Kaiserslautern STADTLEBEN: Hunde und Pferd und eine Kobra

Placeholder-Image

Aus dem warmen, sonnigen Sri Lanka ins winterkalte Kaiserslautern. „Die Eingewöhnung hier war schlimmer als umgekehrt“, bekennt Christine Zimmer. Im Oktober war die junge Frau aus Kaiserslautern, die in Hamburg Erziehungswissenschaften studiert, für ein dreimonatiges Praktikum im Eliya-Kinderheim von Angelika Riedlinger abgereist. Seit vergangener Woche ist sie – den Kopf voller Eindrücke und Erinnerungen – zurück. Der Gedanke, vor dem Einstieg in den Beruf noch einmal raus zu kommen, hatte sie motiviert: raus aus Europa und dies nicht bloß für ein paar Wochen, sondern für längere Zeit. Es sollte etwas mit Kindern sein und es wurde – nachdem ein anderes Projekt kurzfristig abgesagt worden war – das Kinderheim am Indischen Ozean. „Ich kannte Angelika Riedlinger aus Kaiserslautern. Sie hat es möglich gemacht, dass ich noch kommen konnte“, berichtet die angehende Erzieherin. Sie hat mehr als nur Erfahrungen im Umgang mit Kindern gesammelt. „Man wird furchtbar spontan da“, erzählt sie. Mit zuletzt sechs weiteren Praktikantinnen hat sie beispielsweise Pläne für die Nachmittagsbeschäftigung oder den Englischunterricht von 18 Mädchen und sieben Jungs zwischen sechs und 17 Jahren gemacht. Pläne, die oft umsonst waren, weil es dann doch meistens anders kam. Schwierig auch, mit den Heimmüttern pädagogisch auf einen Nenner zu kommen. Zimmer hat gelernt: „Man muss einsehen, dass man nur für einen begrenzten Zeitraum dort ist und nicht das ganze System umkrempeln kann.“ Christine Zimmer beschreibt ihren Bungalow in drei Minuten Entfernung zum Kinderheim „mit Riesengarten, zwei Hunden, einem Pferd und einer Kobra“, den sie sich mit zwei ständig wechselnden Praktikantinnen geteilt hat. Sich ständig auf eine neue Mitbewohnerin einzustellen, war noch eine Lektion, die sie in der Zeit gelernt hat: „Man lebt zusammen und nimmt, was kommt.“ Außerdem: „Wenn man den traumhaftesten Strand von Sri Lanka drei Minuten von der Haustür entfernt hat, kann man woanders Abstriche machen. Man muss halt wissen, worauf man sich einlässt.“ Der Abschied von den Kindern sei ihr unglaublich schwer gefallen, erzählt die Rückkehrerin. Von ihrem Aufenthalt im Kinderheim zurückgeblieben ist die Facebook-Seite, die sie mit anderen Praktikantinnen so ausgebaut hat, dass das Eliya-Kinderheim seine Helfer und Sponsoren jetzt auf ganz aktuellem Stand halten kann. (krh)

Mehr zum Thema
x