Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Suboptimal: Queen-Tribute-Show in der Fruchthalle

Optisch top, die Stimme - naja: Freddie-Mercury-Darsteller Sonny Ensabella.
Optisch top, die Stimme - naja: Freddie-Mercury-Darsteller Sonny Ensabella.

Der Abend hätte perfekt werden können: Ein gutes Ambiente in der Fruchthalle, darin ein erwartungsvolles Publikum aus der ganzen Region, auf dem Programm bekannte Songs der britischen Kult-Band Queen, live gespielt von der erfolgreichen italienischen Tribute-Band QueenMania. Es kam am Mittwochabend etwas anders.

Und das lag am Sound, der die Vokalparts von Sänger und Freddie-Mercury-Darsteller Sonny Ensabella, vorsichtig ausgedrückt, suboptimal erscheinen ließ. Singen kann er, das bewies er schon in unzähligen früheren Konzerten. Aber seine Singstimme wirkte an diesem Abend speziell in den Höhen permanent unsauber und quäkend. Die Tontechnik bekam das schrille Problem nicht in den Griff. Der ganze Auftritt litt darunter.

Abgesehen von einigen Besuchern, die in der Pause ihren Unmut darüber äußerten und solchen, die das Konzert vorzeitig verließen, ließ sich das Publikum davon nicht weiter beirren. Vielleicht gewöhnte man sich im Laufe der über zwei Konzert-Stunden an den ungewohnten Sound. So sang man denn ganze Passagen aus immergrünen Queen-Hits wie „I want it all“ und „Radio Ga Ga“ laut mit, applaudierte im Stehen, wagte im Randbereich vor der Bühne gar ein paar ausgelassene Tanzschritte zu den mitreißend und von ein paar Einspielungen abgesehen komplett live gespielten Hits der großen Vorbild-Band.

Die Show stimmt

An der Performance an sich und der Show gab es ja auch nicht viel zu kritisieren. Ensabella gab in ständig wechselnden, an originalen Vorlagen orientierten Bühnen-Kostümen den Mercury-Epigonen, seine Musiker-Kollegen Luca Colombo an der Gitarre, Luca Nicolasi am Bass und Paolo Valli hinterm Schlagzeug unternahmen mit ihm zusammen in perfekter technischer Kooperation und mit viel Gefühl für den jeweils besonderen Charakter der oft sehr unterschiedlichen Titel eine unterhaltsame Zeitreise in die Blütezeit von Queen. Einblendungen von historischen Queen-Aufnahmen über der Bühne und eine ausgeklügelte Lightshow rundeten das positive Bild in diesem Bereich ab. Das war schon beeindruckend und ließ das vokale Problem bisweilen etwas in den Hintergrund treten.

Wie gut die Musiker in der Tat sind, zeigte sich vor allem in deren Soli im zweiten Teil der Show (hier vor allem im spektakulären Intermezzo von Gitarrist Luca Colombo) und an zwei Stellen, die Sonny Ensabella zusammen mit dem Special Guest des Konzerts, der britischen Sopranistin Sylvie Gallant, vokal gestaltete. Hierbei ist besonders das einst mit Montserrat Caballé entstandene Duett „Barcelona“ zu nennen – es generierte reichlich Gänsehaut-Momente, die indes auch in dieser Kombination durch den mangelhaften Sound getrübt wurden. Sei’s letztlich drum. Man hatte alles in allem seinen Spaß mitten in der Woche, und die Zugaben-Titel „We Will Rock You“ und „We Are The Champions“ setzten dann auch noch einmal einen furiosen Schlusspunkt unter einen akzeptablen, halt leider nicht perfekten Abend.

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