Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Stadtmuseum erinnert an seinen Namensgeber Theodor Zink

Vor 150 Jahren geboren: Theodor Zink (1871−1934).
Vor 150 Jahren geboren: Theodor Zink (1871−1934).

Mit einer Gedenkstunde erinnert das Lauterer Stadtmuseum am Freitagabend an seinen Gründer und Namensgeber Theodor Zink. Der Regionalhistoriker, Sachbuchautor und Konservator wurde vor 150 Jahren geboren.

Das Museum hat gleich doppelten Grund zum Feiern. Im November jährt sich außerdem zum 85. Mal seine Eröffnung. An den rührigen Heimatforscher Theodor Zink erinnern darüber hinaus Straßennamen in seinem Heimatort Ulmet (Kreis Kusel) sowie in Kaiserslautern und Bruchmühlbach-Miesau.

Theodor Zink war das elfte Kind eines Lehrers und ging nach dem Besuch des Lauterer Studienseminars ebenfalls in den Schuldienst. Er unterrichtete in Obereisenbach (Kreis Kusel), Heltersberg (Kreis Südwestpfalz), Niederauerbach (heute ein Stadtteil von Zweibrücken) und Würzweiler (Donnersbergkreis), ehe er anno 1900 nach Kaiserslautern versetzt wurde.

Verdienste um Volks- und Heimatkunde

Abseits vom Klassenzimmer trug er eine große volkskundliche Sammlung zusammen, zog mit der Fotokamera durch die Dörfer und schrieb eine Vielzahl von Büchern und Aufsätzen zur Regionalgeschichte. 1907 erschien der erste Band seiner „Deutschen Geschichte auf heimatlicher Grundlage“.

„Die Volkskunde war“, wie der Pfalzkenner Viktor Carl schreibt, „sein eigenstes Gebiet und hier besonders die Mundartforschung, die Namenkunde, die Sachgutforschung und die Volkskunst. Ihm ist es zu verdanken, dass eine planmäßige Sammlung pfälzischer Flurnamen einsetzte.“

Konservator der „Altertümer“

Den Gedanken, Zinks ständig wachsendes Depot in ein eigenes Museum zu überführen, machte der Erste Weltkrieg kurzfristig zunichte. Nachdem der Lehrer mit 44 Jahren aus dem Kriegsdienst entlassen worden war, kehrte er zur Schule zurück. Erst 1922 wurde er Konservator an der Lauterer Landesgewerbeanstalt, wo er die Abteilung „Inventarisation der pfälzischen Handwerksaltertümer“ übernahm. In Zusammenarbeit mit dem aus Kollweiler stammenden Fotografen Reinhold Wilking (1899-1944) legte er ein umfangreiches Bildarchiv an, zudem kaufte er neue Objekte für die Antiquitäten-Sammlung an.

Ab 1926 stellte ihm die Stadt eigene Ausstellungsräume in der Steinstraße zur Verfügung. Als auch sie zu eng wurden, wanderte die Sammlung in die einstige Spittelmühle am Stiftsplatz. Wenige Wochen vor der Einweihung dieses neuen Museums starb Theodor Zink im Herbst 1934 mit 63 Jahren an einem Herzinfarkt. Als es unter Leitung seines Nachfolgers Hermann Moos (1896-1950) offiziell eröffnet wurde, erhielt es den Namen seines verstorbenen Gründers und firmierte als „Volkskundemuseum der Pfalz“.

Einstiges Domizil am Stiftsplatz

Die Exponate waren zunächst im Obergeschoss, ab November 1936 dann im kompletten Gebäude zu sehen. Dem Ungeist der Zeit gehorchend, wurden vermeintlich germanische und „nordische“ Traditionen besonders betont, bis im Kriegsjahr 1941 die Schließung kam. Die Spittelmühle überstand zwar die Bombenangriffe, wurde aber nach dem Krieg abgerissen.

Jahre später gelang dem verdienten Historiker Ottheinz Münch (1909-1977) die Einrichtung eines neuen Museums zur Stadtgeschichte. Die volkskundliche Sammlung blieb jedoch weitgehend außen vor. Der Einsatz eines „Förderkreises für das Theodor-Zink-Museum“ führte 1978 nach viel Mühe und (Überzeugungs-) Arbeit zur Wiedereröffnung in einem alten Gehöft in der Steinstraße; später kam der gegenüber gelegene Wadgasserhof hinzu.

Auch der Wadgasserhof gehört dazu

Neben der Dauerausstellung zeigen beide Flügel immer wieder Sonderschauen zu kulturhistorischen, ethnologischen, regional- und kunstgeschichtlichen Themen. Ihr damaliger Leiter Jens Stöcker bezeichnete die Einrichtung 2015 als „Paradebeispiel eines aus bürgerschaftlichem Engagement erwachsenen Museums“.

Heute werden das Theodor-Zink-Museum und der angegliederte Wadgasserhof vom Historiker Bernd Klesmann geführt, der seit der Neustruktur der Verwaltung auch fürs Stadtarchiv zuständig ist. In der Feierstunde, die das Museum zusammen mit dem Historischen Verein der Pfalz ausrichtet, hält Klesmann einen Vortrag.

Info

Die „kleine Feierstunde mit Vortrag“ zur Erinnerung an Theodor Zink findet am Freitag, 19 Uhr, im Stadtmuseum statt.

Hier lagern die Relikte der Stadtgeschichte: Blick in den Innenhof des Lauterer Stadtmuseums.
Hier lagern die Relikte der Stadtgeschichte: Blick in den Innenhof des Lauterer Stadtmuseums.
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