Ortsvorsteher im Gespräch RHEINPFALZ Plus Artikel Verkehrssituation ist in Erfenbach in einigen Straßen weiter verbesserungswürdig

Ortsvorsteher Reiner Kiefhaber an der Siegelbacher Straße. Hier soll eine Überquerungshilfe für Fußgänger entstehen.
Ortsvorsteher Reiner Kiefhaber an der Siegelbacher Straße. Hier soll eine Überquerungshilfe für Fußgänger entstehen.

Das noch junge Jahr 2021 steht in Erfenbach im Zeichen diverser Bauarbeiten. So wird ein Fußweg nach Stockborn angelegt, und der Ortsteil von Erfenbach wird an das Breitbandnetz angeschlossen werden. Der Maienweg soll ausgebaut und die Verkehrssituation in der Jahnstraße durch Parkmarkierungen beruhigt werden.

Erleichtert zeigt sich Ortsvorsteher Reiner Kiefhaber, dass der seit Jahren vom Ortsbeirat beantragte Gehweg zwischen den Ortsteilen entlang der K8 in diesem Jahr in Angriff genommen werden soll. „Für den Fußweg von Erfenbach nach Stockborn wird es allerhöchste Zeit.“ Bislang hätten Fußgänger immer an der Straße entlanglaufen müssen – „eine gefährliche Angelegenheit“. Er hoffe, dass das vom Land Rheinland-Pfalz finanziell unterstützte Vorhaben im Frühjahr umgesetzt wird.

2021 soll außerdem der Maienweg ausgebaut werden. Er zweigt von der Jahnstraße ab und führt überwiegend zu Anliegergrundstücken. Über etliche Jahre präsentiert sich der Maienweg bis heute als ein Flickenteppich aus Asphalt, Schotter und ausgebesserten Schlaglöchern. „Auf den Ausbau des Maienwegs haben wir lange gewartet“, sagt Kiefhaber. Baugelände für 16 Eigenheime sieht der Kirchberg vor. Die Planung dazu befindet sich im Entwurf.

Für ein Neubaugebiet im Osten fehlt im Stadtrat die Mehrheit

Für eine Umwandlung von bislang landwirtschaftlich genutzten Flächen zu Bauplätzen entlang der Straße Lampertshof im Osten von Erfenbach fehle im Stadtrat derzeit eine Mehrheit, verweist Kiefhaber auf ein Vorhaben, für das ein Grundsatzbeschluss bereits vorhanden ist. Dabei geht es um eine Fläche von rund 2,6 Hektar, auf der Einfamilienhäuser möglich sind.

Im neuen Jahr erwartet Kiefhaber, dass der Ortsteil Stockborn an das Breitbandnetz angeschlossen wird. Entsprechende Förderanträge bei Bund und Land seien gestellt. Ein Großteil von Erfenbach sei bereits verkabelt und verfüge über schnelles Internet.

Mehr Sicherheit beim Überqueren der Siegelbacher Straße am Ortseingang in Höhe der Lampertsmühle erhofft sich der Ortsvorsteher von einer Überquerungshilfe, die demnächst angebracht werden soll. Noch immer wartet er auf eine Aufbesserung des Bodenbelags um den Mühlsteinbrunnen, eine Brunnenanlage mit vier Elementen Ecke Jahnstraße/Siegelbacher Straße. „Die Platten müssten dringen erneuert werden.“

Erfenbach ist im Corona-Jahr enger zusammengerückt

Rückblickend sei Erfenbach gut durch das Corona-Jahr 2020 gekommen. Eine positive Resonanz hat die ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe in Erfenbach gefunden. Gegenseitig habe man sich das Leben erleichtert, verweist Kiefhaber auf musikalische Darbietungen der Geschwister Horn zu besonderen Anlässen im Freien und die Bereitschaft der Hobby Singers, das Kolpingblasorchester in der Fuchsdell unter freiem Himmel proben zu lassen. Hervorragend funktioniert habe das von März bis Juli im Wertstoffhof eingerichtete Corona-Testzentrum. Der Andrang sei groß gewesen und habe im Ort zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen geführt.

