Kaiserslautern Noch eine Runde und ab nach Berlin

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Ein paar Überraschungen gab es bei den sechsten Rheinland-Pfalz-Meisterschaften im Bouldern in der gut gefüllten Boulderhalle RockTown. Annika Pidde musste sich an ihrer alten Trainingsstätte denkbar knapp Luna Friedrich geschlagen geben. Bei den Herren sicherte sich Favorit Mathias Conrad nach langer Verletzungspause – er war an der Hüfte operiert worden – das Siegertreppchen und die schicke Glas-Trophäe in Bergform.

Es war einiges geboten am Samstag im RockTown. Aus vier Landesverbänden kamen die Teilnehmer in die Boulderhalle, um die letzte Chance zu nutzen, sich für die Westdeutschen Meisterschaften am 6. und 7. Mai in Pfungstadt zu qualifizieren. 38 Damen und 36 Herren gingen in der Qualifikation an die fünf Boulder. Hinzu kamen in der Jugend noch einmal knapp 80 Boulder-Fans, sodass ordentlich Betrieb in der Halle herrschte. Im Finale sorgten dann Lichteffekte und klasse Leistungen an den vier Bouldern für Stimmung und den Höhepunkt an diesem Wettkampftag. In der Qualifikation der Damen lagen die beiden für den Deutschen Alpenverein Zweibrücken startenden Luna Friedrich und Lucie Molitor zusammen mit Denise Plück aus Köln gleichauf auf Platz eins. Wie auch der Rest des Feldes hatten die Boulderinnen an der zweiten Route ihre Schwierigkeiten. Die Route blieb am Ende des Tages die einzige, die keine Teilnehmerin schaffte. Für Molitor lief es im Finale dann nicht mehr ganz so rund. Dafür trumpfte Annika Pidde auf, die lange Zeit die Halle in Kaiserslautern als ihr zweites Zuhause bezeichnete: In der Qualifikation war sie bei ihrem „halben Heimspiel“ noch auf dem fünften Platz gelandet, stürmte dann jedoch im Finale die Wände und Boulder hinauf. Am Ende hatte sie drei bis zum Top geschafft und beim letzten den Bonus-Griff geholt. Zwar ohne zusätzlichen Bonusgriff, jedoch in weniger Versuchen lief es für Friedrich im Finale. Sie scheiterte an Boulder drei, an dem Pidde zwei Versuche bis ganz nach oben brauchte, meisterte jedoch den letzten Final-Boulder im ersten Anlauf, an dem Pidde nur bis zum Bonus-Griff kam. So holte sich Friedrich durch das Reglement, das bei gleicher Boulderanzahl erst die benötigten Versuche heranzieht, ehe die Bonus-Griffe zur Geltung kommen, den Rheinland-Pfalz-Titel 2017. „Ich hatte die Qualifikation schon bei den letzten beiden Möglichkeiten gesichert und konnte heute völlig locker an die Wand gehen“, sagte Pidde, die durch ihr Studium nicht mehr ganz so oft in Kaiserslautern ist, aber mit ihrer Leistung zufrieden war. „Die Wettkämpfe sind immer schön hier“, nannte sie die Gründe für ihre Teilnahme. Bei den Herren fand der Homburger Mathias Conrad nach siebenmonatiger Pause zurück zu alter Stärke. Der Deutsche Vizemeister von 2015 bezwang in der Qualifikation vier der fünf Boulder gleich im ersten Versuch, während ihm der dritte erst im dritten Anlauf glückte. Dennoch reichte es für einen geteilten ersten Platz mit Dominik Leinenbach aus Schwarzenholz. Im Finale tat sich Conrad dann erneut lange an dem ersten Boulder schwer, bezwang die großen schwarzen Halbkugeln mit dem Schlitz in der Mitte jedoch schlussendlich unter großem Jubel in letzter Sekunde im fünften Anlauf. Bei der zweiten Route zeigte er dann seine Klasse, holte sich im ersten Anlauf gleich den Bonus-Griff, ehe er im dritten Versuch als einer von zwei Teilnehmern den Top-Griff erreichte. Da im Finale in umgekehrter Reihenfolge gestartet wurde, konnte Conrad an der Ergebnistafel ablesen, dass er lediglich einen der beiden verbleibenden Boulder noch bis ganz nach oben schaffen musste, um zu siegen. Direkt im ersten Anlauf gelang ihm dies auch am dritten Boulder, sodass er am vierten eigentlich nicht mehr ranmusste. „Nach meiner Operation im Oktober hatte ich das Jahr 2017 eigentlich schon abgeschrieben“, erklärte Conrad nach seinem Sieg. „Vor drei Wochen bin ich erst wieder ins Training eingestiegen und war heute entsprechend ultranervös. Bei den vielen Sprüngen in der Qualifikation habe ich dann auch eine Blockade im Kopf gemerkt, da ich etwas Angst um meine Hüfte hatte. Jetzt ist das Ziel aber ganz klar: Die nächste Qualifikationsrunde überstehen und dann ab nach Berlin!“ Bei der weiblichen C-Jugend sicherten sich die Mehlingerinnen Lucie Dörle und Julanda Peter in der Wertung des Landesverbands Rheinland-Pfalz die Plätze zwei und drei hinter der Zweibrückerin Sarah Seewald. Im Gesamtergebnis kletterten die beiden auf die Plätze sieben und acht.

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