Kaiserslautern Stolze Römerin und kantiger Holzfäller

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Die beiden passen zusammen wie Arsch auf Eimer. Margie Kinsky und Bill Mockridge („Lindenstraße“) sind nicht nur erfolgreiche Comedians, Schauspieler und Autoren, sondern seit 34 Jahren auch ein glückliches Paar mit sechs Söhnen. Im Congress-Center Ramstein präsentierten die beiden ihr erstes gemeinsames Bühnenprogramm „Hurra, wir lieben noch!“. Knapp 300 Zuschauer waren begeistert.

„Ich lebe mit sieben Männern zusammen, davon habe ich sechs selber gemacht“, so stellt sich Margie vor, und die sechs seien alle von ein und demselben Mann. Ihr Gatte – kanadisch, praktisch, kantig, ein richtiger Holzfäller eben. „Wer ist am längsten verheiratet unter den Besuchern?“, will das Paar wissen. Elke und Werner, stellt sich heraus. Wie sie sich kennengelernt hätten? Er sei ihr zugelaufen. Sie dürften sich in der Pause als Preis ein Buch abholen, scherzt Margie, geht dann aber in medias res und schildert, wie sie ihren Mann kennengelernt hat. „Ich war 1982 bei einem Casting für das Improvisationstheater ,Springmaus‘ in Bonn.“ Die Römerin studierte dort Romanistik und suchte einen Nebenjob. „Ich komme in den Workshopraum rein, wie immer eine Idee zu spät, und rufe: ,Bin ich hier richtig? Bist du der kanadische Schauspieler, der hier den Workshop gibt?‘“ War es Liebe auf den ersten Blick? Margie bestreitet es. Bill sei ein Musketier mit schulterlangen Haaren gewesen und habe sofort mit dem Säbel gerasselt. „Ja, und du bist zu spät. Dann kannst du gleich mal auf die Bühne!“ Alle hätten sich vor Lachen die Bäuche gehalten, so Bill, als sich ihr „Gummigesicht“ verwandelt und zwischen Rot, Orange und Purpur changiert habe. „Ich hatte den Job und den Kerl“, triumphiert die stolze Römerin. Dann kam die Hochzeitsreise. „Das ging mit dem Holzfäller ja alles ziemlich flott“, erzählt Margie. „Schwanger, zusammenziehen, heiraten.“ Der Holzfäller sei mächtig stolz auf sein Kanada. „Toronto, geil. Da kann ich shoppen gehen“, sei ihr erster Gedanke gewesen. Aber nein, es musste in die Natur gehen, in das Land der großen Seen, Wälder und Elche. „Das wird die schönste Woche meines Lebens“, habe sich Bill gefreut. Margie hingegen habe vor lauter Mücken, Kakerlaken und Spinnen im Zelt nicht schlafen können, während Bill nach anstrengender Kanufahrt gleich eingepennt sei. Seine Frau plane alles, nehme ihm sogar das Denken vorweg, sie organisiere alles neu – „Küche, Wohnzimmer, Schlafzimmer“, sagt Bill, „und nach einem halben Jahr kannte sie mich besser als ich mich selbst nach über 70 Jahren“. So seien eben die Frauen. „Schon der liebe Gott hat gemerkt, dass Adam allein nicht zu Potte kommt“, ergänzt Margie, „in drei Tagen hat Eva das ganze Paradies neu organisiert und Adam sogar ein frisches Feigenblatt angehängt.“ Es heiße ja auch deshalb Para-dies und nicht Para-der. Margies Hirn sei wie eine Lichterkette, spottet Bill, und für jede einzelne Lampe gebe es ein Ereignis, das sie nie vergesse, weil die Lampe ewig brenne. Die beiden sprühen nur so vor Temperament und sind fantastische Erzähler, die ihre Hörer zwei Stunden lang (mit Pause) in Bann schlagen. Sie streiten sich, quatschen einander dazwischen und verstehen sich wieder blendend. Dann kommen die Kinder – wie die Orgelpfeifen. „Mir ist das Geschlecht egal“, mein Bill, „Hauptsache, der Junge ist gesund.“ Streit gibt es über die Namen. „Stars nennen doch ihre Kinder nach dem Ort, wo sie entstanden sind, wie Brooklyn oder Paris“, schlägt Margie vor. „Soll ich meinen Sohn ,Küchentisch‘ taufen oder im Kindergarten über ihn rufen: ,Flokati, komm her‘“, entgegnet Bill. Wenn er bis in die Einzelheiten über die Geburtsvorbereitungen berichtet, Pressen und Hecheln anschaulich vormacht, kringeln sich die Besucher, und wenn sie über Kindergarten- und Schulzeit erzählen, kriegt man Lachkrämpfe. „Ich bin zu spät, weil, meine Mama arbeitet nachts“, habe sich Luke mal in der Schule entschuldigt. Und unter Mobbing hätten die Jungen auch leiden müssen: „Hey, Kevin, dein Vater bumst die Mutter Beimer“, habe ein Mitschüler gesagt. Bill dreht schier Pirouetten vor Lachen, als seine Frau das erzählt. Lange anhaltender, begeisterter Beifall.

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