Kaiserslautern
Stadt- und Kreissparkasse fusionieren
Landrat Ralf Leßmeister, Verwaltungsratsvorsitzender der neuen Sparkasse, sprach am Montag von einem historischen Ereignis, das mit der Fusion der beiden Bankhäuser vollzogen werde. Er erinnerte daran, dass der Verhandlungsprozess lang war. „Wir sind personell hervorragend aufgestellt“, so Leßmeister. Geleitet wird die neue Sparkasse von einem Führungstrio. Neuer Vorstandsvorsitzender ist Kai Landes, stellvertretender Vorsitzender Hartmut Rohden. Uli Starck, bislang Stadtsparkasse, komplettiert den Vorstand. Der bisherige Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse, Karl-Heinz Dielmann, war zum Jahresende in den Ruhestand gegangen.
Durch Zusammenschluss wettbewerbsfähiger
„Wir sind jetzt konkurrenz- und wettbewerbsfähiger durch den Zusammenschluss.“ Mit einer Bilanzsumme von rund fünf Milliarden Euro sei die Sparkasse Kaiserslautern das drittgrößte Institut in Rheinland-Pfalz, so der Landrat. Er versicherte, dass die neue Sparkasse ihr gesellschaftliches Engagement auch durch Stiftungen weiter fortführen werde.
Oberbürgermeister Klaus Weichel erklärte, im Zuge der Verhandlungen seien Stadt und Kreis enger zusammengerückt, es habe viele vertrauensbildende Maßnahmen gegeben. Zwischen den neuen Vorstandsmitgliedern stimme die Chemie. Das Vorgehen war alternativlos. „Auch angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase waren wir uns der Notwendigkeit der Fusion bewusst“, so Weichel.
Erträge rückläufig
Warum an der Fusion kein Weg vorbeiführte, erklärte der Vorstandsvorsitzende Kai Landes. Die Erträge der Sparkassen seien deutlich rückläufig, das Kundenverhalten habe sich durch die Digitalisierung verändert, die Regulatorik nehme immer mehr Raum ein. Zusammen seien die beiden Sparkassen deutlich effektiver.
Landes sagte, dass die Arbeit mit dem neuen Namen längst nicht abgeschlossen ist. Bis September müssen die Kunden- und Kontenbestände zusammengeführt werden, das sei technisch herausfordernd und sehr komplex. Bis dahin werden die Kunden von der Fusion nichts merken. Ziel sei es, generell die Auswirkungen für die Kunden so gering wie möglich zu halten. Landes erwartet für die kommenden Jahre eine Stabilisierung der Ertragslage.
Hohe Eigenkapitalquote
Laut seinem Stellvertreter Hartmut Rohden soll künftig die Beratung im Detail intensiviert werden. Das soll eine Stärke der neuen Sparkasse sein. Dank der hohen Eigenkapitalquote bleibe die Versorgung des Mittelstandes mit Krediten ein wichtiges Feld. Rohden wird sich künftig vornehmlich um das Privatkundengeschäft kümmern, Vorstandskollege Starck um die gewerblichen Kunden.
Uli Starck sieht die neue Sparkasse vor allem auf einem nachhaltigen Weg. Als äußeres Zeichen dafür sollen in den nächsten Monaten 68 Bäume gepflanzt werden, in den Stadtteilen von Kaiserslautern und in den Ortsgemeinden im Kreis.
42 Geschäftsstellen in Stadt und Kreis
Die neue Sparkasse beschäftigt 802 Mitarbeiter, 196 davon arbeiteten bislang bei der Stadtsparkasse, die anderen bei der Kreissparkasse. Sie unterhält 42 mit Personal besetzte Filialen und verfügt über ein Eigenkapital von 464 Millionen Euro.
Die Kreissparkasse hat ihren Ursprung im Jahr 1867. Damals wurde sie als Sparkasse für die Stadt Landstuhl gegründet. 1874 kam die Distriktsparkasse Otterberg hinzu. Der Neubau der Kreissparkasse in der Kaiserslauterer Fackelstraße erfolgte 1936. Im Jahr 2006 fusionierte die Kreissparkasse mit der Stadtsparkasse Landstuhl, die Hauptstelle am Altenhof wurde generalsaniert.
Die Stadtsparkasse war in Kaiserslautern im Jahr 1836 gegründet worden. 1955 bezog die Sparkasse den Neubau am Stiftsplatz, der 1966 zur Luisenstraße hin erweitert wurde. 2003 war die Hauptgeschäftsstelle umgebaut worden.
