Kaiserslautern
Schule als „prägender Lebensraum“: Stephanie Dojani ist die neue Leiterin des ASG
Wer die neue Schulleiterin im Unterricht erleben will, muss die Fächer Biologie und Chemie belegen. Das hängt auch damit zusammen, dass die 48-Jährige nicht immer als Lehrerin gearbeitet hat. Vor ihrer Laufbahn im Schuldienst des Landes Rheinland-Pfalz studierte Dojani Biologie an der Uni in Kaiserslautern und arbeitet dort nach dem Abschluss noch einige Jahre weiter. „Das Studium hat mir viel Spaß gemacht, es war eine tolle Zeit an der Uni“, sagt die promovierte Biologin. Ihr Spezialgebiet war die Ökologie. Aber nicht nur in dem Teilbereich der „Lehre vom Leben“, wie Biologie übersetzt heißt, gebe es Zusammenhänge zwischen ganz vielen Elementen zu entdecken. „Es ist ein komplexes Zusammenspiel, auf vielen Ebenen greifen die Dinge ineinander“, hat Dojani beobachtet.
Etwa 850 Schülerinnen und Schüler, rund 70 Lehrer und Lehrerinnen
Die Analogie zum Schulbetrieb liegt da nahe. Wenn täglich an die 1000 Menschen – rund 850 Schüler und etwa 70 Lehrer gehören zum ASG – in einem Gebäude, zu einer bestimmten Zeit zusammenkommen, um gemeinsam zu lehren und zu lernen, dann ist das nicht selbstverständlich, das läuft nicht von allein. „Wir lernen hier viel mehr als nur Fachwissen“, ist sie überzeugt. Schule sei „ein wichtiger Lebensraum“, in dem Kinder und Jugendliche viel Zeit verbringen, prägende Jahre verleben. „Das ist eine Sicht, die früher womöglich unterschätzt wurde.“
Das ASG hatte Dojani, wie sie sagt, bereits länger im Auge, als dort die Nachfolge von Eva Wenzel-Staudt zu besetzen war, bewarb sie sich – und wurde genommen. „Ich hatte drei Integrierte Gesamtschulen kennen gelernt, nun wollte ich mal noch eine andere Schulform erleben.“ Was sie bisher am Albert-Schweitzer erlebt habe – „eine engagierte Schülerschaft, engagierte Lehrer, engagierte Eltern“ –, gefalle ihr sehr gut: ein buntes schulische Leben mit zahlreichen Arbeitsgemeinschaften, Schulpartnerschaften und Schwerpunkten auf Sprachen (alt und neu) und Musik. „Der Bedarf für Latein ist da“, unterstreicht Dojani, regelmäßig gibt es am ASG in der Oberstufe auch Leistungskurse nicht nur in Latein, sondern auch in Altgriechisch und Musik. Außerdem sei das ASG auch Europa-Schule. „Der europäische Gedanke ist im Moment sehr, sehr wichtig“, sagt die neue Leiterin.
Dojani ist als Quereinsteigerin in den Lehrberuf gekommen. Nach einigen Jahren an der Uni – nach Diplom und Promotion in Biologie studierte sie Chemie – machte sie ein Praktikum an einer Schule, sammelte erste Lehrerfahrungen. „Ich wollte wissen, ob das etwas für mich ist“, sagt sie. Wissensvermittlung und Schule war offensichtlich ihr Ding. Nach dem Referendariat an der Integrierten Gesamtschule (IGS) im südwestpfälzischen Thaleischweiler-Fröschen, an der sie im Anschluss noch einige Jahre blieb, gar in die Schulleitung aufstieg, wechselte Dojani 2019 an die IGS in Enkenbach-Alsenborn, die sie fünf Jahre leitete. Zusätzlich wurde ihr noch die Leitung der IGS Deidesheim-Wachenheim übertragen. Mit dem neuen Posten rückt Dojani, die mit Mann und zwei Kindern in Erlenbach lebt, auch näher an den Wohnort. „Ich bin sogar schon ein paar Mal mit dem Rad zur Schule gekommen“, sagt sie.
Die RHEINPFALZ bekam nicht das erste Interview
Seit einigen Wochen ist Dojani nun im Amt, sie lerne ihre neue Schule gerade kennen. „Ich wurde gut aufgenommen, lebe mich ein, lasse mich auf alles ein“, berichtet sie. Nicht zum ersten Mal: Ein Antrittsinterview mit der Schülerzeitung habe sie auch schon absolviert. „Ich fühle mich wohl, und es gefällt mir sehr gut.“