Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Sieg in Aachen: FCK-U19 trotzt allen Widerständen

Sorgt für den Siegtreffer in der 86. Minute : Marvin Yüsün (Mitte).
Sorgt für den Siegtreffer in der 86. Minute : Marvin Yüsün (Mitte).

Am sechsten Spieltag der U19-DFB-Nachwuchsliga trafen die jungen Roten Teufel auf die Nachwuchskicker von Alemannia Aachen. Was anfangs nach einem sicheren Sieg aussah, entwickelte sich im zweiten Abschnitt zu einem Nervenkrimi. Eine strittige Rote Karte, Glanzparaden und ein später Siegtreffer bestimmten Hälfte zwei.

„Das waren Emotionen pur. Wir haben uns alle unglaublich gefreut“, beschreibt FCK-Trainer Eimen Baffoun seine Gefühlslage beim entscheidenden 1:0-Siegtreffer. Der aufmerksame FCK-Keeper Enis Kamga hatte den Angriff zuvor mit einem langen Ball auf Jeremiah Mensah eingeleitet. Der gab die Kugel mit einem Kontakt weiter und schickte Marvin Yüsün ins Laufduell. Yüsün präsentierte seine volle Geschwindigkeit, zog am Gegenspieler vorbei und verwandelte schließlich zum erlösenden 1:0-Siegtreffer (86.).

„Wir haben sehr gelitten unter dem Spiel, unter dem Gegner und auch unter dem Schiedsrichter, der viele Situationen anders als wir gesehen hat. Und am Ende des Tages machen wir dann doch noch das 1:0. Das war wirklich befreiend“, berichtet Baffoun erleichtert.

Schiedsrichter entscheidet zweimal gegen den FCK

Trotz einer torlosen ersten Hälfte waren die Roten Teufel zum Pausenpfiff noch siegessicher. Die angereisten Pfälzer waren das tonangebende Team und hatten zwei sicher geglaubte Chancen nur knapp vergeben. „Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis wir das 1:0 machen“, berichtet Baffoun über den ersten Abschnitt. Doch nur vier Minuten nach Wiederanpfiff wurde die Partie völlig auf den Kopf gestellt: „Aachens Keeper springt unserem Stürmer auf den Rücken und hält ihn fest. Unser Stürmer fällt daraufhin zu Boden. Das wäre eigentlich ein Elfmeter für uns. Und dann gehen beide Kopf an Kopf gegeneinander“, beschreibt Baffoun die Geschehnisse. Schiedsrichter Lambertz entschied aber völlig anders: Freistoß für die Heimelf und wegen des Gerangels bekam FCK-Spieler Kian Ramadani die Rote Karte, Aachens Schlussmann Paul Ervens kam mit einer Gelben Karte davon und durfte weiterspielen. „Da waren wir völlig perplex. Wir haben mit allem gerechnet, aber nicht damit“, berichtet der FCK-Trainer.

Nur kurz darauf stand der Alemannia-Strafraum erneut im Brennpunkt. Nach einem Eckball konnte Aachens Keeper Ervens nur halbherzig klären, schon am Boden, griff er an die Beine von Kian Scheer und hinderte diesen daran, weiter zum Ball zu gehen. Der Schiedsrichter stand gut, bewertete die Situation aber anders und ließ weiterspielen.

Torwart Enis Kamga sichert den Erfolg

Ohne eine Führung im Rücken und mit einem Mann weniger mussten die Roten Teufeln nun die restliche Zeit überstehen. Die Alemannia hatte nun mehr Auftrieb, doch Keeper Enis Kamga zeichnete sich mit einer starken Leistung aus und verhinderte gleich zwei hundertprozentige Chancen. Der FCK hatte noch zwei Kontermöglichkeiten, doch nach der Manier: „Alle guten Dinge sind drei“ zappelte die Kugel erst beim dritten Anlauf im Netz zum erlösenden 1:0.

In der zehnminütige Nachspielzeit kochten die Emotionen noch mal auf. Eine Backpfeife landete im Gesicht eines FCK-Akteurs. Ein Tor fiel aber nicht mehr und FCK-Trainer Baffoun durfte sich über die hart erarbeitenden drei Punkte freuen: „Wir haben alle Widerstände überwunden und als Mannschaft eine riesige Leistung abgeliefert. Wir haben von der ersten bis zur letzten Minute unser Ding durchgezogen. Ein verdienter Sieg.“

Am Sonntag gegen SV Wehen Wiesbaden

Mit der vollen Punkteausbeute stehen die Roten Teufel nun auf Rang vier der Nachwuchsliga, dicht hinter dem punktgleichen 1. FC Köln. Die Kölner konnten am Wochenende ebenfalls einen 1:0-Sieg einfahren. Gegner war der SV Wehen Wiesbaden, der am Sonntag die nächste Aufgabe der Roten Teufel ist.

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