Kaiserslautern
Schorlegewitter: Öffnen, während andere schließen mussten
„Viele blicken später auf unerfüllte Träume zurück: Wir hätten, könnten, wollten eigentlich“, erklärt Classen, „um das später nicht sagen müssen, haben wir unsere Pläne einfach umgesetzt.“ Eigentlich träumten die Kindheitsfreunde aus Kaiserslautern schon länger von dieser Idee, verraten sie. Vor vier Jahren hatten sie ihren Plan dann das erste Mal konkreter ins Auge gefasst. Da beide beruflich eingespannt sind – Knieriemen hat sein eigenes Start-up und Classen ist Rechtsanwalt und bei verschiedenen Unternehmen tätig – kam es erst durch die Pandemie zur Umsetzung. „Als dann der Lockdown kam, hatte sowieso alles zu und wir hatten endlich mal Zeit“, erzählt Classen. Somit begannen sie Anfang des vergangenen Jahres damit, sich der Planung ihres Herzensprojektes zu widmen.
Und das war viel Arbeit: Fast vier Monate habe es gedauert, den ehemaligen Wander- und Kletterladen ins „Schorlegewitter“ zu verwandeln. Tatkräftig unterstützt wurden sie dabei von Freunden und Familie, so habe beispielsweise Classens Freundin die Inneneinrichtung geplant. „Da wir begeisterte Schorletrinker sind und gerne auf Weinfeste in der Vorderpfalz gehen, war es für uns klar, dass der Fokus bei uns auf Wein liegen sollte“, sagt Knieriemen. „Das sollte sich natürlich auch in der Einrichtung und Atmosphäre unserer Kneipe widerspiegeln.“
Doch was genau sich hinter der gläsernen Tür des Schorlegewitters versteckt, ist selbst für die Inhaber schwer zu definieren: „Wir wollten keine Vinothek eröffnen, sondern einen Laden, in dem zusammen ausgelassen gefeiert wird und unvergessliche Stunden erlebt werden“, erklärt Knieriemen. „Schließlich ist eine Mischung aus Weinfest, Kneipe und Club entstanden, was genau die Dinge vereint, die wir am liebsten mögen.“ Der große Raum biete daher neben rustikalen Holzbänken und großen Weinfässern als Stehtischen genug Platz zum Tanzen.
Keine bestimmte Zielgruppe im Blick
Auf der Getränkekarte finden sich nicht nur der Wein des Monats und verschiedene Schorlen – auch fünf verschiedene Fassbiere und Longdrinks werden angeboten. „Wir wollen die Karte demnächst auch noch mal verändern, um zu sehen was den Leuten schmeckt“, erklärt Classen.
So verschieden wie die Getränkekarte seien auch die Besucher. Ein bestimmtes Klientel oder eine gewisse Altersgruppe könnten die Inhaber daher nicht nennen: „Von Anfang 20 bis Mitte 50 war schon fast alles dabei“, sagt Knieriemen, „und auch die unterschiedlichsten Zielgruppen von Club-Tänzern bis zu entspannteren Kneipengängern besuchen uns am Wochenende.“
Mit besonderen Events locken die beiden jungen Barbesitzer immer wieder neue Gäste an. Für Bierpongturnier oder Oktoberfest lassen sich dann vor allem junge Erwachsene und Studenten begeistern. „Seit einiger Zeit haben wir auch das Konzept Nachspielzeit eingeführt“, sagt Classen und Knieriemen erklärt weiter: „Fußballmannschaften können nach dem Spiel bei uns zusammen feiern gehen und bekommen am Ende des Abends zehn Prozent ihrer Ausgaben für die Mannschaftskasse zurückerstattet.“
Den Gästen einen schönen Abend bereiten
Viele weitere kreative Veranstaltungen seien in Zukunft geplant. Zurzeit schränkt Corona Veranstaltungen wie Weinausflüge zwar noch ein, doch die Inhaber wissen, wie sie ihren Besuchern auch mit Abstand und Maske einen schönen Abend bieten können: „Wir haben, am ersten Juli, also mitten in der Pandemie unseren Laden eröffnet, da kennen wir vieles nicht anders“, erklärt Classen. „Wir wollen unseren Gästen in dieser schwierigen Zeit trotzdem Spaß und ein paar schöne Stunden bei uns bieten“, ergänzt Knieriemen. Denn damit wirbt der Name „Schorlegewitter“ schließlich: „Gewitter steht in unserem Bekanntenkreis und für viele Kneipengänger in Kaiserslautern für eine gute und ausgelassene Zeit.“
Trotz Maskenpflicht und 2G-plus-Regelung blicken Knieriemen und Classen also auf ein erfolgreiches erstes halbes Jahr zurück: „Es ist einfach schön, die Gäste zu beobachten und zu sehen, dass wir den Lautrern mit dem ,Schorlegewitter’ etwas zurückgeben können.“