Schwimmen RHEINPFALZ Plus Artikel Seit Wochen auf dem Trockenen

Vor verschlossener Tür: Mirko Obradovic am Eingang des Warmfreibades.
Vor verschlossener Tür: Mirko Obradovic am Eingang des Warmfreibades.

Mirko Obradovic sitzt seit Wochen auf dem Trockenen. Dem KSK- und Schulschwimmtrainer hat Corona das Wasser bis auf den letzten Tropfen abgegraben. Langsam sehen er und seine Schwimmer wieder Wasser in Sicht. Ganz langsam.

Das Leben von Mirko Obradovic hat sich in den letzten Jahren in Kaiserslautern ziemlich nah an den Schwimmbecken im Monte Mare, im Schulzentrum Süd und natürlich in den Wettkampfbecken des Landes und darüber hinaus abgespielt. Obradovic ist Schwimmtrainer beim Kaiserslauterer Schwimmsportklub (KSK), lässt seine Wettkampfschwimmer auf Wettkämpfen nicht alleine, und er trainiert im Lehrbecken am Schulzentrum Süd die Schüler. Hinzu kommt die Organisation der Wettkämpfe im Monte Mare. Jedenfalls war es so bis Mitte März. Seitdem sind bekanntlich alle Becken geschlossen. Der letzte große Auftritt der KSK-Schwimmer war im Februar bei den deutschen Mannschaftsmeisterschaften.

Was macht ein Schwimmtrainer nun, der ziemlich unfreiwillig auf dem Trockenen ist? „Wenn ich ehrlich bin, bin ich nach einer stressigen Zeit, die über Jahre hinweg ging, erst einmal runter gekommen. Ich habe die Zeit für mich genossen“, gibt Obradovic zu, dass ihm das Wasser persönlich zwar gefehlt, er die viele freie Zeit aber erst einmal zur Aufarbeitung eines persönlichen Rückstaus genutzt hat. Lange dürfe die Auszeit allerdings nicht mehr dauern, wird er nun allerdings ein wenig unruhig.

Kreative Trainingsideen

Sportlich hat er sich beim Radfahren und beim Laufen fit gehalten. „Es sind auch schon mal einige meiner Schwimmwettkämpfer mitgelaufen“, erzählt er, dass er nicht immer alleine im Wald gelaufen ist. Dass sich seine Wettkämpfer daheim fit gehalten haben, davon ist er überzeugt. „Wir haben in normalen Zeiten zusammen gutes Krafttraining mit Eigengewichtsübungen gemacht“, sagt er und ist sicher, dass viele auch zu Hause, soweit es möglich war, sich daran erinnert und geübt haben. „Den Schwimmern wurde ja auch ziemlich das Wasser abgegraben“, stellt er fest und freut sich, welch kreative Trainingsideen da seitens seiner Wettkampfschwimmer entwickelt wurden und wie viele sich im Internet an den angebotenen Übungseinheiten zur Verbesserung der Kraft, der Ausdauer oder der Koordination beteiligt hätten. Er selbst hat allerdings keine Tipps ins Internet gestellt, sagt er.

Für den KSK ist bislang nicht nur das Wasser tabu. Auch in dem vereinseigenen kleinen Kraftraum ist seit März kein Training erlaubt. Auch dort herrscht das noch immer gültige offizielle Trainingsverbot.

Ganz langsam kommt nun Bewegung in diese virale Geschichte, wenngleich es erst mal kleine feine Wellen sind, die da aufkommen. Wann genau das Warmfreibad wieder für das Training zur Verfügung steht und wie dann Training aussehen kann, ist noch recht vage. „Reguläres Training wird es wohl nicht sein“, verweist Obradovic auf normale Einheiten, bei denen schon mal zehn Schwimmer auf einer Bahn unterwegs sind und genau auf dieser auch wieder zurückschwimmen. Das wird so erst einmal nicht funktionieren. Der Trainer lotet derzeit Möglichkeiten aus, die ein geordnetes Ankommen im nassen Element baldmöglichst wieder erlauben – wann immer dann die Bäder aufgehen.

Leinen trennen die Bahnen

„In Rodenbach macht das Bad am Donnerstag auf. Dort werden Leinen die Bahnen trennen“, freut sich Mirko Obradovic, dass dann zumindest auf einer Bahn hoch und auf der anderen zurückgeschwommen werden kann. Es wird ein Anfang sein, mehr nicht. Das Bad im Schulzentrum Süd, das öffnet frühestens nach den Schulferien. Dort ist das Wasser bereits abgelassen. Wann es in den oder in einem der Bäder in Kaiserslautern wieder für die Schwimmer losgeht, da steht noch immer ein Fragezeichen.

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