Kaiserslautern Pfalztheater mit neuem Spielplan

91-96505261.jpg

Gestern wurde am Pfalztheater der Spielplan für die kommende Saison 2017/18 vorgestellt.

Er bringt dem Publikum vertraute Namen: Donizetti, Offenbach, Rossini in der Oper,  Shakespeare, Molière, Goethe im Schauspiel. Daneben ist Pädagogik Trumpf am Musentempel. Die Spielzeit 2017/2018 beginnt wie gewohnt mit einem Theaterfest. Es steigt am 9. September. Als erste Opernproduktion steht am 16. September Donizettis „Lucia die Lammermoor“ auf dem Terminkalender, das Stück kehrt nach 25 Jahren auf den Pfalztheater-Spielplan zurück. Die Sparte Schauspiel eröffnet mit Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“ am 30. September, das nach 45 Jahren sein Comeback am Lauterer Musentempel erlebt. Die kommende Theatersaison steht unter dem Motto „Wertvoll“. Als zentraler Begriff für die Spielplangestaltung solle es neben der Qualität der Stücke auch darauf hinweisen, wie wertvoll Kulturinstitutionen und kulturelle Angebote an sich für den soziopolitischen Diskurs seien, so Intendant Urs Häberli. Gerade in Zeiten von Fake-News und Werteverfall sei es wichtig, über Moral, Normen und Werte zu diskutieren. Häberli bemühte in diesem Zusammenhang den Vergleich mit Schiller, der das Theater als „moralische Anstalt“, als Ort der Aufklärung und gesellschaftlichen Auseinandersetzung bezeichnete. Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder würdigte für den Träger des Theaters, den Bezirksverband, die laufende Spielzeit. Die Erwartungen seien in jeder Hinsicht erfüllt, in einigen Produktionen sogar mehr als das. „Die unterschiedlichen kulturellen Akzente kommen beim Publikum an.“ Er gab als Beispiele „Die Physiker“, „Terror“, „Perlenfischer“ und den Aufschwung der Sparte Tanz. „Opernstudio“ nennt sich die intensivierte und nun auch institutionalisierte Zusammenarbeit mit der Mannheimer Musikhochschule. Nach dem Abschluss können Musikstudenten am Pfalztheater praktische Erfahrungen sammeln, den Theaterbetrieb hautnah erleben und auch in kleinere bis mittlere Rollen schlüpfen. Daneben ist eine eigene Produktion, Haydns Kinderoper „Die Welt auf dem Monde“, geplant. In die zweite Spielzeit geht das Schülerprojekt „PUSH“; hier können sich Schüler, respektive Klassen mit selbstgedrehten Videos mit gespielten Szenen oder Choreographien bewerben. Die Gewinner bekommen dann ein Theaterpaket, das aus einer Aufführung an der jeweiligen Schule und einem darauf folgenden Besuch des Pfalztheaters besteht. Angesprochen werden dazu die Rektoren ausgewählter weiterführender Schulen der Pfalz, diesmal sind die Klassen 8 und 9 gefragt. Auch personell will das Pfalztheater sein pädagogisches Angebot ausbauen. So wird eine Abteilung Konzert- und Musikpädagogik eingerichtet; federführend ist hier Tanja Hermann, zuletzt im Marketing beschäftigt, zuvor in der Dramaturgie. Ihre Kollegin Katja Bach verlässt das Pfalztheater, ihren Posten als Theaterpädadgogin übernimmt die Schauspielerin Barbara Seliger, lange Jahre festes Ensemblemitglied und in der jüngeren Vergangenheit verstärkt als Gast hervorgetreten. Klar machte die Spielplan-PK auch, wie wichtig Förderer und Kooperationen für das Pfalztheater sind. So wird die Zusammenarbeit mit den Theatern in Luxemburg und Heilbronn und daneben mit dem Ludwigshafener Pfalzbau fortgeführt. Auch wurde deutlich, dass ohne Förderer und Sponsoren wie die Freunde des Pfalztheaters, die 2018 ihr 50-jähriges Bestehen feiern, oder die Versicherungskammer Kulturstiftung sowie die Sparkassen der Pfalz, die sich etwa für „PUSH“ engagieren, etliche Projekte so nicht umgesetzt werden könnten. KULTUR

x