Kaiserslautern Villengesicht ändert sich nicht

Die neoklassizistische Villa des ehemaligen Brauereidirektors Heinrich Jaenisch wurde im Jahr 1913 errichtet. Im vergangenen Jahr war sie vom Bischöflichen Ordinariat in Speyer an die eigens gegründete Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) mit Namen V8 verkauft worden (wir berichteten). Bei V8 handelt es sich um einen Zusammenschluss von drei Geschäftspartnern in Kaiserslautern, deren Sprecher Volker Barth gestern erklärte, die Sanierung der Villa habe Vorrang vor dem daneben stehenden Kutscherhaus. Auch bei der Vermarktung soll die Villa Priorität haben, denn danach richte sich das Vorgehen beim Kutscherhaus. Gedacht ist in erster Linie an eine Nutzung der Villa für Büroräume. Villa und Kutscherhaus in der Villenstraße 6 bis 8 − daher der Name der GbR − stehen unter Denkmalschutz. Die Gesellschaft arbeite eng mit der Denkmalschutzbehörde der Stadt zusammen, erklärte Barth. Mit ihr sei auch die Farbe des Anstrichs geklärt worden. Bei der jetzigen Farbe handele es sich um die Ursprungsfarbe, bei der es auch nach der Sanierung bleibe. Die Aufteilung der Räume in der Villa soll im Großen und Ganzen nicht geändert werden. Die Heizung im Haupthaus sei bereits überarbeitet, schilderte Barth. Es handele sich um eine Gasheizung, die im Entrée um einen großen, offenen Kamin mit Kachelofen ergänzt wird. V8 plant, die festen Einbauten − wie Wandschränke − in der Villa zu erhalten und zu restaurieren. Die Böden − überwiegend Parkett und Holzdielen − werden aufbereitet. Für das Kutscherhaus, in dem Bedienstete untergebracht waren, werde eine Kernsanierung nötig sein, konstatierte der Firmensprecher. Die Nutzfläche der Villa beträgt knapp 600 Quadratmeter. Das Bedienstetenhaus umfasst 200 Quadratmeter. Das Areal ist 1700 Quadratmeter groß. Ein unterirdisches Gangsystem wurde früher unter anderem als Bierkeller und Luftschutzbunker genutzt. Bei der Villa handelt sich um einen zweieinhalbgeschossigen Putzbau, der sich aufgrund der Hanglage zur Stadt hin dreigeschossig zeigt. Im Inneren des Herrschaftshauses findet sich zum Teil noch die ursprüngliche Ausstattung nach Entwürfen von Heinrich Zschocke. Dazu zählen Holzvertäfelungen, Wandschränke oder auch ein Ankleidezimmer mit integrierten Schränken. (ita)