Kusel
Tamara Köcher auf Burg Lichtenberg: Lebhaft und mutig
Die Stimmung in der Zehntscheune war lebhaft und ungezwungen, auch Tamara Köcher hatte es sich hinter dem großen Flügel bequem gemacht und ihre Schuhe ausgezogen, in Socken spielte es sich für sie offenbar leichter. Ihre direkte und sehr persönliche Ansprache ließ eine Wohnzimmeratmosphäre entstehen, das Publikum ging von Anfang an mit.
Ein politisches Statement setzte die Künstlerin, die sich für Diversität und Inklusion engagiert, mit ihrer Interpretation von Kerstin Otts Hit „Regenbogenfarben“. In ausdrucksvollem Sprechgesang erzählte sie mit immer wieder warm aufblühender Stimme von verschiedenen Familienmodellen, die jetzt gleichberechtigt nebeneinander ausgelebt werden können.
Inniges Spiel am Flügel
„Ich wollte eigentlich schon immer meine eigene Musik machen“, meinte Tamara Köcher gut gelaunt, „aber der Musikunterricht ist mir dabei immer wieder in die Quere gekommen.“ Das hat sie aber inzwischen geschafft; Lieder wie „An meiner Seite“ oder „Mauern“ belegen dies eindrucksvoll.
Die Strophenballade „An meiner Seite“ ist einer ihrer ältesten Songs. „Den hab’ ich vor acht Jahren geschrieben und dann beim Abiball gespielt“, erinnerte sich Köcher. In ihr lebhaft bewegtes und doch inniges Spiel am Flügel setzte ihre Stimme ein, klar und kühl, nostalgisch und doch voll verhaltener Energie. Von Momenten der Schwäche und Verzagtheit sang sie hier und von Menschen, die einem in solchen Situationen die Kraft zum Weitermachen geben. „Du kennst meine Grenzen und hilfst mir, sie zu überschreiben.“
Zur Gitarre griff die Künstlerin in ihrem Song „Mauern“. Über Erwartungsdruck und den Ausbruch aus diesem selbst gebauten Gefängnis sang sie da, mit immer kraftvoller werdender Stimme.
Humorige Einlagen
Doch auch der Humor kam in ihrem bunten Konzert nicht zu kurz. Für ihren Vater hat Tamara Köcher die „Wanzenpolka“ geschrieben, einen flotten Song über unliebsame Reisebegleiter. An eine Reise erinnerte auch ihre stimmungsvolle Version von Celine Dions „My Heart will go on“ auf der Harfe.
Volksmusik aus Paraguay, wo Tamara Köcher beim internationalen Freiwilligendienst 15 Monate lang gelebt und Kindern Musikunterricht erteilt hat, stand auch auf dem Programm. Zusammen mit Freddy der Fledermaus ließ sie ihr Konzert zu rauschenden Gitarrenakkorden mit ihrem neuen Song „Mutmoment“ ausklingen.