Kaiserslautern Tolle Wurst
Schön ist das Angebot einer offenen Bühne. Noch schöner ist es, wenn dieses Angebot mit Vehemenz angenommen wird. So geschehen bei der Feier zum einjährigen Jubiläum des Kaiserslauterer Kulturclubs Salon Schmitt am vergangenen Samstag. Von 15 Uhr bis spät in die Nacht hinein wechselten sich vor allem Musiker im Salon ab. Darunter auch viele junge Künstler, die eigens über zum Teil weite Strecken angereist waren. Ansonsten herrschte das bekanntermaßen intime Miteinander im Innenraum und im Hof des Clubs.
Den weiten Weg von Java hierher haben Angana Putra Ciremay und Gabriel Bima Nusantara wegen eines Studienkollegs in Sachen Mechatronik auf sich genommen. Im Schmitt sind die beiden jungen Musiker über Bekannte gelandet. Die beiden Gitarristen und Sänger begeisterten das Publikum im Club mit javanischen Volksweisen, zum Teil mit Rock oder Blues vermischt. Immerhin aus dem Saarland kamen die 1997 und 2003 geborenen Gitarristen Vincent und Leonhard Klein. Auch ihre Musik im Stile des Blues, Rock oder Beat vergangener Jahrzehnte fand Anklang beim zahlreich erschienenen Publikum. Und Artun Subasi mit seinen weichen und eindringlichen, eigenen Songs hatte den Weg aus Offenbach nach Kaiserslautern gefunden. Zum Teil wurden die jungen Musiker über das Internet auf das Schmittsche Jubiläum aufmerksam, zum Teil waren sie mit ihren Familien aus privaten Gründen angereist. Neben den vielen Jungmusikern fanden sich auf der offenen Bühne im Schmitt auch einige bekannte Musiker aus der Stadt. So bot Gitarrist und Sänger Michael Halberstadt einmal mehr die Musik im Stile von Neil Young zwischen Rock, Country und R & B. Unterstützt von einigen seiner Musikschüler, intonierte er diese vielleicht nicht immer unbedingt belebende Musik. Wesentlich schärfer und rhythmischer geriet das Ganze, als am späten Abend etwa der erstklassige Bluesharp-Spieler und Sänger Albert Koch in das Geschehen auf der Bühne einstieg. Nun ging der Dampfer in Richtung Bluesrock und Blues, inklusive Hobo- und On-The-Road-Feeling. Auch der Karlsruher Pianist und Sänger Knut Maurer griff ins musikalische Geschehen ein und steuerte einiges an griffigem Boogie auf den Tasten bei. Sicher waren es am Ende über 20 verschiedenste Musiker, die sich die offene Bühne teilten. „Kultur schadet nie. Und die Würstchen sind gut“, befanden Karl-Heinz Kramer und Margret Schmitts aus der Vorderpfalz und Saarbrücken. Und weiter: „So etwas wie der Salon Schmitt hat in Lautern gefehlt, ein großes Lob an die engagierten Macher des Clubs.“ Der aus dem Ruhrgebiet kommende Christian Geyer sagte: „Ich interessiere mich hier vor allem für die Ausstellungen und die Musik, der Laden passt genau ins Lauterer Musikerviertel.“ Der hiesige Maler Michael Reutlinger meinte: „Hier findet Kultur unkompliziert statt, Klasse dass die Nachbarn alle so mitspielen.“ „Tolle Location, tolle Idee!“ zeigte sich die Pirmasenserin Manuela Noack begeistert. Und: „Hier findet man immer jemand zum Plaudern, dazu sind alle Generationen vertreten.“ Bis weit nach Mitternacht ging die Jubiläumsveranstaltung in der Pirmasenser Straße, Kontakte wurden geknüpft und diese oder jene künstlerische Kooperation besprochen. In seinem ersten Jahr hat sich der Kulturclub Salon Schmitt mehr als bewährt und ist zu einer festen Größe in der Lauterer Szene geworden. Weiter so! Infos Der alternative Kulturclub Salon Schmitt in der Pirmasenser Straße 32 ist immer dienstags von 18 bis 22 Uhr geöffnet (wenn keine Veranstaltung ist). Das aktuelle Programm und weitere Infos findet man im Internet auf der Homepage unter www-salon-schmitts.de.