Kaiserslautern
Umbauarbeiten in Maria Schutz beendet – Urnenbestattung in Kirche möglich
Heller, freundlicher und großflächiger als zuvor präsentiert sich der Sakralraum. Das Kircheninnere in einem gebrochenen Weiß erhält durch die warmen Lichtquellen in den kapellenartigen Nischen der Seitengänge zusätzlichen Glanz. Die auf jeweils 20 links und rechts des Mittelgangs reduzierten und eingekürzten Bankreihen sind in dunklem Ton gehalten und erweitern den Gang dazwischen. Der Taufstein, der bislang in der Taufkapelle seinen Platz hatte, wurde in den Eingangsbereich vor den Mittelgang der Kirche platziert und korrespondiert in einer Linie mit dem Altar. Vom Kaiserslauterer Orgelbau Zimnol wurde die Orgel generalüberholt.
Das Besondere an dem neuen Kolumbarium: Die Nischen mit den Urnenwänden bilden mit dem Gottesdienstraum optisch eine Einheit und sind von den Sitzbänken her einsehbar. Dennoch bieten die Nischen Privatsphäre, so dass Trauernde in einem geschützten Bereich bei ihren Angehörigen verweilen können.
Nischen wurden zu Urnenkapellen umgebaut
Je fünf Nischen der Seitengänge, in denen früher sechs Beichtstühle ihren Platz hatten, wurden zu Urnenkapellen umgestaltet. Für Pfarrer Steffen Kühn, Dekan des Dekanats Kaiserslautern, ein Zeichen, dass „der Tod zum Leben gehört“, verweist er auf eine Zeit, in der die Friedhöfe um die Kirche platziert waren. Spitzbögen der Nischen betonen die Kapellenform. Von einem warmen hellen Licht ausgeleuchtet, sind seitlich die Urnenkammern angeordnet.
Jede Kammer ist mit einer beigen Keramikplatte verschlossen. In den Oberflächen der Platten finden sich die Konturen der Fensterrosette oberhalb der Empore der Orgel wieder. Weiter sind die Konturen der Rosette in einer in Weiß gehaltenen Metallkonstruktion verarbeitet, die den Raum oberhalb der Urnenwände zur Decke hin abschließen. In jeder Urnenkapelle lädt eine Bank zum Verweilen ein. Insgesamt bietet das Kolumbarium 1632 Bestattungsplätze.
In der Kirche hat sich auch sonst einiges geändert
Die frühere Taufkapelle soll künftig für kleinere Trauerfeiern verwendet werden. Die Seitenkapelle, in der zuvor die Pieta ihren Platz hatte, dient jetzt als Beichtzimmer. Eine Konstruktion aus dunklem Holz erlaubt sowohl die Ohrenbeichte als auch das Beichtgespräch an einem Tisch. Die Pieta hat jetzt ihren Platz in der früheren Werktagskapelle im linken Kirchenflügel. „Ein Andachtsraum, in dem Angehörige Bilder ihrer Verstorbenen aufstellen und Kerzen anzünden können“, erläutert Kühn. Die Werktagsgottesdienste können künftig auch in der Krypta gehalten werden. Mit zu einem schmucken Aussehen des Kircheninnern tragen der auf Bronzetafeln dargestellte Kreuzweg bei, die bislang die profanierte Kirche St. Norbert zierten, die gereinigten farbigen Mosaikfenster in den Seitenschiffen und die aufpolierten Kupferschalen der Weihwasserbehältnisse seitlich der Kirchentüren.
Mit Errichtung eines Kolumbariums in den Seitengängen der Kirche trägt die Pfarrei Maria Schutz dem Wandel in der Bestattungskultur Rechnung. „Ein Prozess, der bis ins Jahr 2016 zurückreicht und von meinem Vorgänger Pfarrer Ulrich Weinkötz angestoßen wurde“, so Kühn. Das Kolumbarium ist ein fester Bestandteil des Pastoralplans der Pfarrei und ist von den pfarrlichen Gremien genehmigt worden. Zusammen mit dem Lauterer Architekturbüro Bayer+Uhrig wurden die Nischen der Seitengänge zum Einbau der Urnenwände ausgewählt. Nach Zustimmung des Bistums Speyer und der Stadt Kaiserslautern konnte im Sommer mit dem Einbau der Urnenwände begonnen werden.
Erstes Kolumbarium in einer Kirche im Bistum Speyer
Für den Einbau des Kolumbariums und die notwendigen Umbaumaßnahmen liegen die gesamten Aufwendungen unter der veranschlagten Summe von 1,6 Millionen Euro. Finanziert wird das Projekt über einen Eigenanteil der Pfarrei, einen Zuschuss des Bistums Speyer und einen Kredit. Je nach Platz in der Urnenwand betragen die Kosten für eine Bestattung in der Kirche zwischen 2900 und 4100 Euro.
Nach dem Einbau eines Kolumbariums in der Karmeliterkirche in Boppard ist Maria Schutz die erste Kirche im Bistum Speyer, die mit einer Urnenbegräbnisstätte eine weitere Bestattungsmöglichkeit anbietet. In der protestantischen Martin-Luther-Kirche in Webenheim im Bliesgau ist im November das erste Kolumbarium im Bereich der Evangelischen Landeskirche eingeweiht worden. Ein Kolumbarium plant auch die Stadt Ramstein-Miesenbach. Es soll auf dem Schulhügel am früheren Standort der katholischen Kirche errichtet werden.
„Die Nachfrage nach Urnenplätzen ist da“, berichtet Kühn bereits von gut 50 Anfragen. Eltern mit ihren Kindern hätten bereits vorgesprochen und sich die Urnenwände angeschaut. Im neuen Jahr sollen die ersten Verträge geschlossen werden. Ausführliche Informationen finden sich online: www.kolumbarium-mariaschutz.de.
Info
Am Mittwoch, am Hochfest Mariä Empfängnis, 18 Uhr, wird Weihbischof Otto Georgens in einem Pontifikalamt die Urnenwände segnen und ihrer Bestimmung übergeben. Der Gottesdienst findet unter 2G-Bedingungen statt. Eine Anmeldung im Pfarrbüro ist notwendig. Telefon 0631 34 1210.