Kaiserslautern
So lief der „Tag des Pfalztheaters“ auf der Gartenschau
Der „Tag des Pfalztheaters auf der Gartenschau“ hat am Pfingstmontag zahlreiche große und kleine Besucher angelockt und damit Einblicke in die aktuelle und die kommende Saison geboten. Bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen füllten sich der Neumühlepark und der Kaiserberg über fünf Stunden mit vielen Besuchern.
Für einen Rundgang vom Eingang bis zum Rosengarten im Neumühlepark und weiter an den Dinos vorbei hinauf zum Kaiserberg hatte das Theaterteam aus Ensemblemitgliedern und Verwaltung zahlreiche Haltepunkte eingerichtet. Los ging es in der Veranstaltungshalle, wo Interimsdirektor Daniel Böhm mit Ausschnitten aus der Puccini-Oper „Madama Butterfly“ den Auftakt machte. Die Pfalzphilharmonie Kaiserslautern unter der Leitung des zweiten Kapellmeisters Massimiliano Lezzi sowie die Sänger Arminia Friebe und Daniel Kim sorgten für Gänsehaut und Tränen in den Augen des Publikums.
Im Anschluss bot sich der Auftritt von Günther Fingerle mit Frank Kersting am Klavier in der gegenüberliegenden Blumenhalle als nächstes Ziel an. Mit Marlene Dietrichs „Koffer in Berlin“ und „Wer wird denn weinen…“ begeisterten sie das Publikum. Vor dem Eingang zur Halle, in der später zwei Schauspiel-Workshops für Familien stattfinden sollten, hatten die Ankleider historische Kostüme für Groß und Klein bereitgestellt. Anprobieren und Fotografieren war angesagt. Die neunjährige Maya wählte eine „sehr schwere“ schwarze Lederjacke und einen mächtigen Cowboyhut, während ihre Mutter ein glitzerndes Gewand trug. Monika Paul, eine weitere Interessentin, fühlte sich in ihrem langen Federkleid als Vogel sehr wohl.
Rasentheater lässt den Tiger fliegen
Langweilig wurde es an diesem Nachmittag niemandem. Bei einer „Open Session“ mit den „Skate Rats“ May & Clair war an der Skateranlage im Neumühlepark viel los, ebenso wie am Stand mit den heiß begehrten Glitzertattoos. Die Maskenabteilung bot Motive zum Ausmalen an: Schmetterlinge, Fische, Mond, Herzchen und Musikinstrumente. Eltern warteten gespannt darauf, welche Motive ihre Kinder wählen würden.
Philipp Müller vom Jungen Theater (Jup) brachte mit „Singdings“ im Rasentheater sein Ensemble und die zuschauenden Eltern in Bewegung. Das Motto: „Fliegen wie ein Tiger“. Später sorgten der Kinder- und Jugendchor sowie der Opernchor des Pfalztheaters auf der Open-Air-Bühne für Unterhaltung. Auf dem Weg zum Kaiserberg präsentierten die Schauspieler Hannelore Bähr und Martin Schulz-Coulon einen Ausschnitt aus Wolfgang Borcherts „Draußen vor der Tür“. In der Nähe des Teichs an der Lauter schlüpfte Bähr mit lang fließendem silberfarbenen Haar und blauem Gewand in die Rolle der „Elbe“, die einen Selbstmörder in ihren Fluten nicht akzeptieren wollte. Mehr davon gibt es ab Oktober auf der Werkstattbühne zu sehen.
Viele interessieren sich für Theaterprogramm
Mit Songs aus der Rockoper „Jesus Christ Superstar“ zogen Valerie Geis, Johannes Fritsche und Johannes Hubmer mit Frank Kersting am Klavier die Zuschauer in der Weidenkirche und drum herum in ihren Bann – freie Plätze waren kaum mehr zu ergattern. Bekannte Titel wie „I don’t know how to love you“ begeisterten das Publikum. Den passenden biblischen Text dazu lieferte Dramaturg Andreas Bronkalla.
Astrid Vosberg und Frank Kersting brachten Hits aus dem Songdrama „Ewig jung“ von Erik Gedeon auf den Kaiserberg, wie „We will rock you“ und „I love Rock ’n’ Roll“, die auch auf den Bänken und Mauern rund um die Weidenkirche enthusiastisch aufgenommen wurden.
Eine Besucherin fasste den Gesamteindruck des Angebots des Pfalztheaters auf der Gartenschau so zusammen: „Wunderschön wie jedes Jahr.“ Sie hob hervor, dass das Programm durch seine zeitliche Staffelung nicht hektisch wirkte. Auch der kommissarische künstlerische Direktor Daniel Böhm und die kaufmännische Direktorin Simone Grub zeigten sich im RHEINPFALZ-Gespräch ausgesprochen zufrieden. Ihr Fazit: „Es hat sich gelohnt, es war für alle etwas dabei.“ Alle Veranstaltungen, insbesondere die Jup-Veranstaltungen für junge Eltern, wurden sehr gut angenommen. Zudem verzeichnete das Pfalztheater ein starkes Interesse am Kartenverkauf und den Programmen für die kommende Spielzeit.