Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Rockiges bei der „No Music in K’Town“-Reihe der Kammgarn

Starke Show: die Lokalmatadoren The Sexy Drugs.
Starke Show: die Lokalmatadoren The Sexy Drugs.

Drei rockige Quartette in etwas unterschiedlicher stilistischer Ausrichtung, dreimal Deftiges in guter Qualität, dreimal ordentlich was auf die Ohren: Am Samstagabend fegte im Cotton Club der Kammgarn ein mächtiger Sound-Sturm aus eben gleich drei Richtungen von der Bühne aus ins (leider nicht allzu große) Publikum.

Wenn schon, denn schon. Eine eruptive Band ist gut, drei sind besser. An diesem Abend vibrierten mal wieder buchstäblich die Wände, und die zwar kleine, aber begeisterungsfähige Zuhörerschaft beschränkte sich irgendwann nicht nur aufs Zuhören, sondern wagte sich auch ans Tanzen vor der ständig auch licht- und soundbewegten Bühne. Platz genug war ja.

Den Eisbrecher-Part übernahm die junge, kaum zwei Jahre alte Band Swellhead aus Saarbrücken mit reifem Punk plus dessen noch immer heftigen Ausläufern aus späterer Zeit. Die Gruppe mit ihrem starken Frontmann Marco schaffte es tatsächlich, durch ihren nur vordergründig knallharten, intern aber (auch melodisch) wohl durchdachten Stücken die anfangs unterkühlte Stimmung im Saal merklich aufzuheizen.

Gäste aus Köln

Weiter ging es mit Stacy Crowne, vier Kölner Musikern, die bereits mit einem Plattenvertrag und vielen Auftritten (sogar schon in den USA) aufwarten können. Unter der Leitung von Sänger/Gitarrist Dustin Coutts legte die Band im Vergleich zur ersten Band sogar noch ordentlich zu, packte zu einem massigen Basis-Punk noch einen kantigen, aber geradezu gefälligen Rock-Überbau mit ein paar poppigen Verzierungen dran drauf. Das hatte was, drang tief in die Ohren und wirkte erstmals auf die Beine des Publikums.

Dieser Auftritt war also auch ziemlich beeindruckend, aber das war dennoch noch lange nicht der Höhepunkt des Abends. Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss – nicht zufällig setzte man die bereits seit 2001 aktive Kaiserslauterer Band The Sexy Drugs (die im vergangenen Jahr schon als Vorband für New Model Army im Kasino des Hauses spielen durfte) als Hauptgruppe auf diese Position.

Mitreißende Action

Sie vereinte die Merkmale und Qualitäten der vorangegangenen Gruppen – Song-Veröffentlichungen, sehr lange Erfahrung, Kombination diverser Stile, endlos fließende Energien – und machte daraus an diesem Abend einen fulminanten Auftritt voller Kraft und mit bisweilen überraschenden Passagen in Sachen Show-Elementen und ansprechenden Melodien.

Mit dem US-Amerikaner David Independence (bürgerlich: Eric Dobrich, Gesang/Gitarre) vor allem an der vokalen Spitze, dem zweiten Gitarristen Hank Hangover, Billie Jean Powerhouse am Bass und Johnny Swordfight (oder auch: Sven Seidemann) hinterm Schlagzeug präsentierten die vier heimischen Musiker mit den originellen Künstlernamen dabei eine rasante Mischung aus so ziemlich allem Rockig-Populärem, was seit lange zurückliegenden Rock’n’Roll-Zeiten bis in die Neuzeit hinein für gute Laune, mitreißende Action, tanzende Gäste und ein gelungenes Konzert steht. Kompliment an alle drei Bands.

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