Kaiserslautern Nur kleine weiße Flecken
Eine Telefonkonferenz via Skype, der Einkauf im Netz – die Versorgung mit schnellem Internet ist für Landkreise, Verbands- und Ortsgemeinden zu einem wichtigen Standortfaktor geworden. Innerhalb des Landkreises Kaiserslautern gibt es laut einer Studie des Tüv Rheinland-Pfalz immense Unterschiede in der Versorgung. Demnach gebe es Gemeinden, in denen Bandbreiten von 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) und mehr möglich seien, auf der anderen Seite aber auch Orte, die über zwei bis 16 Mbit/s nicht hinauskommen. In Sachen schnelles Internet sieht Peter Degenhardt, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Landstuhl, seine VG im Kreisvergleich weit vorne. Landstuhl sei „wohl die VG mit der besten Versorgung kreisweit“, hält er gegenüber dem „Marktplatz regional“ fest. Laut Breitbandatlas des Bundes – in ihm wird die Ist-Situation der Versorgung mit schnellem Internet festgehalten – „sind in fast allen Gemeinden über 95 Prozent der Haushalte mit schnellem Internet, also mehr als 50 Mbit/s, versorgt“, ergänzt Degenhardt stolz. So steht es auf dem Papier. In der tatsächlichen Verfügbarkeit der Kapazitäten gebe es aber noch eine „gewisse Lücke“ in Hauptstuhl, schildert Degenhardt. Dort habe die Telekom einen Ausbau in den nächsten zwei Jahren in Aussicht gestellt. Grundsätzlich sei er mit der Breitbandversorgung auch in der Sickingenstadt selbst zufrieden, schildert Stadtbürgermeister Ralf Hersina und ergänzt: „Allerdings ist das Baugebiet Am Rothenborn noch nicht so angeschlossen, wie wir es gerne hätten. Wir haben uns an die Breitbandinitiative des Landkreises drangehängt und hoffen, dass wir so eine Lösung finden.“ Im Auftrag der Kommunen will der Landkreis in den kommenden drei Jahren eine flächendeckende, leistungsfähige Breitbandversorgung herstellen. Was heißt das? Mindestens 95 Prozent aller Haushalte sollen dann eine Versorgung mit 30 Mbit/s oder mehr haben, 85 Prozent der Haushalte eine Kapazität von 50 Mbit/s erreichen. Ende Juli hat der Landkreis für das Projekt bereits einen Bundeszuschuss von rund 3,27 Millionen Euro erhalten. Vom Land könne mit weiteren 2,6 Millionen Euro gerechnet werden, heißt es in der Mitteilung. Im kommenden Jahr soll der Ausbau beginnen. Bereits 2010 haben die Stadtwerke in Ramstein-Miesenbach mit dem Ausbau des Glasfasernetzes in der Stadt und der Verbandsgemeinde begonnen. Der Ausbau sei immer dann erfolgt, wenn ohnehin Strom-, Gas- oder Wasserleitungen erneuert werden mussten, schreibt Verbandsbürgermeister Ralf Hechler auf Nachfrage. In den Ortsgemeinden Hütschenhausen, Kottweiler-Schwanden, Niedermohr und Steinwenden gebe es in Haushalten eine Kapazität von bis zu 100 Mbit/s. Vorrangig in Ramstein-Miesenbach selbst gebe es noch einige Bereiche, in denen Haushalte noch mit einer Leistung von unter 30 Mbit/s auskommen müssten. Dabei handele es sich um sieben von insgesamt 40 Kabelabzweigungen der Telekom. Auch hier soll versucht werden, über die Breitbandinitiative des Landkreises Abhilfe zu schaffen. Der Rheinland-Pfalz-Tag 2015 hatte der Einrichtung von W-Lan-Hotspots in Ramstein-Miesenbach einen Schub verpasst. Mit der Umsetzung des Projekts, das gemeinsam von der Stadt, den Stadtwerken und dem Verein Zukunftsregion Westpfalz realisiert wurde, hat Ramstein eine Vorreiterrolle für kleine Städte übernommen. An 15 Hotspots, also öffentlichen drahtlosen Internetzugriffspunkten, unter anderem im Innenbereich des Azur-Schwimmbads, können Gäste täglich 60 Minuten kostenlos im Internet surfen. „Da die Stadtwerke damals ihr Breitbandnetz erweitern wollte, packte man die Hotspots hinzu“, schildert Hechler. Zurzeit seien allerdings einige der Spots, auf die mit Schildern in der Nähe hingewiesen wird, gestört. Zudem seien die Dienstleister, die Störungen über Fernzugriff beheben, überlastet. Da in der VG Landstuhl an den meisten Stellen eine gute Breitbandversorgung besteht, sei laut Peter Degenhardt das Thema Hotspots etwas in den Hintergrund gerückt. Allerdings prüfe die Stadt Landstuhl aktuell die Einrichtung eines W-Lan-Hotspots. Im Gespräch sind laut Stadtbürgermeister Hersina die Standorte am Alten Markt oder im Bereich der Stadthalle.