Kaiserslautern Von Dada beeinflusst

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Aus dem 800 Grafiken und etwa 150 Ölgemälde umfassenden Nachlass der Künstlerin Elly Ohms-Quennet (1909-1999) hat Roland Paul einige Werke für eine Ausstellung in der Westpfalz ausgewählt. Am vergangenen Freitag wurde die Kunstschau im Architekturbüro von Allmuth Winkler in Miesenbach eröffnet.

Das Bild auf dem Treppenabsatz des Architekturbüros Winkler in Miesenbach wirkt wie für dort geschaffen: Schwarze, weiße und graue Formen wirbeln auf dem hochrechteckigen Ölbild aus dem Dunkel ins Helle nach oben. Tatsächlich aber stammt das Werk mit dem Titel „Luzifer“ aus den 1970er-Jahren und datiert damit in die schwerste Zeit für Elly Ohms-Quennet, als kurz nacheinander Enkel und Tochter verstarben. In dieser Phase der Trauer, so Laudator Roland Paul, malte sie vornehmlich dunkle, schwarze Bilder. Die großformatigen Ölbilder in den Büros der Architekten indessen sind mit einer kräftigen, aber reduzierten Palette gemalt, oft hat sich die gebürtige Hannoveranerin auf zwei oder drei Farben in verschiedenen Nuancen beschränkt. Auf dem Bild „Spielkarten“ zum Beispiel hat die Künstlerin ein kaltes Grün und ein warmes Orange gegeneinander gesetzt. Auf der abstrahierten doppelten Bildfigur tauchen Zahlen auf, die schräg dargestellte Bildkarte wird umrandet von Schriftzeichen. Die Sängerin und Sammlerin Lieselotte Arzt-Neiss aus Herschberg, langjährige Weggefährtin der Quennets, erinnert sich, dass die Künstlerin sehr belesen war, ihr die Verbindung von Buchstaben und Zahlen mit ihren Bildideen wichtig war. In jedem Falle sind sie als abstrakte Zeichen und somit als gestalterische Elemente in ihrem Werk zu verstehen. Den Wandel von einer „romantischen“ zu einer abstrakten Malerin, so Paul, vollzog sich bei Ohms-Quennet im Übrigen durch ihre Bekanntschaft und den Unterricht bei dem Dadaisten und Konstruktivisten Carl Buchheister. Dass die Kölnerin Christiane Cohan anlässlich der Eröffnung auf der Querflöte Lieder aus Carl Orffs Carmina Burana zum Besten gibt, hat mit Ohms-Quennets Beruf als Bühnen- und Kostümbildnerin zu tun: 1940 nämlich schuf sie für eine Aufführung von Orffs bekanntestem Werk die Ausstattung. Zehn Jahre zuvor hatte sie künstlerische Allgemeinbildung sowie Entwerfen von Frauenkleidung und -mode an der Staatlich-Städtischen Handwerker- und Kunstgewerbeschule in Hannover abgeschlossen. Ihre Ausstattungsengagements führten sie in der Folge unter anderem nach Duisburg, Stuttgart, Lille, Antwerpen, Gent, Prag, München – wo sie gleichzeitig an der Kunstakademie studierte –, Helsinki, Kassel und Frankfurt. Allmuth Winkler stellt nun zum dritten Mal ihre Räumlichkeiten für eine Kunstausstellung zur Verfügung, dieses Mal aber ist geplant, die Werke zwischen einem halben und einem Dreivierteljahr hängen zu lassen. Besichtigung der Ausstellung im Architekturbüro Winkler, Brucknerstraße 9a, in Miesenbach nach Vereinbarung unter Telefon 06371/9522700 oder Anmeldung per E-Mail an winkler@architekturbuero-winkler.de. |cl

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