Kaiserslautern
Software aus Kaiserslautern organisiert Helfer rund um die Europameisterschaft in München
In der Allianz-Arena stellten Henning Wiescher und Markus Leonhard Anfang Mai ihre Software vor, mit der der Einsatz der freiwilligen Helfer in München während der Fußball-EM koordiniert werden soll. Sie waren ein Punkt eines dreistündigen Programms, das live aus der Allianz-Arena, der Heimspielstätte des FC Bayern München, gesendet wurde. Es ging dabei um das größte Fußball-Turnier Europas, von dem im Juni vier Spiele in der bayerischen Hauptstadt stattfinden werden. Wiescher berichtet gegenüber der RHEINPFALZ von einem engen Zeitplan der Übertragung: 19.40 Uhr Corona-Test, 19.55 Uhr hoch ins Studio, 20.10 Uhr auf Sendung. Davor und danach viel Fußballprominenz: die beiden ehemaligen Bayernspieler Giovane Elber und Phlipp Lahm sowie die zweifache Fußball-Europameisterin Célia Šašić. „Rund 300 Zuschauer waren im Stream dabei“, berichtet Wiescher.
Markus Leonhard ist von Haus aus Eventmanager, hat auch schon bei der WM in Kaiserslautern 2006 in Sachen Volunteers Erfahrungen gesammelt, es folgten Einsätze bei den Freiwilligenprogrammen bei Olympischen Spielen, etwa im kanadischen Vancouver sowie in der britischen Hauptstadt London im Jahr 2012. 2018 war Leonhard laut Wiescher für das Volunteer-Programm bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin verantwortlich. Sauer aufgestoßen sei ihm dabei aber die Software, die rund um die Veranstaltung und die Helfer im Einsatz war. Da sah Leonhard Luft nach oben, viel Luft. „Henning, Du programmierst doch“, sei Leonhard damals im Anschluss an ihn herangetreten, berichtet Wiescher weiter. Da müsse doch etwas gemacht werden.
Programm aus Kaiserslautern hat drei Teile
Wiescher nahm, wie er erzählt, das Ganze anfangs etwas auf die leichte Schulter, dachte, dass das Problem mittels eines einfachen Tabellenkalkulationsprogramms zu lösen sei. „Ich musste feststellen, dass das doch nicht nur mit Excel-Tabellen zu lösen ist“, berichtet er der RHEINPFALZ augenzwinkernd. Also stieg er tiefer ein und lieferte ein Programm, das grob in drei Stücke unterteilt werden kann. Da gibt es zum einen eine Website, auf der sich die Helfer registrieren können, dabei auch Angaben machen können zu ihren Sprachfertigkeiten und ihren Verfügbarkeiten. Daneben gibt es ein Programm, das die Dienstpläne ausarbeitet sowie eine App, die dann letztendlich auch auf den Mobiltelefonen der Helfer zu finden sein wird.
Diese App ermöglicht es laut Wiescher, den Volunteers nicht nur untereinander zu kommunizieren, sondern auch die Einsichtnahme in den jeweiligen Schichtplan für den Tag. „Und es gibt eine Check-in-Funktion mittels QR-Code.“ So könnte das Koordinierungsteam immer genau ablesen, ob an den jeweiligen Orten die richtige Anzahl von Helfern auch im Einsatz ist, oder ob noch nachgesteuert werden muss. In München gibt es sogar zwei Volunteerprogramme: eines, das vom europäischen Fußballverband Uefa aufgelegt wurde, das zweite, für das die Kaiserslauterer Firma die Software erstellt hat, wurde von der Stadt München ins Leben gerufen. Für die Stadt wurden laut Wiescher rund 500 Helfer angeworben, die auf rund 450 Schichten verteilt werden müssen. An etwa 30 Tagen sind die Volunteers im Dienst, zu besetzen sind rund 3000 Einsätze, so dass jeder Helfer an etwa sechs Tagen arbeiten muss, rechnet Wiescher vor.
Die EM in München, wo drei Gruppenspiele der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft sowie ein Viertelfinal-Spiel geplant sind, musste im vergangenen Jahr bekanntlich um ein Jahr nach hinten verschoben werden. Beworben hatten sich Leonhard und Wiescher mit ihren bereits existierenden Firmen. Im vergangenen Dezember gründeten die beiden dann eigens eine Firma für ihre Software, Eventvolunteers.de. Die gibt es seit Dezember 2020.