Stadtleben Nostalgieabend mit Sechs-Gänge-Menü aus dem Jahr 1892 kommt bei Gästen sehr gut an
Denkt er zurück an den ersten Nostalgie-Abend, zu dem er zusammen mit Thomas Frisch, Koch und Mitinhaber des Restaurants 11 A, vor wenigen Tagen in die Gaststätte am Stiftsplatz eingeladen hatte, gerät Andreas Damm ins Schwärmen. „Hotel Schwan trifft Restaurant 11 A“ war die Einladung überschrieben. Die diente gleichzeitig als Speisekarte. Die Idee, die der Sohn von Eugen Damm, dem 2017 verstorbenen Lauterer Mundartdichter, mit dem Vorhaben verfolgte, kam bei etlichen Kaiserslauterern an.
Den Anstoß dazu lieferte ein Foto, auf dem das ehemalige „Hotel Schwan“ zu sehen war. Hinter dem Foto des Hotels, Ecke Fackelstraße/Fackelrondell, im Zweiten Weltkrieg 1944 zerstört, wieder aufgebaut und später dem Ausbau der Ost-West-Achse und dem Bau des Kaufhauses Karstadt weichen musste, verbarg sich eine Speisekarte aus dem Jahr 1892. „Kartoffel-Brotsuppe“, „Rebhuhn Kartoffeln à la viennoise“, „Rinderzunge in Madeirasauce“, „Hering mit Bohnen“, „Boeuf à la Veau mit Spätzle“ und „Milchreis mit Pfirsichen“ standen zusammen mit fünf weiteren Gerichten auf der Karte. Warum die Gerichte nicht einmal nachkochen und dazu Leute einladen, die in Lautern verwurzelt sind? Mit seiner Idee rannte Damm bei Thomas Frisch offene Türen ein.
70 Gäste, alle aus dem Bekanntenkreis der Initiatoren, ließen sich beim Nostalgie-Abend ein Sechs-Gänge-Menü mit Speisen aus der guten alten Zeit schmecken. Dazu gab’s eine Fotoshow mit Aufnahmen aus Alt-Lautern, Live-Musik und Geschichten. „Erinnerungen wurden wach, es wurde erzählt und gelacht, die Leute waren glücklich.“ Interessante Geschichten habe Matthias Quinten, der Vorsitzende des Fördervereins Unionviertel, beigetragen. Dank begeisterungsfähiger Menschen sei der Nostalgie-Abend zu einem Erlebnis geworden.
Solche Abende kann sich Damm vorstellen, auch weiterhin auf die Beine zu stellen. Dazu gibt es Internetauftritte wie „lautern-frueher.de“, wo man alte Ansichten der Stadt einstellen kann, und wie „lautern-kann-mehr.de“, wo sich Interessenten mit kleineren Veranstaltungen eintragen können. „Ich weiß, wie die Stadt funktioniert, und will dazu beitragen, Kaiserslautern nach vorne zu bringen.“