Kaiserslautern
Umbau vor Corona rettet Planet Bowling
Corona war zu Beginn ein Schock für Schösser – der Winter sei eigentlich die Hochsaison seiner Branche. „Wir hatten 2019, bevor Corona dann losging, noch 750.000 Euro in neue Technik investiert – neue LEDs, Bahnen und Lufttechnik.“ Im Nachhinein ist er allerdings froh, dass er diese Investition getätigt hat, denn die Stromkosten konnten so halbiert werden. „Die jetzigen Energiekosten sind erschreckend – hatten wir durch den Umbau die Kosten erst halbieren können, haben sie sich jetzt wieder verdoppelt“, erzählt der Inhaber. Ohne diesen Umbau hätte die Bowlinghalle wegen der immensen Kosten nicht mehr öffnen können.
Nachhaltigkeitsmeetings sensibilisieren fürs Sparen
Um zu überlegen, wie man die Ausgaben weiter senken kann, hält Schösser mit seinen Mitarbeitern regelmäßig Nachhaltigkeitsmeetings ab. Installiert wurden bereits Bewegungsmelder und Zeitschaltuhren, auf den ausgeschalteten Zigarettenautomat und auf die Mülltrennung wird geachtet. Was ihm aber auffällt: Viele seiner Mitarbeiter, allen voran die jungen, machten sich darüber zu wenig Gedanken. Er plädiert für mehr Sensibilisierung und dafür, ein Bewusstsein fürs Sparen zu schaffen.
„Wir haben uns natürlich Gedanken gemacht und Gespräche darüber geführt, was möglich ist und am Konzept gearbeitet“, erzählt Schösser. So wurden beispielsweise die Öffnungszeiten reduziert – von sieben auf vier Tage. Drei Elektroautos wurden gekauft und in die Digitalisierung investiert: Statt sich wie früher per Telefon eine Bahn zu reservieren, geht jetzt alles online. Besucher geben die gewünschten Daten wie Tag, Uhrzeit und Personenzahl an, registrieren sich einmalig und bekommen dann eine E-Mail. Über 90 Prozent der Buchungen erfolgen auf diesem Weg. Der gebuchte Termin kann noch 60 Minuten vorher storniert werden – allerdings wird das auch ausgenutzt, beklagt Schösser.
„Leute können sich weniger leisten“
Das Konsum- und Ausgehverhalten der Besucher habe sich durch die Krise ebenfalls geändert. „Sind die Leute früher erst noch bei Kullmanns zwei Stunden Essen gegangen und dann bowlen, können sie sich das heute nicht mehr leisten. Die Leute essen dann bei der Bowlingbahn“, erzählt Schösser, was ihm zugute kommt. Generell kämen die Besucher wieder und blieben auch länger. Viele spielen allerdings nur noch alle zwei Monate: Bowling ist ein teures Vergnügen geworden, so Schösser, der die Preise erhöhen musste. Mehr als die Hälfte der Gäste kommt indes aus dem Umland von Kaiserslautern.
Ausbildungsplätze noch nicht besetzt
Was den Leiter der fast 17 Jahre alten Bowlinghalle vor organisatorische Herausforderungen stellt, sind spontane Weihnachtsfeiern. „Es ist so, dass dann nicht alle gleichzeitig kommen. Manche kommen erst später dazu, nicht alle essen etwas oder zahlen zusammen. Bei einigen kommt noch die hohe Erwartungshaltung dazu“, erläutert er. Zu seinen weiteren Sorgen zählen die noch unbesetzten Ausbildungsplätze für kommendes Jahr: Wegen Corona hatte sich in den vergangenen zwei Jahren niemand beworben und auch für 2023 sieht es düster aus. Innerhalb von zwei Jahren können sich Interessierte zur Fachkraft für das Gastgewerbe ausbilden lassen. Im Anschluss kann ein weiteres Jahr zum Systemgastronom, zur Restaurant- oder Hotelfachkraft angehängt werden.
Keine Probleme bereiten ihm dagegen die aktuellen Lieferschwierigkeiten: Viel sei auf Vorrat da und nichts gehe wirklich aus. „Wir haben nur einmal ein ganzes Jahr auf neue Schuhe gewartet, die kamen aus China“, sagt der Betriebsleiter.
Pläne für die Zukunft gebe es noch nicht – vielmehr will Schösser erstmal schauen, ob die eingeführten Maßnahmen funktionieren, und dann sind da natürlich noch die bevorstehenden Kosten der Endabrechnung für Strom, Wasser und Gas.
Info
Im Internet unter planet-bowling.de