Kaiserslautern STADTLEBEN: Auf nach Irland

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Viele Pfälzer wollten im 18. Jahrhundert in die USA auswandern, wurden aber in Irland von den Engländern festgehalten. Einige blieben für immer dort. Mit 16 Jahren begann Roland Paul Auswanderer-Schicksale zu erforschen. Erst privat, dann beruflich als Leiter des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde in Kaiserslautern. Seit einem halben Jahr ist er im (Un-)Ruhestand und bietet über das Hanhofener Unternehmen Palatina Kunst und Kultur Reisen nach Irland und die USA an. Am 17. Juli wird er mit Interessierten nach Irland fliegen und sich auf die Spuren der Pfälzer Auswanderer begeben. „1709 gab es den ersten Massenexodus. In Süddeutschland gab es viele Missernten“, berichtet der Forscher. Die englische Königin habe den Pfälzern die Überfahrt in die USA zugesichert. „Das hat sich vor allem im deutschen Südwesten herumgesprochen. Tausende fuhren daraufhin nach England“, erzählt Paul. Doch es waren zu viele für die Engländer. Die Kapazitäten der Schiffe reichten nicht aus. Die englische Regierung ließ Zeltstädte in der Nähe von Greenwich errichten. Die Pfälzer blieben über ein Jahr in der Zwischenunterkunft. In England wurde der Begriff der Poor Palatines geprägt – die armen Pfälzer. „Rund 3700 Pfälzer brachte die Regierung Englands nach Irland, allesamt Protestanten. Sie sollten dort den Protestantismus stärken“, erläutert Paul. Sie seien als Pächter auf Gütern in der Nähe der Stadt Limerick angesiedelt worden. In Rathkeale gründeten sie das „Irish Palatine Museum“ (irisch-pfälzisches Museum). Dort kann man sich über die Geschichte der Pfälzer Auswanderer informieren. „Die Sprache haben sie längst vergessen. Ein paar Vereinsmitglieder sprechen noch deutsch“, sagt Paul. Ab dem 17. Juli zeigt er Interessierten eine Woche lang die Spuren der Pfälzer in Irland. |ccd

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