Kaiserslautern Von früh bis spät gut zu hören

Hat sich an den Südhängen des Industriegebiets Nord angesiedelt: der Orpheusspötter.
Hat sich an den Südhängen des Industriegebiets Nord angesiedelt: der Orpheusspötter.

Im Industriegebiet Nord brütet mit dem Orpheusspötter ein Einwanderer aus dem Süden Europas. Seit knapp 30 Jahren lebt der unscheinbare Stimmenimitator auch in Deutschland.

Der Orpheusspötter, etwa sperlingsgroß, ist ein Sommervogel, der seit ein paar Jahren Mitte Mai auch in Kaiserslautern eintrifft und bereits Ende August/Anfang September wieder in Richtung Afrika aufbricht. Er bewohnt sonnige und trockene Standorte mit Rohboden. Kleine Einzelbäume als Singwarten und dichte dornenbewehrte Sträucher sind für die Anlage seines Nestes unbedingt notwendig. Im Landkreis kennt Alfred Klein vom Naturschutzbund die bevorzugten Standorte des Orpheusspötters in aufgelassenen Sandgruben und in Randbereichen von Gewerbegebieten. Ein Brutplatz im Kaiserslauterer Industriegebiet Nord ist ihm seit 2014 bekannt. „Lange sang der Vogel in den Hecken an der alten Bachbahntrasse, um sich dann an den warmen Südhängen des Industriegebietes niederzulassen. Dort findet er, was er sucht, vor allem Sonne, Hecken, kleine Bäume und Insektennahrung“, ordnet Klein das Vorkommen ein. In diesem Jahr hat der Naturschützer sogar zwei singende Orpheusspötter gehört, die ihre schnellen Rufreihen mit Imitationen anderer Vögel, vor allem mit eingeflochtenen zeternden Sperlingsrufen von Sonnenaufgang bis Untergang hören lassen. „Das Verhalten könnte auf zwei Brutpaare schließen“, so Klein.

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