Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel SV Morlautern hadert bei Oberliga-Niederlage in Ludwigshafen mit dem Schiedsrichter

Tyreece Herzhauser vom SV Morlautern (vorne) kommt im Duell mit Giuliano Cultrera von Arminia Ludwigshafen zu Fall.
Tyreece Herzhauser vom SV Morlautern (vorne) kommt im Duell mit Giuliano Cultrera von Arminia Ludwigshafen zu Fall.

Schwere Zeiten für den SV Morlautern in der Fußball-Oberliga. Eine Woche nach dem ersten Saisonsieg gegen Idar-Oberstein setzte es beim FC Arminia Ludwigshafen mit 0:2 (0:0) die dritte Saisonniederlage. Dabei war ein anderer Spielverlauf möglich.

Drei Schlüsselszenen hatte Morlauterns Trainer Daniel Graf am Freitagabend in der Partie bei Arminia Ludwigshafen ausgemacht. Zwei Mal haderten er und seine Mannschaft dabei mit Schiedsrichter Nicolas Scherer. So vermisste er nach einer unklaren Situation von Arminia-Torhüter Robin Schneider gegen Dennis Jander (18.) einen Elfmeterpfiff. Noch gravierender war die glatte Rote Karte für Maximilian Riehmer fünf Minuten nach der Pause. „Er hat klar zuerst den Ball gespielt“, echauffierte sich der SVM-Trainer. Dass Riehmer mit seiner Grätsche von schräg hinten die Verletzung seines Gegenspielers Nathaniel Esslinger billigend in Kauf genommen hatte, erwähnte er nicht.

An der dritten entscheidenden Situation traf den Unparteiischen aber auch aus Sicht der Gäste keine Schuld. Nach einem haarsträubenden Abspielfehler war Bobby Edet gemeinsam mit gleich zwei Mitspielern allein auf das Tor der Gastgeber zugelaufen, brachte den Ball aber nicht an Schneider vorbei. „Das war die beste Torchance des gesamten Spiels. Da müssen wir einfach das 1:0 machen“, so Graf. Tatsächlich hatten die Gastgeber über die gesamten 90 Minuten zwar deutlich mehr Ballbesitz, verlegte sich der SV vor allem auf gelegentliche Pressingmomente und überfallartige Angriffe, aber wirklich einfallsreich waren die Angriffe der Arminen bis zum Platzverweis nicht. So musste SVM-Torhüter Bakary Sanyang bis dahin praktisch nur einen brenzligen Moment überstehen. Beim Kopfball von Ricardo Antonaci aus kürzester Distanz bewahrte er seine Mannschaft allerdings vor dem durchaus möglichen Rückstand (32.).

SVM hält kämpferisch dagegen

Auch nach dem Platzverweis taten sich die Ludwigshafener, die ihr System von nur einem Stürmer auf ein 4-4-2 umgestellt hatten, gegen die gut organisierte Defensive aus zwei dicht gestaffelten Viererreihen vor dem eigenen Strafraum schwer. Denn kämpferisch hielten die Gäste weiter gut gegen, versuchten weiter offensive Nadelstiche zu setzen, immer wieder unterstützt von den Fehlern in der Viererkette der Gastgeber. So nahm der eingewechselte Florian Bicking (66.) einen ungeschickten Körpereinsatz kurz vor der Strafraumgrenze dankbar an, der fällige Freistoß war dann allerdings nicht sonderlich gefährlich.

Auf der anderen Seite deutete lediglich eine Hereingabe von Spielmacher Nico Pantano (59.) Gefahr an, die in der Mitte gleich von drei Arminen verpasst wurde. Umso überraschender war, dass der FC schließlich doch eine Lücke im Abwehrverbund fand. Antonaci schickte den eingewechselten Noah Maier in den Strafraum und der vollstreckte zur 1:0-Führung (75.). Und Maier war es auch, der fünf Minuten vor dem Ende zur Entscheidung traf. Diesmal allerdings mit reichlich Dusel, denn eigentlich war die Chance nach der Hereingabe des ebenfalls eingewechselten Martin Amoako bereits vertändelt, aber dann wurde der eigentlich harmlose Abschluss gleich mehrfach abgefälscht, und trudelte unhaltbar für Torhüter Sanyang doch noch ins Netz.

Unterschiedliche Bewertungen

„Das sind genau die Aktionen, die wir von Noah sehen wollen“, lobte Arminia-Trainer Chris Chorrosch seinen Doppeltorschützen und war mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden: „Über das gesamte Spiel gesehen war das ein verdienter Sieg für uns.“ Die letzte Chance für Morlautern, noch einmal zu verkürzen, vergab Leopold Mühlen in der Schlussminute.

SVM-Trainer Graf war sich in der finalen Beurteilung des Spiels mit seinem Gegenüber uneinig: „Auf unsere vergebene Chance zum 0:1 hatte der Schiedsrichter keinen Einfluss. Auf alles andere schon.“ Lichtblicke aus seiner Sicht waren die Torgefahr, denn wirklich ernst würde es, wenn sich seine Mannschaft keine Chancen mehr erarbeiten würde, und der Kampfgeist seiner Mannschaft. Der hatte über die gesamten 90 Minuten gestimmt. Tim Ratkowski nutzte seine Chance von Beginn an, war ein ständiger Unruheherd. Und mit elf Mann war die Defensive für den Gegner nahezu undurchdringlich. Zumindest dies seien positive Signale vor dem Heimspiel gegen Wormatia Worms am kommenden Sonntag. Doch bevor es gegen die Wormatia geht, ist die Mannschaft von Graf bereits am Dienstag wieder gefordert. In der vierten Rundes des Verbandspokals geht es dann um 19.30 Uhr zum Landesligisten SV Hermersberg.

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