Kaiserslautern „Rock am Ring“: Marek Lieberberg ist raus, Eventim will fortführen

Hat Marek Lieberberg, der zuletzt hart um die Fortführung von „Rock am Ring“ kämpfte, nun genug von dem von ihm ersonnenen Festival? Oder hat er sich verkalkuliert? Der 69-Jährige verlässt zumindest mit seinem Sohn André das Unternehmen CTS Eventim und wechselt zu dessen US-Konkurrent Live Nation. Die Marek Lieberberg Konzertagentur Holding GmbH (MLK), die „Rock am Ring“ und „Rock im Park“ veranstaltet, gehört allerdings zu 100 Prozent dem Ticketverkäufer und Veranstalter Eventim. Damit hält Eventim offenbar auch die Rechte an den beiden Festivals. Marek und André Lieberbergs werden künftig für Live Nation tätig sein, die Eventim-Konkurrenz aus den USA. Marek Lieberberg wird ab 2016 Chef eines neuen Ablegers des US-Unternehmens, teilte Live Nation mit. Er soll zusammen mit seinem Sohn „die weltweit bestehenden 23.000 Shows von Live Nation um mehr als 700 ergänzen“. Laut CTS Eventim wiederum soll es „Rock am Ring“, dessen 30. Ausgabe Anfang Juni am neuen Standort in Mendig über die Bühne ging, und „Rock im Park“ nun eben ohne Marek und André Lieberberg geben. Neuer Veranstalter sei die Eventim-Tochter Medusa Music Group GmbH, die in Bremen sitzt. Ob Lieberberg die Eventim-Lesart der Rechte an den Festivals teilt, ist unklar: Der 69-Jährige äußerste sich bisher nicht zu seinem Bruch mit Eventim. Zuletzt hatte das Oberlandesgericht Koblenz allerdings bestätigt, dass der Werktitel „Rock am Ring“ ausschließlich MLK zur Verfügung stehe. Daher sollte Eventim als MLK-Besitzer auch bei einer Art Stilllegung dieser Agentur den Festivalnamen nutzen dürfen. Laut Eventim würden „die Aktivitäten“ von MLK „innerhalb der Medusa Gruppe nahtlos fortgeführt“. Eventim konnte sich in seiner Stellungnahme zur Abwanderung Lieberbergs denn auch versöhnlich zeigen: „Mit Live Nation kooperieren wir in Deutschland seit vielen Jahren im Ticketing, und freuen uns auch auf die künftige Zusammenarbeit mit Marek Lieberberg.“ (ütz)