Kaiserslautern STADTLEBEN: Hotelbetrieb macht Spaß
„Ein besseres Fitnessstudio gibt es für mich nicht.“ Wenn Herbert Folz in seinem Haus in der Buchenlochstraße unterwegs ist, dann nie mit dem Aufzug. Immer zu Fuß. Treppauf, treppab. „Das hält fit“, meint der Inhaber des Hotels Zollamt. Seit 31 Jahren führt er die noble Herberge nahe der Technischen Universität Kaiserslautern zusammen mit seiner Frau Doris. Wie die Uni gewachsen ist, hat sich auch das Hotel 2003 nach der Erweiterung und der Zusammenlegung von drei Häusern weiter entwickelt. Letztes Jahr wurde Haus 2 total renoviert. „Es ist eine Aufgabe, die uns ständig begleitet. Dinge, die man von außen nicht sieht, für die Gäste aber wichtig sind.“ Mit Kaiserslautern habe sich auch das Klientel in den vergangenen drei Jahrzehnten verändert, blickt Herbert Folz zurück. Waren es anfänglich Pfaff und das Guss- und Armaturenwerk, die ihre Gäste im Zollamt unterbrachten, sind es heute die Universität, die Institute entlang der Trippstadter Straße und innovative Unternehmen, die mit ihren Gästen für die Auslastung des Hotelbetriebs sorgen. Von der Schließung des Dorint-Hotels habe die gesamte Hotellerie der Stadt profitiert. Das Haus, ein „altes Flaggschiff“, sei in die Jahre gekommen. Es hätte optisch und technisch gründlich renoviert werden müssen. Das hätte der Eigentümer nicht mehr bezahlen wollen, mutmaßt der Hotelier. Die 33 Zimmer des Zollamts, überwiegend Doppelzimmer, werden heute weitgehend als Einzelzimmer belegt. „Ein Komfort, den viele Gäste nicht missen wollen.“ Mit dem Abstieg des 1. FCK in die Zweite Liga habe sich das Buchungsverhalten an den Wochenenden verändert. Die Belegung sei dann rückläufig. Was die Zukunft des Hotels Zollamt betrifft, darüber ist sich Herbert Folz noch nicht im Klaren. Mit 65, denen er demnächst entgegensieht, sei der Ruhestand greifbar. Doch der Hotelier fühlt sich noch fit. „Mir macht die Arbeit Spaß. Irgendwann werden wir entscheiden müssen, wie es mit dem Betrieb weitergeht.“ (jsw)