Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Vom Feld an den Schreibtisch

Vollen Einsatz zeigt Kian Schwarzer nicht nur auf der Linksaußen-Position bei den Eulen Ludwigshafen in der Eberthalle, sondern
Vollen Einsatz zeigt Kian Schwarzer nicht nur auf der Linksaußen-Position bei den Eulen Ludwigshafen in der Eberthalle, sondern auch beim Verband.

Kian Schwarzer verlängert seinen Vertrag bei den Eulen Ludwigshafen. Das hat auch etwas mit seiner Arbeit beim Verband zu tun.

Kaum ist das Training an diesem Vormittag beendet, springt Kian Schwarzer direkt unter die Dusche. Der 25 Jahre alte Vize-Kapitän beim Handball-Zweitligisten Eulen Ludwigshafen hat es zwar nicht eilig, trotzdem aber die Uhr im Blick. Der Sohn von Christian „Blacky“ Schwarzer, Handballer des Jahres 2001 und Weltmeister von 2007 aus Niederwürzbach, kennt die andere Seite des Lebens neben dem Profisport: Seit Juli 2023 arbeitet er als Mitarbeiter in der Geschäftsstelle in Haßloch, mittlerweile der Handball Verband Rheinhessen Pfalz.

Dort ist er an diesem Nachmittag um 13 Uhr mit der Geschäftsführerin Sandra Hagedorn verabredet. Deshalb hat er nach dem Training am Vormittag die Fahrzeit von Ludwigshafen nach Haßloch im Blick, um pünktlich vor Ort zu sein. Schwarzer gilt als der verlängerte Arm der Führungskraft und ist zugleich „Mädchen für alles“, wie er selbst seine Aufgaben in der Verbandszentrale beschreibt.

Er kennt das Geschäft aus dem Effeff

Während andere an diesem Nachmittag die Freizeit genießen oder gar „auf der faulen Haut“ liegen, nimmt der Flügelflitzer auf Linksaußen bei den Eulen neben seinem Sport berufliche Pflichten wahr. „Ich mache so ziemlich alles, was in der Geschäftsstelle anfällt“, erzählt er und blickt auf die bereitliegende Post auf seinem Schreibtisch. Verlängerung von Trainerlizenzen, Änderungen bei Passanträgen, Anmeldungen für Schulungs- und Lehrgangsmaßnahmen, aber auch die Termin- sowie Einsatzplanung bei Aktionstagen und Veranstaltungen – das ist nur ein kleiner Auszug seiner Aufgaben in der Verwaltung des Verbandes. „Momentan ist es eher etwas ruhiger, es sind die typischen Arbeiten nach dem Jahresabschluss. Aber die Aufgaben für die kommenden Veranstaltungen stehen auch wieder an“, erzählt Schwarzer und ergänzt: „Bei den Aktionstagen kann es auch mal sein, dass ich dann als Spieler oder Trainer dabei bin.“

Kian Schwarzer kennt das Geschäft aus dem Effeff. Er hat ein duales Studium der Sportökonomie an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken abgeschlossen und beim Handball-Verband Saar eine Praxisphase absolviert. 2022, mit dem Bachelor-Abschluss in der Tasche, fand er nach dem Wechsel zu Bundesligist TBV Lemgo eine erste Anstellung beim Kreissportverband Lippe. „Es gibt auch eine Karriere nach der Karriere“, bringt der junge Mann seine Einstellung auf den Punkt. „Mir war es schon immer wichtig, in einer Sportorganisation tätig zu sein, in der man mit Kindern und mit dem Breitensport zu tun hat“, erzählt der gebürtige Saarpfälzer, der viel Emotionalität auf dem Spielfeld verkörpert. „Die Arbeit neben dem Sport ist für mich auch ein angenehmer Ausgleich.“

Ein Glücksgriff

So ist Kian Schwarzer in der Regel zweimal in der Woche in der Geschäftsstelle in Haßloch, an zwei weiteren Tagen arbeitet er aus dem Homeoffice in der gemeinsamen Wohnung mit seiner Freundin Vera in Ludwigshafen. „Die Präsenz vor Ort ist wichtig, ich bin auch selten alleine im Büro“, erzählt er. Das habe Gründe: „Da ich nur zweimal pro Woche in Haßloch bin, sind auch sehr viele gemeinsame Absprachen und ein regelmäßiger Austausch erforderlich“.

Die Stelle beim Verband nennt er einen Glücksgriff, da er seine Arbeitszeiten mit den Trainingszeiten vereinbaren kann. Schon im Sommer läuft sein befristeter Vertrag beim Verband aus. Wie es weitergeht, ist derzeit offen. Allerdings sieht sich Schwarzer in positiven Gesprächen mit Präsident Ulf Meyhöfer über seine berufliche Zukunft. Der Job beim Verband sei ein Eckpfeiler für seine Vertragsverlängerung bei den Eulen Ludwigshafen bis zum 30. Juni 2027 gewesen. „Die Gespräche mit Philipp Grimm fanden frühzeitig statt, sodass wir auch schnell einig geworden sind“, berichtet Schwarzer.

Humba-Vorsänger

Die Diskussion um den Weggang von Eulen-Geschäftsführerin Lisa Heßler bedauert er sehr. Aber: „Wo eine Tür zugeht, geht eine andere auf. Man sollte das als Chance sehen“, meint Schwarzer, der bei den Eulen auch aufgrund seiner Rolle als Humba-Vorsänger zu den Publikumslieblingen zählt. „Ich bekomme bei den Eulen sehr viel Vertrauen, es sind echte Freunde mit mir in der Mannschaft. Es passt einfach.“ Hinzu komme auch, dass der Weg nach Hause zu seinen Eltern in Niederwürzbach nicht allzu weit sei. Der Zusammenhalt ist ihm wichtig. Er sei auch ein Familienmensch. „So kann man immer wieder einen Sonntagsausflug nach Hause machen“, erzählt Schwarzer. Andererseits sind seine Eltern bei allen Heimspielen auch die ersten Ansprechpartner nach den Partien.

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