Kaiserslautern
Verein KunstRaum Westpfalz bezieht altbekannte, neue Räume
Ein Punkt der Vereinsphilosophie im KunstRaum Westpfalz lautet so: „Getragen wird der Kunstverein von der Idee, in der Stadt Kaiserslautern und der Region Westpfalz neue Orte für zeitgenössische Kunst zu schaffen und so durch Kunst Stadt-Raum neu zu gestalten, öffentliche Räume und Leerstände zu bespielen, die nicht für die Kunst vorgesehen sind.“
Damit stellt sich der Verein bewusst der Herausforderung eines heimatlosen Nomadentums. Und kann bislang zufrieden sein. Das Resümee der gut dreijährigen Aktivitäten seit Gründung im Sommer 2018 bestätigt mit insgesamt 14 Ausstellungen das Machbare dieser Idee. Denn es „öffneten sich Räume“ der Richard-Wagner-Straße 2, des Kunstlagers (Möbel Fuchs), der Fruchthalle, des Museums Pfalzgalerie (mpk), der Architekturgalerie und im gerade endenden Jahr das Ladengeschäft Pirmasenser Straße 6.
Räume für kommunikative Plattformen
Tatsächlich gibt es wesentlich mehr Leerstand in Lautrer Geschäftsstraßen. Doch entweder können sich Besitzer nicht für Kunst erwärmen oder die Räume eignen sich nicht für Ausstellungen. Vereinsvorsitzende Birgit Weindl erwähnt etwa das fehlende Prinzip einer Galeriebeleuchtung. Dennoch freut sie sich über die bisherigen Möglichkeiten. Wobei sie von der letzten geradezu schwärmt: „Klasse Ort, weil sich dort neugierige Passanten, Straßencafé-Ambiente und Kunstinteressierte einer laufenden Ausstellung auf engstem Raum begegneten.“
So kamen Gespräche in Gang. So wurde Kunst zu Mundpropaganda. Und etwaige Hürden fielen. So öffnen sich weitere konkrete und abstrakte Räume für kommunikative Plattformen mitten in der Stadt. „Und das“, so Weindl, „brauchen wir hier dringend.“ Zumal ja auch Namen der heimischen Kunstszene mitmachen und neue zu entdecken sind. In diesem Sinne fungieren Kunstvereine als Vermittler.
Neue Ausstellung Mitte Januar
Das gilt neuerdings sogar für den Zugang digitaler Räume, in denen Bilder und Texte weltweit vernetzt werden können. Obwohl solche Welten noch experimentell betreten werden, entschied der Verein, sich in diese Richtung fortzubilden. Kooperationen im analogen Prinzip funktionieren traditionell nach wie vor bestens mit der Pfalzbibliothek, dem Atelier Zitronenblau oder auch der Stiftskirchengemeinde.
Zurzeit gehören 35 Mitglieder dem KunstRaum Westpfalz an. Und nach dem ehrenamtlichen Motto „wir gestalten mit, wir denken mit“ kommen sie teils von weit her, etwa aus Mainz, Homburg, Pirmasens oder Winnweiler. Trotz bedauerlichen Abschiednehmens vom letzten Leerstand, freuen sich alle auf das neue Jahr. Denn schon Mitte Januar lädt der Verein zur erneuten Vernissage ein. Nach Bauarbeiten steht wieder die Richard-Wagner-Straße 2 zur Verfügung, dieses Mal für ein Lichtkünstlerinnen-Trio aus Saarbrücken. Die Ausstellung leuchtet ausschließlich durch die großen Fensterfronten und kann coronagerecht im Freien besichtigt werden.
Info
Vorstellung der Ausstellung „Leuchtende Organismen“ mit Arbeiten von Raika Dittmann, Katharina Hamp und Isabelle Kirsch ist am Freitag, 14. Januar, 17 Uhr, in der Richard-Wagner-Straße 2. Die Finissage ist für Samstag, 26. Februar, um 11 Uhr vorgesehen.