Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Ramstein macht im Derby gegen Nanz-Dietschweiler kurzen Prozess

Ramsteins Torhüter Tim Urschel (links) hielt seinen Kasten sauber: Im Bild ist Urschel vor Stürmer Yannick Mahl vom SV Nanz-Diet
Ramsteins Torhüter Tim Urschel (links) hielt seinen Kasten sauber: Im Bild ist Urschel vor Stürmer Yannick Mahl vom SV Nanz-Dietschweiler am Ball. Ramsteins Marvin Schneider (rechts) braucht nicht einzugreifen.

Das Derby in der Bezirksliga Westpfalz wird eine einseitige Angelegenheit. Ramstein ist gegen Nanz-Dietschweiler eiskalt. Und macht damit einem eine große Freude.

Auf ein spannendes Derby hatten sich viele gefreut. Doch da spielte der FV Ramstein nicht mit. Das Team von Spielertrainer Jonas Jung besiegte in diesem Topspiel der Fußball-Bezirksliga Westpfalz den SV Nanz-Dietschweiler mit 5:0 (2:0) und machte damit Ralf Hechler ein tolles Geburtstagsgeschenk. Der Bürgermeister der VG Ramstein-Miesenbach kam wegen einer ihm sehr wichtigen Verpflichtung erst spät zum Spiel und sah so nicht alle Tore.

Und Tore bekamen die Zuschauer eine Menge geboten. Zum Leidwesen der Anhänger des SV Nanz-Dietschweiler gelang ihrem Team aber nicht ein Treffer. Dabei war die Elf von Spielertrainer Fabian Lauder durchaus selbstbewusst in dieses Derby gegangen, das zugleich auch ein Verfolgerduell war. Empfing doch der Ligazweite den -dritten. Dass die beiden Teams in der Tabelle so dicht beieinanderstehen, davon war jedoch wenig zu spüren. „In den entscheidenden Momenten waren wir einfach schlecht und Ramstein eiskalt“, erklärte Lauder später den enttäuschenden Auftritt seiner Truppe.

SVN zunächst mit Fernschüssen

Zum ersten dieser fünf Momente kam’s nach knapp einer Viertelstunde. Nach einem Angriff über die linke Seite spielte Josef Hindi seinen Stürmerkollegen Odisho Ishak im Strafraum an, wo Ishak vom SVN-Verteidiger Paul Kopp zu Fall gebracht wurde – Elfmeter. Den verwandelte Stefan Bosle knallhart zum 1:0 (17.). Das sollte nicht die letzte bemerkenswerte Aktion des dynamischen Außenstürmers gewesen sein. Elf Minuten später kam von ihm das Zuspiel, das Nils Knosala zum 2:0 verwertete.

Und was war in Sachen Offensive von den Gästen zu sehen, die doch eine Woche zuvor die SG Eppenbrunn mit 5:0 besiegt hatten? Sie versuchten es zunächst mit Fernschüssen, die aber ihr Ziel weit verfehlten. Der Strafraum der Ramsteiner schien für die SVN-Stürmer eine Tabuzone zu sein. Erst nach einer halben Stunde war der Bann gebrochen, da kam Yannick Mahl im Sechzehner zum Abschluss – der Ball flog aber übers Tor. Und auch Ronnie Straßer kam nicht zur Sache (41.) – er zog von der Strafraumgrenze aus ab, traf aber nicht.

Gnadenlos ausgekontert

Auch in der zweiten Halbzeit das gleiche Bild. Keine ihrer Torchancen konnten Gäste verwerten. Hätte der Schiedsrichter die Partie nicht abgepfiffen und sie würde immer noch laufen – der SVN hätte sicherlich noch kein Tor geschossen. Es war einfach nicht sein Tag. Aber immerhin bemühte sich die Mannschaft von Spielertrainer Fabian Lauder. Sie spielte mutig auf Angriff, wurden aber gnadenlos ausgekontert. In der 56. Minute eroberte der Ramsteiner Spielercoach Jonas Jung den Ball an der Mittellinie und hatte dann mit seinem Teamkollegen Josef Hindi freie Bahn in Richtung gegnerisches Tor. Hindi traf zum 3:0, nur drei Minuten danach erhöhte Jung auf 4:0.

Alle Treffer wurden vom Kameramann des FV Olympia Ramstein, Alfred Habelitz, aufgenommen. In jedem Spiel des FVR ist er zur Stelle und filmt die komplette Partie. „Die wichtigsten Szenen“, erzählte Habelitz in der Pause, stelle er dann zusammen und schicke sie dem Spielercoach Jonas Jung, der sie zur Videoanalyse verwende. Beim FV Ramstein nutzt man also die moderne Technik. Vielleicht sollte Habelitz das Videomaterial vom Samstag auch Fabian Lauder zur Verfügung stellen.

Ein „schönes Geburtstagsgeschenk“

In der 75. Minute nahm der Kameramann dann noch das Tor zum 5:0 auf. Einen Konter vollendete da Stefan Bosle, der den Torreigen eröffnet hatte und mit seinem zweiten Treffer auch beendete. Der wollte direkt nach dem Abpfiff gar nicht von seinen Treffern sprechen, sondern lobte vielmehr die Abwehr, die „sehr stark“ gespielt habe. Er lief dann zu seinen Teamkameraden, die sich wie Kinder freuten, immer wieder laut „Derbysieg, Derbysieg“ riefen und dazu im Kreis tanzten.

Voll des Lobes über die Vorstellung seiner Mannschaft war Spielertrainer Jung: „Sie hat alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten.“ Überrascht habe ihn aber, fuhr er fort, „dass Nanzdietschweiler so ideenlos gespielt hat“. Voller Freude war der größte Fan der Ramsteiner Mannschaft: Bürgermeister Ralf Hechler; er gab früher den Libero bei der Olympia, die für ihn eine Herzenssache ist. Mit dem Derbysieg habe ihm die Mannschaft ein „schönes Geburtstagsgeschenk gemacht“, sagte Hechler, der nur das letzte der fünf Ramsteiner Tore sah. Dass er nicht von Anfang an da war, hatte einen besonderen Grund. Ralf Hechler ist Trainer der C-Jugend des FVR und war mit den Jungkickern bei einem Spiel.

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