Kaiserslautern
Skatebahn geht in die Winterpause: Skater wollen künftig größere Anlage
„Das Modellprojekt Skatepark ist geglückt, unsere Erwartungen wurden übertroffen. Wir haben unglaublich viel Andrang hier an der Rampe, auch heute an einem mittelwarmen Herbsttag, mehr als gedacht“, erzählt Maximilian Rogge am Mittwoch – zwei Tage, bevor der Skatepark für dieses Jahr schließt. Der junge Mann ist stellvertretender Vorsitzender der SkateRats, einem Skateverein in Kaiserslautern. „Es ist sehr cool, was hier passiert, es ist ein Treffpunkt von verschiedensten Menschen aller Altersklassen, egal welcher Herkunft, mit verschiedensten Berufen. Auch mehrere Generationen, Väter kommen mit ihren Söhnen. Wir haben eine große Vielfalt an Menschen hier“, zieht Rogge ein durchweg positives Fazit.
Bis die Skaterampe in der Innenstadt – Ludwigstraße/Ecke Benzinoring – neben dem Albert-Schweizer-Gymnasium stand, dauerte es. Es war ein langwieriger Prozess. Die Stadt legte im Frühjahr 2024 Pläne für einen Platz für Jugendliche in der Löwenstraße vor. Nach Verzögerungen bauten Architekturstudenten der Uni schließlich im Herbst 2024 eine Rampe aus Holz, die dann dort aufgestellt wurde. Tim Kopta, Vorsitzender der SkateRats, unterstützte dabei. Aufgrund von Lärmbeschwerden der Anlieger wurde aber schnell deutlich: Ein Skatepark hat in der Löwenstraße keine Zukunft. Also suchten Stadt und Skateszene weiter, um endlich die Idee einer Skateanlage zu verwirklichen. Die SkateRats starteten eine Petition, wären gerne zentral am Willy-Brandt-Platz – direkt vor dem Rathaus – untergekommen. Dort traf sich die Szene schon seit vielen Jahrzehnten.
„Cooler Standort“ wird gut angenommen
Am Ende schlug die Stadt den jetzigen Standort vor. Die Skatebahn – ursprünglich von der Stadt aus Mitteln des Programms „Innenstadtimpulse“ finanziert und angemietet – ist mittlerweile auch in ihren Besitz übergegangen: „Der Standort hier ist cool, die Bäume spenden im Sommer Schatten und schützen gut vor Nieselregen. Nur die siebenspurige Straße nervt ein bisschen“, kommentiert Rogge.
Das Design der Rampe entwarfen Mitglieder des Vereinsvorstandes in Kooperation mit Tim Schulze. Die Anlage wurde bewusst einsteigerfreundlich gestaltet, biete aber auch spannende Herausforderungen für Fortgeschrittene: „Wir können hier für alle Levels etwas bieten. Ob klein oder groß, ob man fahren kann oder nicht“, betont Rogge.
Der öffentliche Park hat zwar feste Öffnungszeiten, davon abgesehen kann aber jeder kommen und gehen, wann er will. Zweimal in der Woche boten die SkateRats zudem Training auf dem Gelände an. Samstagvormittags für Anfänger, montagabends für Fortgeschrittene.
Keine Alternative für den Winter
Dass es jetzt also am Freitag in die Winterpause ging, sieht Rogge zwiegespalten: „Auf der einen Seite ist die Rampe eine Holzkonstruktion, die über Winter definitiv Schaden davontragen wird. Auch jetzt gibt es schon Schäden, die repariert werden müssen. Es bröckelt an den Rändern, der Lack geht teilweise ab. Je mehr es regnet, je mehr das Holz aufquillt, desto gefährlicher wird es, die Rampe zu befahren. Daher ist es sinnvoll, den Park über Winter zu schließen, sodass er nach den nötigen Reparaturen nächstes Jahr wieder fahrbereit ist.“
Auf der anderen Seite hat der Verein sonst keine Möglichkeit, über Winter zu skaten: „Daher ist es sehr traurig, wir sind aktiv auf der Suche nach einer Skatehalle.“ Wenn jemand eine Halle oder ähnliches zu Verfügung stellen könne, könne er sich über Instagram oder die Webseite des Vereins jederzeit melden. „Unser großes Ziel ist es, eine Indoorskating-Einrichtung zu etablieren. Für Trainings, Kurse und als Begegnungsstätte“, erzählt Rogge.
Stadt lässt Rampe ausbessern
Zudem bedauert er, dass die Stadt ihnen aus ihrer Sicht erst sehr kurzfristig mitgeteilt habe, dass die Rampe bereits am Freitag geschlossen wird. Im März soll der Skatepark wieder öffnen, die SkateRats wünschen sich, dass die Anlage dann auch weiter ausgebaut wird. Aktuell fehlen etwa noch Mülleimer und eine Beleuchtung. Des Weiteren gibt es Überlegungen, die Rampe zu erweitern oder Basketballkörbe aufzustellen. Die SkateRats stehen laut Rogge dafür im Austausch mit dem Jugendparlament. Bis Frühjahr werden nun aber erst einmal Schäden an der Rampe ausgebessert; die Mittel dafür stellt laut Stadtverwaltung das Citymanagement bereit.
„Der Traum wäre ein großer, wetterfester, ganzjährig befahrbarer Skatepark aus Beton. Das hier soll weiter wachsen, es wäre schade, wenn wir es nicht nutzen, es wird gut angenommen, die Kinder kommen“, meint Rogge mit Blick auf die Zukunft.