Kaiserslautern Olympische Hoffnung beim Ski- und Kanuclub

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Beim Kanurennsport-Nachwuchs haben die Olympic Hope Games höchsten Stellenwert. 31 Nationen von vier Kontinenten schickten ihre Talente in diesem Jahr nach Szeged (Ungarn). Der 15-jährige Jochen Wiehn vom 1. Ski- und Kanuclub (SKC) kehrte mit einer Bronzemedaille zurück. Die deutsche Mannschaft belegte in der Nationenwertung Rang zwei.

Wiehn hatte sich Ende August bei den Deutschen Meisterschaften in Brandenburg an der Havel mit einem Sieg im B-Finale für die Olympic Hope Games qualifiziert. Er startete dort im Einerkajak über 500 Meter. Der 15-Jährige hatte mit einem Deutschen Meistertitel 2014 und einer Silber- und einer Bronzemedaille bei den Deutschen Meisterschaften 2015 bereits gezeigt, dass er national zu den Schnellsten gehört. In diesem Jahr musste er sich in der Altersklasse Jugend gegen 15- und 16-Jährige durchsetzen. Trotz der national starken Konkurrenz konnte er sich in Brandenburg für das B-Finale qualifizieren und dort einen Sieg erpaddeln. Als zweitschnellster 15-Jähriger der Nation war damit das Ticket zu den Olympic Hope Games gesichert, der Nachwuchs-Bundestrainer berief ihn in die Jugend-Nationalmannschaft. Nach einem Vorbereitungslehrgang im Bundesleistungszentrum in Kienbaum in der vergangenen Woche ging es nach Szeged. Bereits die Teilnahme an den Olympic Hope Games und damit sein erster Einsatz im Nationaltrikot ließen für den jungen Lindener einen Traum in Erfüllung gehen. Doch ein Platz an der deutschen Spitze bedeutet ja noch lange nicht, dass man auch in der Welt zu den Besten gehört. Wie stehe ich im Vergleich zu den gleichaltrigen der anderen Nationen? Mit dieser Frage fuhren die deutschen Nachwuchstalente nach Szeged. Die Olympic Hope Games sind für den internationalen Kanunachwuchs die erste Möglichkeit, sich mit Athleten anderer Länder zu messen. Häufig zeichnet sich hier bereits ab, wer einige Jahre später bei den Junioren-Weltmeisterschaften die Nase vorn hat. Und auch der ein oder andere Olympiasieger hat hier erstmals internationale Regattaluft geschnuppert. Wiehn startete in Szeged im Zweierkajak über 200 Meter, im Viererkajak über 1000 Meter und im Einerkajak auf der 500-Meter-Strecke. Im Zweierkajak auf der 200-Meter-Sprintstrecke erreichte er zusammen mit Tobias Heuser vom AKC Oberhausen den Zwischenlauf, wo das Duo sich der überlegenen Konkurrenz geschlagen geben musste. Im Viererkajak am Folgetag erkämpfte er sich dann die erste Finalteilnahme. Zusammen mit Nico Knop und Nils Globke vom SC Neubrandenburg und Moritz Florstedt vom SC Magdeburg paddelte er hier auf Rang acht. Im Vierer starteten die Altersklassen der 15- bis 17-Jährigen gemeinsam. Als einer der jüngsten Teilnehmer eine Finalteilnahme zu erreichen, war für Jochen Wiehn schon etwas besonderes. Die starke internationale Konkurrenz führte bei Wiehn keinesfalls zu Frust oder Skepsis. „Ich habe mich riesig gefreut, da mitfahren zu dürfen“, berichtete er nach Tag zwei. Dass es dann am letzten Tag der dreitägigen Regatta noch eine Medaille geben sollte, konnte er sich wohl selbst kaum erträumen. Im Einerkajak der Altersklasse 15 sicherte er sich direkt einen Sieg im Vorlauf. Im Zwischenlauf traf er dann auf Konkurrenz aus dem eigenen Land. Elias Kurth vom KC Potsdam und Wiehn fuhren in einem perfekt taktierten Zwischenlauf auf die Ränge eins und zwei und sicherten sich so die Finalteilnahme. Im Finale verbesserte Wiehn seine Zeit noch einmal um fast vier Sekunden und fuhr mit einer grandiosen Zeit von 1:45:348 Minuten das schnellste Rennen seiner Karriere und damit auf den Bronzerang hinter Ungarn und Tschechien. Auf Bahn acht konnte er den Kampf um den Titel auf den Bahnen drei und vier nur aus dem Augenwinkel verfolgen. Am Ende fehlten gerade einmal drei Zehntel zum Sieg. „Jetzt weiß ich, wo ich in der Welt stehe“, freute sich der erfolgreiche Sportler. Unter den ersten Drei steht er in der Welt. Und keiner kann ihm hoffnungslos davonfahren. Am Montag ging es dann von Szeged über Budapest und Stuttgart zurück nach Linden. Für die kommende Woche meldete sich der Sportler bei seinem Heimtrainer vom Training ab. „Jetzt lern’ ich erst mal wieder für die Schule, hab’ ja ’ne Woche versäumt“, teilte Wiehn seinem Trainer Jörn von zur Mühlen mit. „Ein großartiger Sportler, der seinen Platz im realen Leben kennt. Eine tolle Einstellung“, freute sich der Trainer darüber. Nach der Trainingspause geht es für den 15-Jährigen in das harte Wintertraining. Dass er eine Hoffnung für Olympia ist, hat Jochen Wiehn am vergangenen Wochenende gezeigt, trotzdem ist es zu Olympia noch ein langer und anstrengender Weg. |red

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