Kaiserslautern STADTLEBEN: Die Wirtin und ihre Pokalhelden
Zu einem großen Sieg gehört auch eine große Feier. Und natürlich hielten sich auch die Fußballer des SV Morlautern an dieses Drehbuch. Nach ihrem 2:1-Triumph am vergangenen Donnerstag im Verbandspokalendspiel gegen Wormatia Worms in Pirmasens und damit ihren Einzug in die erste Runde des DFB-Pokals wollten sie und ihre Fans den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte auch gebührend feiern. Und so fuhren sie nach den Freudentänzen im Stadion und der Siegerehrung mit dem Bus vom Ort ihres großen Sieges, dem Sportpark Husterhöhe, auf direktem Weg ins Vereinslokal nach Morlautern. Dort empfing sie die Wirtin Alice Flickinger-Pleickhardt. Wann genau die Pokalhelden im Lokal angekommen seien, wisse sie nicht mehr, sagt Alice Flickinger-Pleickhardt, die seit nunmehr acht Jahren die Gaststätte führt und schon manche Siegesfeier erlebte, aber noch keine wie die am vorigen Donnerstag. In dieser Zeit ist die Vereinswirtin zu einer Anhängerin des SVM geworden. Und so war es für sie klar, dass sie zusammen mit ihrer Mutter und ihren beiden Schwestern zum Pokalfinale nach Pirmasens fahren würde. Von der Haupttribüne aus sah sie die dramatische Pokalpartie, sie bangte mit der Morlauterer Mannschaft und jubelte nach dem erlösenden Schlusspfiff. „Schon als das 2:1 fiel, waren alle außer Rand und Band“, schildert sie ihre Pokaleindrücke. Nach dem Spiel begann dann aber für sie die Arbeit. Zuerst ging’s vom Stadion zurück nach Morlautern, das Vereinslokal wurde geöffnet, und die Pokalsause konnte steigen. Klar, dass es hoch herging. Überschwänglich feierte die Mannschaft mit Trainern und Fans diesen Pokalsieg. Aber auch „viele Fremde“, die sie noch nie zuvor im Lokal gesehen habe, seien mit von der Partie gewesen. Es wurde gesungen, getanzt und aus Zwei-Liter-Pils-Gläsern eine Menge Bier geschluckt. Und trotz des schier unstillbaren Durstes der Feiernden gingen der Gerstensaft und auch der Schnaps nicht aus. Wenige Tage zuvor hatte nämlich die vorausschauende Wirtin Bier nachbestellt und damit auch ihr Vertrauen in die Mannschaft bekundet. Hätten doch im Falle einer Niederlage die vorhandenen Bierbestände wohl ausgereicht. Spät endete die Siegesfeier, und noch später ging für Alice Flickinger-Pleickhardt der Tag und die lange Nacht zu Ende. „Aber bei so einem Erfolg“, sagt sie, „hat mir die Arbeit Spaß gemacht.“