Kaiserslautern Theater im Funk

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Die Spielvereinigung (SpVgg) Widrige Umstände ist gerade dabei, sich in der lokalen Theaterszene zu etablieren. Nicht zuletzt deswegen, weil sie 2014 von sieben weit über regionale Grenzen hinweg bekannten Kunstschaffenden aus der Taufe gehoben wurde. Eine davon ist die schauspielernde Autorin Madeleine Giese, die einmal mehr im Medium Radio vorkommt. Was es damit auf sich hat, erzählt sie in einem RHEINPFALZ-Gespräch.

Ist eine Fläche reines Weiß ein Kunstwerk? Oder nur Leere und kann weg? Erst recht dann, wenn es sozusagen über Nacht in einem Museum hängt? So lauten die Kernfragen der Bühnenstücke aus Gieses Feder: „Kunst“ und „Wo fängt die Wand an?“, kurz „Die Wand“. Beide erlebten ihre Premieren mit Folgeauftritten in der Pfalzgalerie (wir berichteten), dort, wo Arbeiten des Impressionisten und APK-Mitbegründers Max Slevogt einen ganzen Saal einrahmen. Also mittendrin im Haus visueller Künste. Braucht es für den musealen Rundgang nichts als Hinsehen, so fordert das Schauspiel sowohl Augen, als auch Ohren. Denn was die Kunst stummen Aussagens mit Mimik und Gestik erzählt, betrifft meist emotionales Darstellen. Giese studierte die Schauspielerei, stand gut 20 Jahre auf den Bühnenbrettern, bevor sie abrupt ausstieg und zu schreiben begann. Zunächst erschienen Kriminalromane. Mittlerweile ein Roman, zahlreiche Hörspiele und letztlich Theaterstücke. Und da kennt sie sich aus. Weiß vor allem, wie was zu spielen, reden oder verschweigen ist, damit Zuschauer und Zuhörer der Geschichte folgen können. Von Laien kaum hinterfragt, ändert sich das Spiel mit Worten, Gesten, Gerüchen und Geräuschen in jeweils anderen Medien fast komplett. Es ist eine eigene Welt, in der Sinnliches mit abstrakter Sprache zu erfassen ist. Es ist die Autorenwelt der Madeleine Giese. So sehr, dass sie sich erneut hinsetzte und ihr Manuskript „Wo fängt die Wand an?“ zum Hörspiel umschrieb. Dafür musste sie alles streichen, was die Zuschauer optisch begreifen, um Bilder mit akustischen Bezügen zu finden. Ein spannender Prozess, in dem sich einzelne Passagen als neue Ideen manifestieren, die zu wuchern beginnen, neu gedeihen wollen. Giese: „Ein Prozess, in dem ich sie in andere Dimensionen verrücke. Beispielsweise Charakteristika von Museumsbildern: Sie hallen, klingen und werden so für den Radiohörer vorstellbar.“ Den entscheidenden Clou verpasst letztlich der Regisseur. Da es sich hier um eine Produktion des Saarländischen Rundfunks (SR 2) handelt, bekam Martin Zylka den Auftrag. „Er macht das prima!“ Ebenso begeistert sich die gebürtige Saarländerin für die Sprecher Josef Ostendorf (Museumswärter), Martin Reinke (Künstler), Markus Hering (Museumsdirektor) und Tanja Schleiff (Journalistin), bekannte Burgtheater- beziehungsweise TV-Schauspieler. Am Sonntag ist es soweit. Im Programm des SR2 wird das Hörspiel ausgestrahlt. Und auch die Theaterfassung kommt nochmals in die Pfalzgalerie. INFOs Das Hörspiel „Wo fängt die Wand an?“ der Autorin Madeleine Giese läuft am Sonntag, 9. April, 17 Uhr, im Programm des SR2. Das Theaterstück kommt um jeweils 19 Uhr am 3., 5. und 9. Juli nochmals in den Slevogtsaal der Pfalzgalerie; Karten an der Museumskasse.

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