Kaiserslautern
Pendlerströme: Wer in Kaiserslautern arbeitet
Fast 55.000 Menschen haben in Kaiserslautern ihren Arbeitsplatz, rund 1200 mehr, als noch im Jahr 2020 erfasst wurden. Etwas weniger als die Hälfte, rund 23.300, lebt in Kaiserslautern und hat dadurch eine geringe Anfahrt zur Arbeitsstelle. Mehr als 30.000 Menschen dagegen pendeln nach Kaiserslautern, um ihre Brötchen zu verdienen.
Die Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens untersucht jedes Jahr die Pendlerströme in der Westpfalz. Stichtag für die Daten ist der 30. Juni. Die Behörde erfasst allerdings nur sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze und Arbeitnehmer, die in die Sozialkassen einzahlen. Beamte oder Selbstständige tauchen demnach in der Statistik nicht auf. Ebenso nicht aufgeführt sind die Soldaten der US-Streitkräfte, wohl aber die Zivilbeschäftigten in den Militäreinrichtungen.
Kaiserslautern ist laut Statistik besonders für Arbeitnehmer aus den Nachbarlandkreisen attraktiv. Angeführt wird die Statistik vom Landkreis Kaiserslautern, knapp die Hälfte der Einpendler hat einen Wohnsitz im die Stadt umschließenden Kreis (14.442). Auf den Plätzen folgen erwartungsgemäß die Nachbarlandkreise im Westen, Süden und Norden, der Landkreis Kusel (3471), der Landkreis Südwestpfalz (2702) und der Donnersbergkreis (2238).
Auch Saarländer und Badener kommen nach Kaiserslautern
Allerdings nehmen einige Menschen auch vergleichsweise lange Anfahrten zu ihren Arbeitsstellen in Kauf. Etwa 160 Menschen haben ihren Wohnsitz in Trier, etwa genauso viele Arbeitnehmer haben ihren Lebensmittelpunkt im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg. Aus dem benachbarten Saarland machen sich täglich mehr als 1600 Menschen auf den Weg zu ihren Arbeitsstätten in der Barbarossastadt, der Löwenanteil (723) hat seinen Wohnsitz im Saarpfalz-Kreis, gefolgt vom Großraum Saarbrücken (439) und den Landkreisen Neunkirchen (301) und Sankt Wendel (222).
In Kaiserslautern erfasst die Statistik der Agentur für Arbeit fast 38.000 Menschen, die in der Stadt leben und einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgehen. Fast zwei Drittel davon, rund 23.000, können das an ihrem Wohnort tun, der Rest, mehr als 14.000 Menschen, pendelt täglich aus der Stadt hinaus in die Region. Fast 4000 Menschen fahren in den Landkreis Kaiserslautern zum Arbeiten, rund 1000 zieht es in den Donnersbergkreis, das sind etwa doppelt so viele wie sich täglich nach Ludwigshafen aufmachen. Vergleichsweise wenige Menschen aus Kaiserslautern, 350, haben Arbeit im Landkreis Kusel, etwa in der gleichen Größenordnung bewegen sich die Zahlen für die Pendler in die Landkreise Südwestpfalz und Bad Dürkheim: 325 und 340. Auch nach Pirmasens machen sich täglich rund 260 Arbeitnehmer hin auf, eine weitere kreisfreie Stadt der Westpfalz, Zweibrücken, taucht in der Statistik nicht auf.
Auspendler ins Ruhrgebiet und nach München
Auffallend: In dem Zahlenwerk, das die Top-20 der Kreise und Städte auflistet, zu denen sich die Lauterer Arbeitnehmer hin aufmachen, kommen mit Essen im Ruhrgebiet (188) und der bayerischen Landeshauptstadt München (193) auch zwei Arbeitsorte vor, zu denen die Anfahrt wohl kaum täglich bewältigt werden kann. Die Strecke Kaiserslautern – Frankfurt, die 319 Auspendler auf sich nehmen, ist da eher binnen 24 Stunden zweimal zu schaffen.