Kaiserslautern
Neues vom vielseitigen Künstler Michael Korotschenko
Grundlage seines musikalischen Schaffens ist das Projekt Cosmic Love Agents (CLA) – hinter dem abgespacten Namen stecken er selbst und sein fähiger Mitmusiker Martin Diehl. Eng damit verbunden ist das Zweitprojekt The Royal Tribe. Und auch das ist nichts Anderes als die Kombination Korotschenko/Diehl, aber in unterschiedlicher (instrumentaler) Arbeitsverteilung und vor allem in unterschiedlicher Stilistik.
So erscheint denn auch das im letzten Jahr veröffentlichte Album „The Racist“ als eine solide Mixtur aus funkigem Grundsound mit leichten Rock- und Pop-Anleihen (was eher den Cosmic Love Agents zuzurechnen ist) und experimentelleren Klängen (wie man sie aus dem Parallel-Duo The Royal Tribe kennt). Darüber entwickelt sich dann ein starker vokaler Überbau aus typischen, abgedunkelt-gepressten Korotschenko-Vokalismen und unter anderem mit Passagen des befreundeten, im Jahr 2021 verstorbenen Rappers Fast Tongue DrinkZ.
Familiengeschichte in Tönen
Ein besonderes Stück aus demselben zeitlichen Rahmen beschäftigt sich mit dem Ukraine-Krieg, erschienen wenige Wochen nach dessen Beginn. Und zwar nicht nur aus allgemeinem Entsetzen heraus, sondern auch und besonders aus einer persönlichen Verbindung ausgehend. Die Single „Lost City“ reflektiert nämlich einen Teil seiner Familiengeschichte: Korotschenkos ukrainischer Großvater wurde von Stalin getötet, dessen Sohn, Korotschenkos Vater, floh 1943 als 16-Jähriger nach Deutschland – er hat seine Familie nie wieder gesehen. Und Michael Korotschenko, in Deutschland geboren und weltoffen eingestellt, hat seine zahlreichen ukrainischen Verwandten nie kennengelernt.
Am aktuellen Ende der Produktionslinie steht zurzeit (unter anderem) das Album „Switcher“, produziert wiederum in Kooperation mit Martin Diehl/The Royal Tribe und hier rhythmisch besonders in Szene gesetzt durch Schlagzeuger Arthur Weiss. Der aus Enkenbach/Alsenborn stammende, heute in den USA lebende Drummer war vor allem in den 1980er Jahren besonders in der lokalen Musikszene bekannt und machte danach eine internationale Karriere. Mit seinem leicht jazzig angehauchten Schlagzeugspiel bereichert Weiss, der schon mit Weltstars wie James Brown und Otis Redding die Bühne teilte, die Produktion nachhaltig.
Mit Gedichten ins Museum
Zwischen diesen Polen steht das ungewöhnliche „The Art Rimbaud Project“. Genau genommen ist dieses Werk schon fast 20 Jahre alt, denn Korotschenko, Diehl und etliche andere lokale Künstler haben die 26 Gedichte des wirkungsvollen französischen Lyrikers Arthur Rimbaud (1854 bis 1891) bereits 2004 auf einer Doppel-CD über elektronische Klänge hinweg eingesungen und -gesprochen. Nach gut zwei Jahrzehnten ist das Projekt nun auch online verfügbar.
Die ebenso wie die Werke Rimbauds selbst nicht alltägliche Umsetzung und Präsentation der Texte (übrigens sowohl im Original als auch in deutscher und englischer Übersetzung) konnten gefallen: Das „Art Rimbaud Project“ hat unter anderem Eingang gefunden – und das ist eine besondere Ehre – ins Arthur Rimbaud Museum im nordfranzösischen Charleville, dem Geburtsort des Dichters.
Und es geht weiter mit Michael Korotschenko, seinen Mitmusikern, seinen musikalischen Projekten. Zurzeit ist er schon wieder dabei – erneut auch mit Arthur Weiss übrigens –, allerlei Neues in Angriff zu nehmen.
Info
Die Alben und Singles von Michael Korotschenko/CLA können über die bekannten Download- und Streaming Portale bezogen werden. Weitere Informationen zu den Veröffentlichungen und den Künstlern gibt es im Internet unter anderem bei www.cosmic-love-agents.com und www.m-mission.com.