Kaiserslautern / Landstuhl
Pendler-Radroute: Schnelle Verbindung lässt noch eine Weile auf sich warten
Weitaus schneller als der Planungsfortschritt soll das Radeln zwischen Hauptbahnhof und Sickingenstadt möglich sein, wenn die Verbindung erst mal fertig ist. Mit der Schnellverbindung solle, so hieß es aus dem auch für Verkehrsbelange zuständigen rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium, ein neues Angebot für Pendler geschaffen und dem Wunsch vieler Menschen Rechnung getragen werden, beim Weg auf die Arbeit das Fahrrad zu nutzen.
Sieben sogenannte Pendler-Radrouten sind landesweit vorgesehen. Bereits fortgeschritten ist das Pilotprojekt einer Schnellverbindung im Landkreis Mainz-Bingen. Für die weiteren sechs – die nächstgelegene soll bei Neustadt entstehen – sind Machbarkeitsstudien in Arbeit. Dabei geht es laut Ministerium unter anderem darum, geeignete Strecken auszutüfteln, mögliche Varianten zu erarbeiten und eine Vorzugstrasse zu benennen.
Bestehende Verbindungen weiter nutzen
Bestehende Verbindungen sollen in die gut 14 Kilometer lange Trasse mit einbezogen werden, so sie sich eignen. Eine Pendler-Radroute muss gewisse Kriterien erfüllen, etwa hinsichtlich ihrer Breite. In der Regel soll sie – bei Gegenverkehr – eine Breite von mindestens drei Metern aufweisen und eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde ermöglichen.
Der Bau dieser Routen ist ein Gemeinschaftsprojekt von Land und Kommunen. Bei der Westpfalz-Route sind der Landkreis und die Stadt und die Verbandsgemeinde Landstuhl mit im Boot, deren Verwaltungsfachabteilung Know-how beisteuert. Auch der Landkreis ist Projektpartner. Zu tun gibt’s für die Akteure vor Ort indes noch wenig, wie sowohl Landstuhls VG-Bauabteilungsleiter Heiko Westrich als auch Landrat Ralf Leßmeister auf Anfrage anklingen ließen. Man warte auf die Ergebnisse der Studie.
Startschuss schon im Januar 2021
In deren Erstellung enger eingebunden ist die Planungsgemeinschaft Westpfalz, die als Projektkoordinator fungiert – dies wiederum in enger Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Mobilität in Koblenz, der die Federführung innehat. Auf Anfrage war allerdings auch aus Koblenz nichts Näheres zum aktuellen Stand der Dinge zu erfahren.
Eine Antwort kam lediglich vom Wirtschaftsministerium in Mainz, doch die bestand im Wesentlichen aus früheren Verlautbarungen des Landes. Unter anderem lieferte die Ministeriums-Pressestelle eine Mitteilung vom Januar 2021, in der das Land seinerzeit über die just besiegelte Kooperation informiert und die Studie angekündigt hatte.
90-prozentige Förderung zu erwarten
Die Planungsgemeinschaft Westpfalz hatte auf Anfrage hin mitgeteilt, es sei wohl Anfang 2023 mit Ergebnissen zu rechnen. Der Zeitplan aber hat sich nun bereits verzögert: Laut Ministerium werden Erkenntnisse aus der Studie wohl erst im Sommer kommenden Jahres zur Diskussion stehen.
Die Studie bezahlt zu 80 Prozent das Land, das auch den Bau erheblich fördern wird. Während für andere Radprojekte eine 80-prozentige Förderung im Raum steht, werden die Pendlerverbindungen sogar zu 90 Prozent bezuschusst. Mittel für Radverkehrsprojekte im Land fließen auch vom Bund. Berlin stellt 33 Millionen Euro bereit.