Kaiserslautern STADTLEBEN: Europa näher kennenlernen

Die junge Frau weiß, was sie will. Als ihr das Hinweisschild „Europa-Direkt-Informationszentrum“ am Rathaus ins Auge fiel, überlegte sie nicht lange. Bei Gerhard Degen, dem Leiter des Zentrums, bat sie um ein Praktikum. Seit April ist Elena Sipos damit beschäftigt, was sie seit ihrem Studium an der Universität Bukarest interessiert: Europa besser kennenzulernen. „Ich bin Europäerin“, sagt die 24-Jährige selbstbewusst und stellt ihre Nationalität in den Hintergrund. In ihrer Heimat hat die Rumänin „Europäische Verwaltungswissenschaften“ studiert, mit dem Master abgeschlossen. Das Praktikum im Informationszentrum kommt ihr sehr gelegen. Sie hilft mit, Seminare und Projekte vorzubereiten. War bei der Feier zum Europatag im Theodor-Zink-Museum involviert und informierte am Europastand beim Europaweiten Aktionstag der Menschen mit Behinderung. Seit September des vergangenen Jahres wohnt Elena Sipos in Kaiserslautern bei Bekannten. „Ich wollte die deutsche Sprache lernen.“ Die erlernte sie in den ersten Monaten ihres Aufenthalts bei der Volkshochschule. Nicht nur, dass sie Englisch, Spanisch und Französisch spricht. Zwischenzeitlich spricht sie auch passabel Deutsch. „Der Deutschkurs war super!“ In Bukarest engagierte sie sich ehrenamtlich beim „Centre for Academic Excellence“ und informierte in einer Online-Redaktion Studierende per Newsletter und Soziale Medien über Auslandsaufenthalte. Vor der Europawahl im Jahr 2014 war es ihr ein Anliegen, Gymnasien zu besuchen und junge Menschen über europäische Institutionen und ihre Rechte als EU-Bürger zu informieren. Mit dem Praktikum im Europa-Direkt-Zentrum hat Elena Sipos ins Schwarze getroffen. „Ich kann meine Kenntnisse über Europa erweitern und meine Deutschkenntnisse verbessern.“ Zusätzlich erhält sie ein Taschengeld. Auch wenn sie Kaiserslautern noch nicht ganz entdeckt hat, ist ihr eines aufgefallen: „Kaiserslautern ist multikulturell, Kaiserslautern ist bunt.“ Sie habe viele Menschen kennengelernt und sich dabei nicht als Ausländerin fühlen müssen. Wenn sie Mitte des Jahres wieder nach Bukarest zurückkehrt, weiß sie jetzt schon, was sie will. Anfangen wird sie mit ihrer Doktorarbeit. Das Thema liegt nahe. Unter die Lupe nehmen will Elena Sipos die europäischen Bürgerrechte. (jsw)