Wenig Resonanz zu Jahnstraße aus der Bevölkerung

Noch nicht zufrieden ist Kiefhaber mit der Verkehrssituation in der Jahnstraße. Eine im Rathaus ausgelegte Planung zur Verbesserung der Situation sei von betroffenen Bürgern nur wenig beachtet worden. „Es kamen kaum Verbesserungsvorschläge.“ Er gehe davon aus, dass die vorgesehen Parkraummarkierung demnächst umgesetzt und damit dem Verkehrschaos in der Jahnstraße ein Ende bereitet werde. Verkehrstechnisch zugesetzt habe Erfenbach im Sommer die Vollsperrung der B 270 wegen Bauarbeiten. Weiterhin Gebrauch machen will Kiefhaber von einer variablen Geschwindigkeitsanzeige. Die Anzeige, die zurzeit in der Lettow-Vorbeck-Straße eingesetzt ist, soll demnächst an einem anderen Standort platziert werden.

Bedauerlich findet Kiefhaber, dass die Kerwe nach einem tollen Neustart in 2019 im Corona-Jahr nicht habe stattfinden können. Umso mehr habe er sich über einen ökumenischen Mundart-Gottesdienst als Ersatz für die Kerwe in der Fuchsdell gefreut.

Bürger befragt: Und was meinen Sie?

Fast ist Helge Ebling geneigt, sich als „Ureinwohner“ von Erfenbach zu bezeichnen. Allein das Wissen über den Stadtteil von Kaiserslautern, das er sich in vielen Jahren als Heimatforscher angeeignet hat, könnte seine Aussage vom Ureinwohner rechtfertigen. Zuhause ist er in der Hirschdell, wo seine Ehefrau eine Änderungsschneiderei betreibt.

Von seinen Kenntnissen und Fähigkeiten, Internetseiten zu erstellen, hat auch Ortsvorsteher Reiner Kiefhaber anlässlich der 875-Jahr-Feier von Erfenbach profitiert. Seine private Website zu Erfenbach, Lampertsmühle und Stockborn lässt nichts zu wünschen übrig. In Text und Bild informiert sie ausführlich über Geschichte und Leben in Erfenbach.

In Erfenbach ist immer etwas los

Helge Ebling fühlt sich wohl in seinem Dorf. Er schätzt den guten Zusammenhalt vieler Akteure und freut sich, dass in Erfenbach immer etwas los ist. Er erinnert daran, dass anlässlich der 875-Jahr-Feier 2018 ein Heimatverein gegründet worden sei, dessen Anliegen er nur unterstützen könne, verweist Helge Ebling beispielsweise auf die Bewahrung von Brauchtum und Traditionen.

So wundert es nicht, dass er Paul Peter Götz bei der Gestaltung des Bachbahnmuseums und der Bachbahnbrauerei unterstützt. Als Mitglied der Künstlergemeinschaft „Kunst am Gleis“, die wie das Bachbahnmuseum und die Bachbahnbrauerei im ehemaligen Bauernhof Schermer ihren Sitz haben, widmet sich Helge Ebling der Digitalkunst. Hier ist er mit seiner Kunst in einem Ausstellungsraum vertreten. Geschätzt werden seine Fotoaufnahmen, mit denen er beispielsweise seinen Heimatort auf seiner Homepage porträtiert hat. Mit einem seiner historischen Motive wurde auch ein Stromkasten der SWK vorm Rathaus in Erfenbach verschönert.

Das Vereinsleben im Stadtteil stimmt

„Klar, vermissen wir einen Lebensmittelmarkt in Erfenbach.“ Doch angesichts der Entwicklung von Einkaufsmöglichkeiten im benachbarten Otterbach weiß er nur zu gut, dass der Wunsch utopisch ist. Immerhin verfüge Erfenbach noch über eine Metzgerei und wieder über eine Bäckereifiliale. Das Vereinsleben stimme, erinnert er an den Sportverein und die Kolpingfamilie. „Ich hoffe nur, dass das IG Nord nicht zu nahe an Stockborn hin erweitert wird.“

Helge Ebling neben dem Stromkasten mit Bildern, die er zur Ortsgeschichte zusammengetragen hat.
Helge Ebling neben dem Stromkasten mit Bildern, die er zur Ortsgeschichte zusammengetragen hat.
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