Kaiserslautern Solarpark statt Hotels oder Aussichtsturm
«Bann.» Der höchste Punkt in der Verbandsgemeinde Landstuhl ist auf dem 474 Meter hohen Hausberg bei Bann zu finden. Der Landstuhler Hörnchenberg, durch den der Autobahntunnel verläuft, misst 453 Höhe, der Kahlenberg nordwestlich von Bann 464 Meter über Normalhöhennull (NHN).
Zu den höchsten Bergen der Pfalz zählt der Hausberg sicher nicht, wohl aber gilt er als höchste Erhebung der Sickinger Höhe. Im östlichen Bereich der Banner Gemarkung gelegen, gehört er einerseits noch zum nordwestlichen Teil des Pfälzerwaldes, andererseits aber auch schon zum nordöstlichen Bereich der Westricher Hochfläche und damit auch zur Sickinger Höhe. Dadurch, dass der hochflächige Bergrücken teilweise bewaldet ist und nur teilweise Ackerbau betrieben wird, ist von hier aus keine Rundumaussicht möglich. Bis vor wenigen Jahren hatte sich hier an der höchsten Stelle noch eine amerikanische Militäreinrichtung befunden. Nach dem Wegzug der Amerikaner konnte das Gelände von der Gemeinde Bann erworben werden, die es dann schließlich an die Pfalzwerke AG verpachtet hat. „Damals“, sagt der frühere Ortsbürgermeister Arnold Germann, „lagen von der Errichtung eines Aussichtsturmes bis hin zum Bau eines Hotels viele Vorschläge auf dem Tisch, die der Gemeinderat erörterte. Wir entschlossen uns aber, das Gelände der Pfalzwerke AG anzubieten, zumal die Strommasten noch von den Amerikanern her standen.“ Heute befindet sich auf dem Areal ein im Dezember 2010 in Betrieb genommener Solarpark, für den die Pfalzwerke eine Spitzenleistung von 466,75 Kilowatt (kWp) angeben. Durch den angrenzenden Wald ist eine Fernsicht nur in süd/südwestliche Richtung möglich. Im Hintergrund ist dort der sieben Kilometer entfernten Ort Weselberg, etwas weiter westlich in fünf Kilometer Entfernung die Gasverdichterstation Mittelbrunn und in nahezu greifbarer Nähe die Hochfläche des Kahlenbergs, zu erkennen. Überall lassen sich auch die für die Sickinger Höhe typischen Windräder ausmachen, durch den Staubgehalt der heißen Sommerluft jedoch nur mehr oder weniger deutlich. Ganz anders werden die Aussichtsmöglichkeiten nur wenige hundert Meter vom höchsten Punkt in Richtung der rund 2300 Einwohner zählenden Gemeinde Bann. Hier, in der Nähe des angrenzenden Brunnenberges, „dessen zahlreiche Quellen über Jahrhunderte hinweg die Bännjer mit Wasser versorgt haben“, wie Germann erläutert, lässt sich zwischen Obstbäumen und Hecken hindurch der eine oder andere Blick auf den Ort und die dahinter liegende Anhöhe erhaschen. Ein kurzes Stück führt der Wirtschaftsweg dann nach rechts und eine völlig andere Ansicht offenbart sich. Im Hintergrund Richtung Norden liegt schemenhaft im Pfälzer Bergland sowohl der Donnersberg als auch der Potzberg, weiter vorn Ramstein-Miesenbach und der Flugplatz. Hier kann man auch gut nachvollziehen, wie die Sickinger Höhe die Westricher Niederung in einer Doppelschichtstufe um rund 200 bis 250 Meter überragt. Die erste Stufe dieses steil abfallenden Geländes, teils Ackerland und zum Teil bewaldet, liegt direkt unter dem Betrachter und begrenzt den Blick in die einstige Moorniederung. Weiter links ist dann auch schon ein Teil des Banner Wohngebiets zu sehen, dahinter dann der Aufstieg am Kahlenberg zur oberen Schichtstufe, zur Sickinger Höhe. Die Serie „Hoch hinauf“ geht es in den Sommerferienwochen im „Marktplatz regional“: zu höchsten Punkten, himmelnahen Orten und auf Dächer.