Kaiserslautern Tischkicker suchen Heimat
Der 1. Kicker Club Kaiserslautern (1. KCK) ist obdachlos. Ab Ende September steht den Tischfußballern das Vereinsheim der Alten Knacker wohl nicht mehr zur Verfügung. Die 60 Mitglieder suchen nun einen neuen Trainingsort.
Die Schließung des Vereinsheims Alte Knacker zum 30. September (wir berichteten) kam für die Mitglieder des 1. KCK überraschend. Insolvenzverwalter Paul Wieschemann hatte sie verkündet. Der Verein Alte Knacker war vor einiger Zeit insolvent geworden. „Von der Schließung haben wir aus der Zeitung erfahren“, sagt Andreas Schmidt, der dem Vorstand des KCK angehört. Seit rund fünfeinhalb Jahren habe der 1. KCK, gegründet im Jahr 2010, die Vereinsräume der Alten Knacker an der Feuerwache gegen eine kleine Aufwandsentschädigung genutzt. Das Vereinsheim sei ideal gewesen, es habe dort ausreichend Platz für die mittlerweile sieben Tischfußballtische des Vereins gegeben. Zudem sei es möglich gewesen, dass die Vereinsmitglieder dort jeden Tag trainieren konnten. Auch Tischfußball-Turniere mit rund 100 Gästen seien problemlos machbar gewesen, zudem habe immer eine Bewirtung zur Verfügung gestanden, zählt Schmidt die Vorteile auf. Die Mitglieder hätten die Räume selbst einrichten und dekorieren können, ein zeitaufwendiges Auf- und Abbauen der Tische war nicht notwendig. Damit scheint es vorbei zu sein. Stattdessen müsse kurzfristig, bis spätestens zum 30. September, eine neue Unterkunft gefunden werden, schildert Schmidt. Das sei nicht einfach. So habe der Verein nur ein begrenztes Budget zur Verfügung, brauche aber gleichzeitig für seine Tische viel Platz. Pro Tisch sei eine Fläche von rund fünf Quadratmetern erforderlich. Hinzu komme der Platz für die Zuschauer, der zwischen den Tischen freigehalten werden müsse. Da viele Vereinsmitglieder mit dem Bus anreisen, könne der Trainingsort nicht in einen Vorort verlegt werden, wo die Mieten günstiger wären, bedauert Schmidt. Eine Anfrage bei der Stadt, ob dort geeignete Räume zur Verfügung stünden, sei leider erfolglos gewesen, erzählt Schmidt. Der 1. KCK habe mittlerweile fast überall nachgefragt. Vorgestern habe es ein erstes Gespräch mit der SG Eintracht gegeben. Ob daraus etwas werde, lasse sich noch nicht sagen. Genau so wenig, ob es vielleicht möglich ist, dass der 1. KCK die Vereinsgaststätte der Alten Knacker auch nach dem 30. September nutzen könnte. Eine Anfrage beim Sportbund soll noch folgen, vielleicht würden sich auch Privatpersonen mit einer Lösung melden, hofft Schmidt. „Es wäre wichtig, dass die Mitglieder nahtlos weiter trainieren können“, sagt Schmidt. Der Verein habe unter anderem Mannschaften in der 1. Bundesliga und in der Landesliga, die Relegation für die Damen Bundesliga rücke näher. Als größter Tischfußballverein in Rheinland-Pfalz sei der 1. KCK eine Anlaufstelle für viele überregionale Spieler. Zurzeit bemühe sich der Verein darum, Landesleistungszentrum für Tischfußball zu werden, berichtet Schmidt. „Kaiserslautern ist dafür als Standort prädestiniert“, ist er überzeugt. Er und seine Kollegen hoffen, dass sich bald ein Ort findet, an dem sie ihre Tische aufbauen können. Zur Not würden auch vier oder fünf Tische reichen, schränkt Schmidt ein. Die Idee, als Verein eine leere Wohnung zu mieten, sei ebenfalls diskutiert worden. Dagegen sprechen allerdings die hohen Mietpreise in der Stadt, die der Verein nicht zahlen könne. Zudem sei er nicht sicher, wie Nachbarn darauf reagieren würden, wenn es beim Training etwas lauter zugehe. „Wir stehen mit dem Rücken zu Wand, wir wissen nicht wohin“, zieht Schmidt ernüchtert Bilanz. Kontakt Wer sich mit einer Idee an den 1. KCK wenden will, kann das per E-Mail an vorstand@1kck.de tun. Weitere Informationen auf der Homepage: www.1kck.de . |jtt