Handball RHEINPFALZ Plus Artikel TuS Dansenberg überzeugt im Derby bei VTV Mundenheim

Marco Binnes von den VTV Mundenheim kommt im Spiel gegen den TuS Dansenberg zum Wurf.
Marco Binnes von den VTV Mundenheim kommt im Spiel gegen den TuS Dansenberg zum Wurf.

Nach zuletzt vier Spielen ohne Sieg feierte der TuS Dansenberg im Drittliga-Derby bei Aufsteiger VTV Mundenheim einen Start-Ziel-Erfolg. Beim 28:22 (15:10) in Mundenheim waren die Gäste in allen Belangen überlegen, vergrößerten mit den beiden Punkten den Abstand zu den Abstiegsrängen.

„Man muss eng zusammenrücken, um in dieser Halle zu bestehen“, sagte Marco Sliwa. Das haben die Gäste über 60 Minuten geschafft. Der erfahrene Trainer nannte einen Grund dafür: „Wir haben von Anfang an sehr präzise gespielt und waren vor allem im Angriff sehr effektiv. Tatsächlich waren die Gäste von Beginn an tonangebend, lagen nach nur fünf Minuten mit 4:1-in Führung. Es waren die Routiniers, die dabei die Verantwortung übernahmen. Jan Claussen zum Beispiel, der von der Spielmacherposition seine Außen und Sebastian Bösing am Kreis ins Spiel brachte, und natürlich Gunnar Dietrich, der zwar nur zwei Treffer selbst erzielte, aber trotzdem zu den Taktgebern im Angriff zählte und ein entscheidender Baustein im Abwehrverbund der Gäste war. „Wir haben eine sehr gute Abwehr gestellt. Darauf konnten wir aufbauen“, nannte der Routinier selbst einen der Schlüssel zum Erfolg. „Wir haben die Halle zum Schweigen gebracht“, ergänzte Sliwa.

VTV-Trainer Steffen Schneider war auf der anderen Seite bedient. „Ich versuche generell immer positiv zu bleiben“, schickte der 34-Jährige voraus, bis er zum Rundumschlag ausholte: „Ich habe bei uns heute niemanden gesehen, der gezeigt hat, dass er nächstes Jahr in der Dritten Liga spielen will.“ Rums. Der Satz hatte gesessen. Zumal er die 60 Minuten zuvor deutlich wiedergab. Kampfgeist und Spielwitz, die die VTV-Mannschaft noch in der Vorrunde ausgezeichnet hatten, waren gegen routinierte und vor allem hochmotivierte Dansenberger nicht mehr zu erkennen.

TuS gerät nur einmal ins Wanken

Ganz so einfach, wie es Luka Wilbrandt, mit fünf Treffern noch erfolgreichster VTV-Angreifer, in seiner Bilanz sah („Wir haben ein paar dumme Tore bekommen und vorne zu viele freie Bälle verworfen“), wollte Schneider das Spiel seiner Mannschaft nicht abhaken. „Es war niemand dabei, der Verantwortung übernommen hat“, schob Schneider hinterher. „Wenn ich wirklich nicht absteigen will, dann muss ich von Anfang an eine andere Körpersprache zeigen“, schimpfte er.

Nur ein einziges Mal geriet das Konstrukt des TuS ein kleines bisschen ins Wanken. Luka Wilbrandt hatte gerade den 5:5-Ausgleich für die VTV erzielt (9.). Die beiden folgenden Gegenstöße verdaddelten die Gastgeber aber eher kläglich. Auf der anderen Seite machte Fabian Serwinski per Gegenstoß und Siebenmeter aus dem Unentschieden und dem möglichen 7:5 wieder ein 5:7 (11.). Ein Rückstand, der für die VTV in der Verfassung vom Samstag zu groß war, weil elementare Grundlagen des Handballspiels fehlten. Sliwa sprach hingegen sogar von der „konsequentesten Chancenverwertung“ in der bisherigen Saison.

Fiedler mit starken zwölf Paraden

Tatsächlich brachten die Torhüter der Mundenheimer kaum eine Hand an den Ball. Schneider wechselte munter durch. Nach Janik Kunz kam Nico Klein und nach der Pause Adrian Cule. Ein „Push von hinten heraus“, wie ihn sich Schneider erhofft hatte, kam von keinem. Das sah beim TuS anders aus, der in Michel Fiedler (zwölf Paraden) einen starken Rückhalt hatte.

So mussten die Gastgeber schon vor der Pause den Kontakt abreißen lassen, zog Dansenberg auf 15:10 davon. Und an eine Aufholjagd war in dieser Verfassung nicht zu denken. Im Gegenteil. Zehn Minuten vor dem Abpfiff sah es sogar richtig bitter aus. Beim 18:28 (54.), lagen die Gäste zehn Tore vorne, nahmen dann aber den Fuß vom Gaspedal und erlaubten den VTV zumindest noch ein wenig Ergebniskosmetik, auch wenn die von den verdienten Roten Karten gegen Bastian Schleidweiler (54.) und Marco Binnes (55.) überschattet wurde.

Aber der TuS hatte den Sieg da schon längst abgehakt, feierte den Derbysieg in fremder Halle. „Es war ein verdienter Sieg. Man hat von Anfang an gesehen, dass wir die VTV nicht unterschätzen“, bilanzierte Sliwa. Gunnar Dietrich glaubte einen weiteren Grund für den deutlichen Sieg erkannt zu haben: „Man hat gesehen, dass Mundenheim nach dem Spiel unter der Woche ein wenig platt war.“ Mehr als Höflichkeit war das aber nicht. Dansenberg war einfach in allen Belangen besser.

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