Kaiserslautern SV Ixheim erzwingt „Endspiel“ gegen VfR Kaiserslautern

MARTINSHÖHE. Am Mittwoch (19 Uhr in Ramstein) kommt’s zum Aufstiegs-Endspiel in die Bezirksliga zwischen dem VfR Kaiserslautern und dem SV Ixheim. Die Ixheimer zogen mit ihrem 4:1 (2:0) über den FV Kusel mit dem VfR gleich. Die Kuseler sind aus dem Rennen: Wie zuvor gegen die Lauterer (2:3) mussten sie sich einem in fast allen Belangen überlegenen Gegner beugen.
Selten sind mehr als 400 Zuschauer so ruhig geblieben wie gestern auf der Martinshöher Sportanlage. Rund um den wunderbar gepflegten Rasen wollten so gar keine Emotionen hochkochen. Zu klar war aber auch die Angelegenheit: Der Vizemeister der A-Klasse Pirmasens-Zweibrücken war mit Ausnahme einer kurzen Leerlauf-Phase deutlich Herr im neutralen Haus. Die Kuseler präsentierten sich ideenlos und müde, verloren zu allem Überfluss auch noch früh ihren spielenden Trainer. Waldemar Wilms musste nach elf Minuten verletzt passen. Für ihn kam Routinier Markus Berndt, der sich ums Haar mit einem Eigentor eingeführt hätte, knapp neben dem eigenen Pfosten zur Ecke klärte. Es war die erste Torszene nach 15 Minuten Sommerfußball. Zunehmend aber entwickelte sich aus dem Bummelzug Ixheim ein Express. Auf rechts fühlte sich Maximilian Gabriel immer wohler, preschte immer wieder gefährlich nach vorn und entfaltete einiges mehr an Wirkung als der spielende Teil des SVI-Trainergespanns. Gjevdet Shabani gelang auf links merklich weniger. Trotzdem bahnten die Ixheimer ihrer Führung über die rechte Flanke den Weg. Mohamed Nagi Abdell war ausgewichen und hatte klug auf Bujar Beqiri gepasst, der Stürmer tauchte frei vorm zu zögerlich angreifenden Kuseler Keeper Dietrich Pankowski an den Ball und vollstreckte (21.). Acht Minuten später wurde ein neuerlicher Anlauf Gabriels über rechts belohnt: Im gestern bärenstark agierenden Max Groh fand sich ein dankbarer Abnehmer für Gabriels Vorarbeit. Nichts schien mehr anbrennen zu können. Doch die Ixheimer leisteten sich zwei Kunstpausen. Eine gleich nach dem Wechsel, die zweite ab Mitte der zweiten Halbzeit. Viel mehr als ein laues Morgenlüftchen schnupperten die Kuseler nicht, es reichte allerdings zum Anschlusstreffer. Nach einer Ecke des eingewechselten Pawel Wilms – der in nur 25 Minuten mehr Konstruktives zustande brachte als so manch anderer der Grün-Weißen über die Gesamtdistanz – köpfte Blerim Azemi ungestört ein. Die SVI-Abwehr war offenbar eingenickt. „Wichtig war, dass wir dann gleich das 3:1 nachgelegt haben“, war sich Shabani nach dem Abpfiff mit seinem Coach-Kollegen Bernd Utzinger einig. Nur drei Minuten nach dem Kuseler Treffer fand ihr Team die richtige Antwort. Groh glänzte diesmal als Vorbereiter, schickte Christian Ohlinger, der keine große Mühe mehr hatte. Gabriel setzte seiner vorzüglichen Leistung die Krone auf, als er wiederum nur drei Minuten später die allerletzten Restzweifel beseitigte. „Klar, man verliert ja nicht gern. Aber auch heute hat unser Gegner völlig verdient gewonnen“, sagte Kusels Trainer Johann Steuer. „Ich kann aber keinem Vorwürfe machen. Man muss ja sehen, dass wir einen Endspurt mit sechs Siegen hingelegt haben, der uns ja erst in die Relegation geführt hat.“ Utzinger übte sich derweil als Euphoriebremse: „Noch haben wir uns nur die Aufstiegschance offen gehalten.“ So spielten sie SV Ixheim: Hunsicker - Hein, Ohlinger, Marz, Styben - Glöckler, Groh - Gabriel, Mohamed Abdell (78. Strass), Shabani (73. Nguyen) - Beqiri (80. Tomelleri) FV Kusel: Pankowski - Diner, Jan-Hendrik Steuer, Glas - Michael Steuer (65. Pawel Wilms), Probst - Azemi, Waldemar Wilms (11. Berndt), Häßel - Frey (59. Niebergall), Lichtenwald Tore: 1:0 Beqiri (21.), 2:0 Groh (29.), 2:1 Azemi (77.), 3:1 Ohlinger (80.), 4:1 Gabriel (83.) - Gelbe Karten: Hein - Berndt, Häßel - Beste Spieler: Gabriel, Groh, Glöckler - Häßel, Pawel Wilms - Zuschauer: 426 - Schiedsrichter: Schlindwein (Rheinzabern).