ein Lächeln ins Gesicht zaubern

Ich glaube, dass wir nach der langen Corona-Pause alle irgendwie ausgehungert sind – nach Leichtigkeit, Unbeschwertheit, ein bisschen Abwechslung. Das alles verspricht das Straßenfestival, bei dem sich die Künstler jedes Jahr aufs Neue sehr viel einfallen lassen, um den Menschen in der Stadt ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Mit Blick auf die sonstigen Themen, die die Welt gerade bewegen – der Krieg in der Ukraine, die Sorge vor Gasmangel, steigenden Preisen und einem allgemeinen Gefühl der Unsicherheit, sind Momente der Unbeschwertheit seltener geworden, aber umso willkommener.

Einer der Bereiche, in denen die Corona-Pandemie noch immer starke Auswirkungen hat, ist der Tourismus. In dieser Woche haben die Industrie- und Handelskammer der Pfalz IHK und die Vereine Pfalz.Touristik und Zukunftsregion Westpfalz eine gemeinsame Studie veröffentlicht.

Tagestouristen lassen Geld in der Stadt

Aus ihrer Sicht ist es seit Jahren ein Problem, dass nicht klar ersichtlich ist, wie viel Geld der Tourismus in die Pfalz bringt. Das soll diese Studie nun ändern. Erstellt hat sie das Münchner Unternehmen dwif, das sich auf diesen Bereich spezialisiert hat. Vieles von dem, was die Studie zeigt, war im Vorfeld bereits klar – dass das Outlet in Zweibrücken ein finanzstarker Besuchermagnet ist zum Beispiel. Anderes hingegen war auch für die Auftraggeber der Studie neu, wie sie bei deren Präsentation auf dem Bremerhof erzählten. Etwa, dass Kaiserslautern die meisten Tourismuseinnahmen durch Tagestouristen verbuchen kann. Diese geben in der Stadt im Jahr laut Studie 160 Millionen Euro aus.

Als Referenzjahr dient das Jahr 2019 – in der Hoffnung, dass der Tourismus wieder dort anknüpft, wo er vor der Pandemie stand. Ob das wirklich so kommt, wird sich erst in einigen Jahren zeigen. Jetzt schon klar ist, dass die Studienergebnisse als Argumentationshilfe in Sachen Tourismusförderung genutzt werden wird. Denn damit sieht es aus Sicht von IHK, Zukunftsregion Westpfalz und Pfalz.Touristik derzeit nicht besonders gut aus. Ihre Hoffnung: Jetzt, wo sich mit Zahlen, deren Herkunft belegbar ist, nachweisen lässt, wie viel Geld der Tourismus in die Kassen spült, könnte der Tourismusförderung mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Studie ist öffentlich einsehbar

Denn nicht nur die Übernachtungsbetriebe profitieren laut Studie vom Tourismus, sondern auch Gastronomen, Händler und Einheimische. Es ist wichtig, dass die Ergebnisse öffentlich einsehbar sind und die Daten, die ihr zugrunde liegen, aufgeschlüsselt sind. Auch wenn darin mit Schätzungen und Hochrechnungen gearbeitet wird, hat die Studie definitiv Aussagekraft – wie viel, wird sich in der kommenden Zeit zeigen.

Der erste Punkt, in dem die Studie als Argumentationshilfe dient, ist die Bettensteuer, die im Stadtrat diskutiert werden soll. Hintergrund ist die Überlegung der Stadt, eine Steuer pro Übernachtung und pro Gast zu erheben – entweder fünf Prozent der Übernachtungskosten oder eine Pauschale von 2,50 Euro. Entschieden ist in dieser Sache noch nichts – doch die IHK hat sich im Vorfeld zur Stadtratssitzung am Montag bereits mit Bezug auf die Studie klar positioniert und lehnt eine Bettensteuer als unzumutbare Mehrbelastung ab. Die Sorge, die dahinter steckt, ist nur all zu verständlich. Bei steigenden Preisen und weiteren Unsicherheiten in Sachen Pandemie hat die Branche verständlicherweise Angst vor jeder zusätzlichen Belastung.

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