Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Synchronschwimmen: Wasserballett beim Kaiserslauterer Schwimmsportklub

 Den Stern beherrschen die jungen Synchronschwimmerinnen schon: Vom Beckenrand aus schauen Trainerin Nina Fix (rechts) und Co-Tr
Den Stern beherrschen die jungen Synchronschwimmerinnen schon: Vom Beckenrand aus schauen Trainerin Nina Fix (rechts) und Co-Trainerin Jessica Pfeiffer dem Wasserballett zu.

Der Kaiserslauterer Schwimmsportklub (KSK) springt ins kalte Wasser. Heraus kommt ein Trainingsteam mit 18 Mädels. Nicht ganz unschuldig daran ist die Trainerin und erfahrene Wettkampf-Synchronschwimmerin Nina Fix, auf deren Initiative hin die neue Abteilung entstanden ist.

Im Schwimmbad am Schulzentrum Süd ziehen die Mädels gekonnt ihre Bahnen. Kraulstil vom Feinsten. Schon das Einschwimmen zeigt, die Mädels lieben das Wasser. Genau deshalb sind die sieben- bis elfjährigen Wasserratten ganz glücklich, dass es neben dem Bahnenschwimmen nun noch so viel mehr gibt: Da wäre das Tauchen, das Turnen, das Tanzen, die Akrobatik, das Ballett – und alles in einer einzigen Sportart vereint! Synchronschwimmen halt oder eben Artistic Swimming, wie es im offiziellen Sprachgebrauch heißt.

„Das macht mir alles ziemlich Spaß“, spricht eine der jungen Schwimmerinnen aus, was bei allen nicht zu übersehen ist. Mit Feuereifer sind die Mädels dabei. „Bauch anspannen, Kinn hochnehmen“ wird den Mädels da gerade vom Beckenrand aus zugerufen. Nur, die Mädels sind alle in der Rückenlage auf dem Wasser. Das Kinn nach oben, den Bauch anspannen und auch noch elegant das Bein nach oben ziehen, da scheitern die meisten schon an Land. Die Mädels im Wasser nicht, sie üben und es wird.

Eleganter Tanz im Wasser

Dieses elegante Tanzen im Wasser, diese Leichtigkeit, mit der es Trainerin Nina Fix auszuführen weiß, das wollen sie lernen, wollen vielleicht ja auch mal auf Wettkämpfe gehen. Das dauert natürlich noch, erst seit Oktober läuft der Trainingsbetrieb.

Synchronschwimmen lernt sich nicht mal eben, es ist aufwendig, anstrengend und erfordert Disziplin. Eine Nasenklammer samt Taucherbrille, die erfordert es auch. Ohne Klammer flutet das Wasser etwa bei einem Handstand den Kopf von innen, also kommt das rosa Teil auf die Nase, dann bleibt das Wasser draußen.

„Der Einstieg war natürlich ungewohnt, aber alle Mädchen waren sofort mit Freude und Ehrgeiz dabei“, erläutert Nina Fix, dass es im Training momentan hauptsächlich darum geht, Grundlagen und Techniken zu erlernen. Gymnastische Trockenübungen am Beckenrand gehören genauso dazu wie die Musik und das Hören auf die Musik auch unter Wasser.

„Das Musikstück wird knallhart nach Takten ausgezählt. Jeder Takt und damit jede Zahl ist eine Figur“, erklärt die Trainerin, wie es gelingen kann, dass jedes Mädel zur gleichen Zeit, das Gleiche tut.

„Der Verein ist ins kalte Wasser gesprungen, aber es läuft super. Es ist eine tolle Ergänzung zu dem, was wir sonst anbieten. Das reine Kachelnzählen ist ja nicht für jedes Kind, das Wasser liebt, das Richtige“, bringt Thilo Vollrath, Vorsitzender im Kaiserslauterer Schwimmsportklub, seine Freude über die neue Abteilung im Verein zum Ausdruck. „Die Resonanz ist deutlich größer als erwartet, und die Trainerinnen sind sehr engagiert“, zollt er seinen Respekt für das, was sich im und außerhalb des Wassers tut.

Erster öffentlicher Auftritt im Juli

Es sind tatsächlich mittlerweile drei Trainerinnen. Neben Nina Fix steht Co-Trainerin Jessica Pfeiffer mit am Rand. Unterstützt werden beide von Selina Messer, die in Pirmasens geschwommen ist. Pfeiffer war Mitglied bei den Domnixen in Speyer, einem Verein, der Synchronschwimmen schon länger anbietet. Bislang der einzige in Rheinland-Pfalz. Mit dem KSK sind es nun immerhin zwei Vereine. Die Zusammenarbeit beider Teams ist auf dem Weg, und selbstverständlich werden die Lauterer Mädels bald auch einen eigenen Namen für ihr Team bekommen. „Wir haben schon ein paar heiße Kandidaten“, lacht die Trainerin. Darum wird sich also auch gekümmert. Auch ein Sommer-Trainingscamp im Warmfreibad mit einem öffentlichen Auftritt Anfang Juli steht schon fest. Kaiserslautern soll ja sehen, was sich da Schönes entwickelt.

Den Stern, eine nicht ganz leichte Figur, der hat sich bei den Mädels schon entwickelt, was sie der RHEINPFALZ beim Trainingsbesuch beweisen. Für den Sommer sollen dann gar erste Hebefiguren und erste Akrobatik dazukommen. Erste Wettkämpfe werden folgen. „Dann, wenn die Mädels so weit sind“, sagt die Trainerin. Jungs sind übrigens nicht ausgeschlossen, die dürfen gerne mitmachen. Hat sich nur noch keiner gemeldet. Dabei war Synchronschwimmen doch mal reiner Männersport. Lange her.

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